Konstruktion, Entwicklung

Konstruktionszeichnung auf Computermonitor.

Ingenieure und Ingenieurinnen sind gefragte Arbeitskräfte. Sie konstruieren innovative Produkte und entwickeln Zukunftstechnologien. Technikbegeisterten stehen in dieser Arbeitswelt viele berufliche Möglichkeiten offen – von der Elektrotechnik über den Maschinen- und Anlagenbau bis hin zum Verkehrswesen.

Am Hightech-Standort Deutschland mit seiner exportorientierten Wirtschaft kommt dem Thema Konstruktion und Entwicklung eine bedeutende Rolle zu: Es gilt, den Innovationsvorsprung zu erhalten und so am Weltmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Die hoch qualifizierten Hochschulabsolventen dieser Arbeitswelt haben daran entscheidenden Anteil.

In der Elektrotechnik beschäftigst du dich als Ingenieur/in zum Beispiel mit Antriebstechnik, Erneuerbaren Energien oder der Informations- und Kommunikationstechnologie. Du entwickelst neue Geräte und Technologien – vom Abstandssensor im Auto über das Glasfaserkabel für das schnelle Internet bis hin zu den Robotern in der automatisierten Fabrik. Deine Produkte können in vielen unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz kommen, etwa in der Medizintechnik oder der Unterhaltungselektronik.

Die Arbeitswelt rund um den Fahrzeug- und Maschinenbau ist ebenfalls von Hightech geprägt. In der Automobilindustrie kannst du als Ingenieur/in beispielsweise an umweltfreundlichen Brennstoffzellen- oder Elektromotoren arbeiten. Auch im Schiffbau, in der Bahntechnik sowie in der Luft- und Raumfahrtindustrie werden deine Ideen gebraucht. Im Maschinenbau entwickelst du Anlagen und Maschinen, die für die industrielle Produktion unverzichtbar sind.

In der Architektur und im Bauwesen sind Ingenieure und Ingenieurinnen ebenfalls gefragt. Im Bereich Hochbau konstruierst du als Bauingenieur/in etwa Stahlkonstruktionen für Hochhäuser. Im Tiefbau dagegen könnte es deine Aufgabe sein, den Bau eines Tunnels zu planen und vor Ort zu betreuen. Und als Architekt beziehungsweise Architektin entwirfst du verschiedenste Bauwerke und überwachst die Ausführung.

Als Ingenieur/in im Bereich Konstruktion und Entwicklung kannst du außerdem in zahlreichen weiteren Branchen arbeiten. In der chemischen Industrie, der Kunststoffverarbeitung oder der Metallerzeugung entwickelst du beispielsweise neue Materialien oder innovative Herstellungsverfahren. Und sogar in der Verpackungstechnik oder im Sportbereich sorgst du mit deinen Ideen für einen kontinuierlichen Innovationsschub – du kannst etwa an antibakteriellen Lebensmittelverpackungen forschen oder neue Systeme zur Leistungsdiagnostik für Sportler entwickeln.

Unabhängig von ihrer konkreten Fachrichtung sind Ingenieure und Ingenieurinnen häufig im Büro tätig. Hier entwickeln sie neue Ideen, erstellen am Rechner Konstruktionszeichnungen oder treffen sich zu Besprechungen mit Kolleginnen und Kollegen. Viele Konstruktions- und Entwicklungsingenieure sind aber auch in Labors, Produktionshallen oder auf Baustellen anzutreffen. Mit Messgeräten, Statistiksoftware und verschiedenen anderen technischen Werkzeugen umzugehen, gehört zum Beruf.

Die Entwicklung von neuen Verfahren und Produkten ist meist ein langwieriger Prozess, in den zahlreiche Personen eingebunden sind. Ingenieure und Ingenieurinnen halten den Kontakt zu Unternehmensbereichen wie etwa Produktion und Vertrieb und verständigen sich darüber, welche Anforderung an ein neues Produkt bestehen. Auch die Abstimmung mit Geschäftspartnern oder Auftraggebern kann zu den Aufgaben gehören: So hältst du etwa als Projektingenieur/in alle Beteiligten im Rahmen von Präsentationen auf dem neuesten Stand, vereinbarst Termine und stimmst dich über das Budget ab. Da Akademiker/innen nicht selten in Führungspositionen aufsteigen, übernehmen sie auch viele organisatorische und leitende Tätigkeiten.

Die Arbeitsfelder von Ingenieuren und Ingenieurinnen sind teils sehr unterschiedlich, dennoch gibt es grundlegende Fähigkeiten, die für alle Bereiche wichtig sind. Dazu zählt etwa ein weitreichendes Verständnis für mathematische und technische Zusammenhänge. Außerdem ist Flexibilität gefordert, ebenso wie strukturiertes Denken. Auch die Fähigkeit, Technik und Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen und dabei Aspekte wie Design oder Umweltverträglichkeit nicht außer Acht zu lassen, zeichnet gute Ingenieure aus. Zentral für ihre Tätigkeit ist aber vor allem eines: der Mut, Ideen und Visionen umzusetzen und kreative Wege bei der Lösung von technischen Problemen zu beschreiten.

Was die sogenannten Soft Skills angeht, brauchen Ingenieure und Ingenieurinnen für die Steuerung von Projekten viel Organisationstalent. Zudem sind Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke gefragt. Da sie teils im Ausland oder in international zusammengesetzten Teams arbeiten, sollten sie darüber hinaus über gute Englischkenntnisse verfügen.

Typische Arbeitgeber für Ingenieure und Ingenieurinnen finden sich in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Industrie. Auch in Ingenieurbüros, im Öffentlichen Dienst und an Hochschulen und Forschungsinstituten eröffnen sich Perspektiven.

Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, erläutert die Situation am Arbeitsmarkt: „Wer sich eine Beschäftigung in der Konstruktion und Entwicklung vorstellen kann, hat prinzipiell gute Chancen. In manchen Regionen hatten die Arbeitgeber in den vergangenen Jahren sogar Schwierigkeiten, ausreichend qualifizierte Fachkräfte zu finden."

Der Einstieg in die Ingenieurberufe ist in der Regel bereits mit einem Bachelor möglich. Für anspruchsvolle Entwickleraufgaben, eine Karriere in der Forschung und bestimmte Führungspositionen kann darüber hinaus auch ein Master oder sogar eine Promotion gefordert sein. Es ist aber vielfach möglich, zunächst mit dem Bachelor in das Arbeitsleben einzusteigen und den Master später berufsbegleitend zu absolvieren.

Neben einem guten Hochschulzeugnis achten viele Arbeitgeber bei Berufseinsteigern außerdem auf den Nachweis von Praxiserfahrung. Praktika oder eine Tätigkeit als Werkstudent sind also empfehlenswert. Oftmals kann auch die Abschlussarbeit bei einem Unternehmen geschrieben werden. Eine interessante Alternative bieten außerdem duale Studiengänge, die eine berufliche Praxis im Unternehmen mit einem Hochschulstudium verbinden. Übrigens: Positiv bei einer Bewerbung kann sich auch ein Studien- oder Praktikumsaufenthalt im Ausland auswirken.

Nach dem Berufseinstieg und mit ausreichend praktischer Erfahrung bestehen für Hochschulabsolventen gute Chancen, in Führungspositionen aufzusteigen – zum Beispiel zum/zur Projektleiter/in oder leitenden Ingenieur/in. Wichtig hierfür ist die Bereitschaft, immer wieder Neues zu lernen und sich weiterzubilden. Manche Hochschulabsolventen machen sich nach einigen Jahren Berufserfahrung selbstständig und gründen etwa ein eigenes Ingenieurbüro oder arbeiten als freiberufliche/r Berater/in oder Gutachter/in. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

http://berufsfeld-info.de/abi/berufsfeld/konstruktion-entwicklung