Informatik und IT

Rund um Informatik und IT bieten sich zahlreiche Tätigkeitsfelder. Hochschulabsolventen und -absolventinnen entwickeln neue Apps für Smartphones, verbessern die Steuerungssoftware von Industrierobotern, beraten Kunden beim Kauf von Software oder vernetzen die IT-Infrastruktur ihres Arbeitgebers.

Mit dem Smartphone unterwegs Mails checken, eine Navigations-App für eine fremde Stadt starten oder am Sofa gemütlich Musik aus der Cloud hören – hinter all diesen Anwendungen stecken Profis aus den Berufen rund um Informatik und IT.

Willst du wissen, wie Apps programmiert werden? Oder möchtest du daran mitarbeiten, die Hardware von Computern, Robotern und Co zu verbessern? Dann schau in die Arbeitswelt Hard- und Softwareentwicklung. Die Akademiker/innen dieses Bereichs entwickeln die Technik und Programmcodes für viele unterschiedliche Systeme – von der Bürosoftware über die Programme einer Waschmaschine bis zum Head-up-Display eines Flugzeugs.

Du bist erste Anlaufstelle, wenn bei dir zu Hause die Internetverbindung streikt? Macht es dir Spaß, bei Druckerproblemen oder bei „Bugs“ in der Software auf Fehlersuche zu gehen? In diesem Fall solltest du einen Blick in die Arbeitswelt rund um IT-Administration und -Koordination werfen. Hier arbeiten IT-Expertinnen und IT-Experten etwa daran, Firmenniederlassungen mit den Servern des Hauptsitzes zu verbinden oder den Betrieb eines Rechenzentrums sicherzustellen.

Du bist in puncto neuester Technik immer auf dem Laufenden – und hast in deinem Freundeskreis schon bei Technikproblemen oder beim Soft- oder Hardwarekauf weitergeholfen? Dann könnte dich die Arbeitswelt IT-Kundenbetreuung interessieren. Akademiker/innen aus diesem Bereich arbeiten zum Beispiel für Softwareanbieter und kennen die Technik und die Programmcodes, die in ihren Produkten stecken, sehr genau. So können sie Kunden bei Problemen weiterhelfen oder sie beim Kauf von IT-Systemen beraten.

Du möchtest ein IT-Studium mit einem anderen Fach verbinden? Dann lohnt sich ein Blick in die Arbeitswelt der Informatikberufe mit besonderen Schwerpunkten. In der Geoinformatik erstellen IT-Profis zum Beispiel interaktive Landkarten aus Satellitendaten, in der Medizininformatik werten sie die riesigen Datenmengen von Medikamentenstudien aus. In dieser Arbeitswelt kommt es also nicht nur auf solide Computerkenntnisse, sondern auch auf ein breites Wissen in deinem zweiten Fachgebiet an.

Egal in welchem Bereich du später einmal arbeiten möchtest: Die Arbeit am Rechner ist in diesen Berufen natürlich zentral. Softwareentwickler/innen oder IT-Tester/innen schreiben zum Beispiel komplexe Anwendungen und Prüfprogramme. Dafür wählen sie zunächst eine geeignete Programmiersprache aus. Ob Python, Java oder Perl – das richtet sich sowohl nach den technischen Anforderungen als auch nach den Wünschen der Kunden. Andere IT-Experten werten große Datenmengen mit Spezialsoftware statistisch aus, zum Beispiel die Zugriffsraten auf einen Server.

Dass IT-Experten ihre Arbeitszeit nur vor dem Computerbildschirm verbringen, ist allerdings ein Klischee. Gerade Akademiker/innen übernehmen viele Aufgaben im organisatorischen und kommunikativen Bereich: Bei Kundenterminen klären sie zum Beispiel ab, welche Leistung ein neues IT-System bringen muss und wie viel Budget dafür zur Verfügung steht. Oftmals sind sie auch in leitender Funktion in Projektteams eingebunden, kalkulieren den Zeit- und Personalbedarf, zeigen bei Präsentationen den Projektfortschritt auf und tragen die Verantwortung für den wirtschaftlichen Erfolg.

Bei potenziellen Arbeitgebern stehen neben IT-Fachkenntnissen auch sogenannte „Soft Skills“ wie Kommunikationsstärke, Organisationstalent und Teamfähigkeit hoch im Kurs. Dass man in den IT-Berufen ein Interesse an Computern und Technik sowie ein gewisses mathematisches Talent mitbringen sollte, versteht sich von selbst. Ebenso sind Kenntnisse in Englisch gefordert, der Sprache der international ausgerichteten IT-Branche.

Abgesehen davon sind in Studium und Beruf viele Fähigkeiten gefragt, die man in keinem Lehrplan findet. So sind für Informatiker/innen logisches Denken, analytische Fähigkeiten und eine systematische Arbeitsweise unerlässlich – egal ob es darum geht, ein Programm von Grund auf zu entwickeln oder einen Fehler in einem Netzwerk zu finden. Ebenso ist ein hohes Maß an Kundenorientierung gefragt. Denn die beste Softwarelösung ist nichts wert, wenn sie an den Wünschen der Nutzer vorbeigeht. Und nicht zuletzt sollte man in den sehr dynamischen IT-Berufen eine Begeisterung für neue Technik und ein hohes Maß an Lernbereitschaft mitbringen.

Absolventinnen und Absolventen aus Informatik und IT werden in vielen Bereichen gesucht: Nicht nur in der IT-Branche selbst, also beispielsweise bei Softwarehäusern oder Hardwareherstellern, sondern auch in der Industrie, im Handel, bei Behörden und anderen Institutionen – überall, wo Computer zum Einsatz kommen, können IT-Spezialisten einen Arbeitsplatz finden.

IT-Fachleute sind am Arbeitsmarkt gefragt, erklärt auch Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit: „Die Kräftenachfrage und Beschäftigung sind gestiegen. Im Zuge der Digitalisierung bieten sich für Absolventen aus den Hochschulen viele Chancen."

Der Berufseinstieg ist in vielen IT-Berufen zumeist bereits mit einem Bachelorabschluss möglich. Wer sein Wissen erweitern oder Spezialkenntnisse erwerben will, kann auch noch einen Master oder sogar eine Promotion anschließen. Welchen Abschluss du letztendlich konkret benötigst, hängt von deinen späteren Aufgaben, der Branche und den Anforderungen des jeweiligen Unternehmens ab. Praxiserfahrungen bei potenziellen Arbeitgebern helfen dir, die gewünschten Anforderungen einzuschätzen, und machen sich außerdem gut in jedem Lebenslauf. Manche Abiturienten und Abiturientinnen entscheiden sich nach der Schule auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Hochschulstudiums, zum Beispiel zum/zur Fachinformatiker/in. Eine Möglichkeit, beides zu kombinieren, stellt ein duales Studium dar, das eine berufspraktische mit einer akademischen Ausbildung verbindet.

Gerade in einem dynamischen Bereich wie der IT ist lebenslanges Lernen absolute Pflicht. So sollte man sich in puncto Programmiersprachen immer auf dem neuesten Stand halten. Weiterbildungen helfen dabei, auf dem Laufenden zu bleiben, und sind außerdem der Schlüssel, um sich für Führungspositionen zu empfehlen.

In vielen IT-Bereichen gibt es übrigens gute Möglichkeiten, ein Unternehmen zu gründen oder als Freiberufler zu arbeiten – zum Beispiel als selbstständige/r Programmierer/in. Neben Fachwissen braucht man für eine Selbstständigkeit auch unternehmerisches Geschick und ein gutes Gespür dafür, welche IT-Anwendungen bei den Kunden in Zukunft gefragt sein werden. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

http://berufsfeld-info.de/abi/berufsfeld/informatik-it