Marketing, Verkauf, Vertrieb

Schrift, die einen Schlussverkauf bewirbt.

Marketing und Werbung sollen zum Kauf anregen. Verkauf und Vertrieb sorgen dafür, dass Produkte ihren Weg zum Kunden finden. Die Hochschulabsolventen und -absolventinnen dieser Arbeitswelt organisieren Marketingkampagnen, betreuen wichtige Geschäftspartner oder organisieren die Abläufe im Handel.

Unternehmen leben davon, dass ihre Produkte oder Dienstleistungen gekauft werden. Ohne Marketing und Werbung, ohne Vertriebsmitarbeiter/innen, die aktiv auf potenzielle Käufer zugehen, und ohne Experten für den Handel kann keine Firma bestehen. Dementsprechend werden Fachkräfte für Marketing, Verkauf und Vertrieb in praktisch allen Wirtschaftszweigen gesucht – von der mittelständischen Werbeagentur bis hin zum internationalen Automobilkonzern.

Wenn du beispielsweise Marketingkampagnen entwickeln, Unternehmen in der Öffentlichkeit repräsentieren oder Marktanalysen durchführen möchtest, dann solltest du einen Blick in die Arbeitswelt Marketing und Werbung werfen. Zu deinen Aufgaben kann es etwa gehören, das Werbebudget in großen Unternehmen zu verwalten. Oder du arbeitest bei einer Agentur und organisierst für deine Kunden Kampagnen, die du von der ersten Kreativsitzung bis zur letzten Anzeige begleitest.

Der direkte Kontakt mit Kunden und Geschäftspartnern steht in der Arbeitswelt Vertrieb, Verkauf, Handel im Mittelpunkt. Vertriebsexperten werden in den verschiedensten Branchen gesucht – vom Buchhandel bis zur Börse, von der Automobilwirtschaft bis zum Lebensmittelhersteller. Du führst Geschäftsverhandlungen, betreust Kunden oder sorgst dafür, dass die Produkte deines Arbeitgebers über geeignete Vertriebskanäle den Weg zu den Konsumenten finden.

Egal für welche Arbeitswelt und welchen Beruf man sich entscheidet: Hochschulabsolventen und -absolventinnen übernehmen häufig Planungs- und Organisationsaufgaben, etwa wenn sie Marketing- und Vertriebskonzepte entwickeln. Ihr Arbeitsplatz ist dabei nicht ausschließlich das Büro, oftmals sind sie auch vor Ort bei einem Kunden oder Geschäftspartner – etwa für Produktpräsentationen oder um den Status eines Projekts zu besprechen. Die Arbeitszeiten richten sich nicht selten nach den Wünschen der Kunden: Insbesondere für Vertriebsmitarbeiter/innen können auch Termine am Abend oder am Wochenende zum Beruf gehören.

Gearbeitet wird mittlerweile in praktisch allen Bereichen vor allem am Computer. Dank spezieller Software lassen sich heute beispielsweise alle Vertriebsprozesse eines Unternehmens zentral steuern. Verkauft sich ein Produkt besonders gut, wird diese Information automatisch an die Produktion oder den Einkauf weitergegeben, die ihre Kapazitäten entsprechend aufstocken. Den Umgang mit solcher Software lernt man in der Regel im Beruf.

Obwohl Akademiker/innen in teils sehr unterschiedlichen Arbeitsbereichen tätig sind, gibt es doch einige Kompetenzen, die für die meisten Berufe rund um Marketing, Verkauf und Vertrieb wichtig sind – dazu gehören insbesondere Kundenorientierung und Kommunikationsstärke. Du solltest keine Probleme damit haben, auf Menschen zuzugehen, Präsentationen zu halten und auch vor wichtigen Geschäftspartnern frei zu sprechen. Da du als Akademiker/in häufig Verantwortung für Projekte übernimmst, solltest du durchsetzungsfähig, aber gleichzeitig ein Teamspieler sein. Dass man Organisationstalent benötigt und auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren sollte, versteht sich von selbst. Und nicht zuletzt kommt dir in den meisten Berufen ein Händchen für den Umgang mit Zahlen zugute, schließlich bist du auch für den wirtschaftlichen Erfolg eines Projekts mitverantwortlich.

In manchen Tätigkeitsfeldern ist darüber hinaus besondere Kreativität gefragt – etwa wenn du als Marketingexperte Anzeigen gestaltest oder griffige Werbeslogans entwickelst. Abhängig vom konkreten Beruf kann nicht zuletzt auch technisches Verständnis sehr wichtig sein, zum Beispiel als Vertriebsingenieur/in.

Hochschulabsolventen und -absolventinnen in den Arbeitswelten rund um Marketing, Verkauf und Vertrieb sind vielseitig einsetzbar und nicht von vornherein auf bestimmte Branchen festgelegt. Der Arbeitsmarkt ist abhängig von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung: Ist die Situation in der Industrie und im Handel schlecht, dann wirkt sich das entsprechend auch auf die Beschäftigungssituation in Marketing, Verkauf und Vertrieb aus.

Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, erklärt die Situation am Arbeitsmarkt: „Marketing, Verkauf und Vertrieb zählen zu den großen Beschäftigungsfeldern, insbesondere für Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher und kommunikationsorientierter Studiengänge. Das spiegelt sich auch in einer hohen Zahl an Arbeitsplätzen wider. Allerdings ist die Konkurrenz groß. Bei der Arbeitslosigkeit war in den vergangenen Jahren ein Auf und Ab zu beobachten."

Der Einstieg in die Berufe dieser Arbeitswelten ist üblicherweise bereits mit einem Bachelorabschluss möglich. Für manche Führungspositionen kann darüber hinaus auch ein Master vorausgesetzt werden – dieser Abschluss ist auch die Grundlage für eine spätere Promotion und eine Karriere an der Hochschule. Viele Masterprogramme können heute auch neben dem Beruf absolviert werden.

Immer von Vorteil für den Berufseinstieg ist es, wenn man nicht nur gute Abschlussnoten, sondern auch praktische Erfahrung vorweisen kann. Man sollte also nach Möglichkeit bereits während des Studiums Praktika absolvieren oder als Werkstudent arbeiten, zum Beispiel in Werbeagenturen oder bei Handelsunternehmen. Teils kann auch die Abschlussarbeit bei einem Unternehmen geschrieben werden – eine weitere gute Möglichkeit, um nützliche Kontakte zu knüpfen.

Manche Abiturienten und Abiturientinnen entscheiden sich nach dem Abschluss für eine Berufsausbildung anstelle eines Hochschulstudiums, zum Beispiel zum/zur Industriekaufmann/-frau oder Kaufmann/-frau für Marketingkommunikation. Immer beliebter werden zudem duale Studiengänge, die eine akademische Ausbildung mit einer Berufsausbildung oder Praxisphasen in einem Unternehmen verbinden.

Übrigens: Vorteilhaft bei einer Bewerbung kann es auch sein, wenn man während des Studiums bereits Auslandserfahrung gesammelt hat und über sichere Fremdsprachenkenntnisse verfügt.

Ist der Berufseinstieg gemeistert, so bestehen für Hochschulabsolventen und -absolventinnen nach einigen Jahren im Beruf auch gute Chancen, in Führungspositionen aufzusteigen. Betriebswirte können beispielsweise die Verantwortung für die Marketing- oder Vertriebsabteilung übernehmen oder sich im Handel zum/zur Filialleiter/in hocharbeiten. Auch eine Selbstständigkeit ist möglich, zum Beispiel mit einer eigenen Marketingagentur oder einem Beratungsunternehmen.

In manchen Tätigkeitsbereichen ist der Verdienst direkt von der jeweiligen Leistung abhängig. Viele Vertriebsmitarbeiter/innen beispielsweise erhalten neben ihrem festen Grundgehalt eine Erfolgsprovision für abgeschlossene Kundenverträge. Das Einkommen kann hier also ebenso schwanken wie in der Werbebranche. Hier arbeiten viele Fachkräfte auf freiberuflicher Basis an einzelnen Projekten und werden zeit- oder erfolgsabhängig bezahlt. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

http://berufsfeld-info.de/abi/berufsfeld/marketing-verkauf-vertrieb