Biologie, Chemie, Pharmazie

Computerillustration von Bakterien.

In Chemie, Biologie und Pharmazie gibt es zahlreiche berufliche Möglichkeiten. Hochschulabsolventen und -absolventinnen in diesen Arbeitswelten erforschen beispielsweise die Gesetzmäßigkeiten der Natur, entwickeln im Labor neue Produkte oder produzieren chemische Stoffe und Arzneimittel.

Von Kunststoffen und Lacken über Saatgut und Biokraftstoffe bis hin zu Kosmetika und Medikamenten – hinter all diesen Produkten, die aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken sind, stecken die Akademiker/innen dieser Arbeitswelt. Ihr Fachwissen ist aber auch im Natur- und Umweltschutz, im Gesundheitswesen und in der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung gefragt, um nur einige Beispiele zu nennen.

In der Biologie beschäftigst du dich mit den unterschiedlichsten Schattierungen der belebten Natur. Als Zoologe oder Zoologin bist du beispielsweise Tieren in freier Wildbahn auf der Spur und erfasst die Bestände von bedrohten Arten. Als Agrarbiologe oder -biologin züchtest du neue Pflanzensorten oder untersuchst die Auswirkungen von Pestiziden auf das Ökosystem. Auch in der Pharmaindustrie gibt es Einsatzmöglichkeiten für Biologen, etwa in der Herstellung von Biopharmazeutika.

Was den Bereich der Chemie betrifft, so werden hier sowohl Ausgangsstoffe für die unterschiedlichsten Industriezweige als auch Endprodukte wie etwa Lacke, Farben oder Kunststoffe hergestellt. Entsprechend vielfältig sind die Arbeitsmöglichkeiten, die sich dir hier eröffnen. Du kannst beispielsweise im Labor an der Entwicklung neuer Stoffe arbeiten oder in der Industrie die Herstellung von chemischen Erzeugnissen steuern.

Die Akademiker/innen in der Arbeitswelt Pharmazie sind an der Entwicklung und Produktion von Medikamenten oder der Verbesserung der entsprechenden Herstellungsverfahren beteiligt. Oder sie kümmern sich um den Verkauf der Medikamente, ob als Apotheker/in oder im Management und Vertrieb der Pharmabranche.

Abhängig vom Beruf und dem jeweiligen Schwerpunkt kann der konkrete Arbeitsalltag stark variieren. Viele Naturwissenschaftler/innen sind vornehmlich im Labor anzutreffen, wo sie Krankheitserreger unter dem Mikroskop untersuchen, die Materialeigenschaften oder die Qualität chemischer Stoffe prüfen oder die Schadstoffbelastung von Gewässern analysieren. Andere züchten neue Pflanzen im Gewächshaus, werten am Computer die Daten von Medikamententests aus oder sind für Tierbeobachtungen in der freien Natur unterwegs.

Wenn du in der industriellen Produktion arbeitest, bist du als Hochschulabsolvent/in dagegen vornehmlich organisatorisch gefragt: Du teilst die Mitarbeiter/innen ein, berechnest den Rohstoffbedarf und bist für die Budget- und Zeitpläne verantwortlich. Andere Absolventen und Absolventinnen aus Biologie, Chemie und Pharmazie entwickeln sich beruflich in Richtung Management oder machen sich sogar selbstständig, beispielsweise als Apotheker/innen oder Umweltgutachter/innen. Dann gehört die Beratung der Kunden zu den zentralen Tätigkeiten.

Bei allen Unterschieden gibt es grundlegende Voraussetzungen, die für alle Berufe dieser Arbeitswelten sehr wichtig sind: Ein großes Interesse an den Naturwissenschaften ist ebenso ein Muss wie die Fähigkeit, analytisch und systematisch zu arbeiten. Gerade im Bereich der Forschung und Entwicklung braucht es zudem den Mut, neue Wege zu beschreiten, aber auch Geduld und Durchhaltevermögen – die wenigsten Neuentwicklungen sind auf Anhieb perfekt. Vielmehr sind sie oftmals das Ergebnis von sorgfältiger, jahrelanger Forschungsarbeit, die in kleinen Schritten zum Ziel führt. Das dafür nötige Fachwissen erwirbt man im Laufe des Studiums.

Weil nicht selten in Projektteams gearbeitet wird, solltest du auch soziale Kompetenzen wie Kompromiss- und Teamfähigkeit sowie Kommunikationsstärke mitbringen. Immer wichtiger werden auch Fremdsprachenkenntnisse, vor allem in Englisch. Denn sowohl der naturwissenschaftliche Forschungsbetrieb als auch die industrielle Herstellung von chemischen und pharmazeutischen Produkten sind international ausgerichtet.

Hochschulabsolventen und -absolventinnen aus den Bereichen Biologie, Chemie und Pharmazie finden Arbeitsplätze bei Unternehmen der Chemischen und Pharmazeutischen Industrie, haben darüber hinaus aber auch weitere Chancen – unter anderem an Hochschulen oder im Öffentlichen Dienst.

Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit, beurteilt den Arbeitsmarkt für Naturwissenschaftler/innen als insgesamt nicht unproblematisch: „Insbesondere bei Absolventinnen und Absolventen der Biologie oder Chemie fällt der Berufseinstieg oftmals nicht ganz leicht, denn fachadäquate Stellen sind rar.“ Der Experte macht dennoch Mut: „Die analytischen Fähigkeiten der Naturwissenschaftler/innen sind auch in anderen Bereichen und Branchen gefragt. Wer flexibel ist, hat gute Chancen auf einen erfolgreichen Berufseinstieg.“

Der Start ins Berufsleben ist häufig bereits mit einem Bachelor möglich. Eine grundsätzliche Ausnahme bildet das Pharmaziestudium, das weiterhin mit dem Staatsexamen abschließt. In Biologie und Chemie ist – wie in den meisten anderen Naturwissenschaften – der Anteil derer, die über den Bachelor hinaus noch einen Master oder sogar eine Promotion absolvieren, sehr hoch. Denn diese Abschlüsse eröffnen unter anderem den Weg in die Forschung an Hochschulen und Instituten sowie in bestimmte Führungspositionen in der freien Wirtschaft.

Manche Abiturienten und Abiturientinnen entscheiden sich nach der Schule auch für eine Berufsausbildung anstelle eines Hochschulstudiums, zum Beispiel zum/zur Biologielaborant/in oder Chemielaborant/in. Eine Möglichkeit, eine berufspraktische mit einer akademischen Ausbildung zu verbinden, bietet sich bei dualen Studiengängen. Aber auch im Rahmen eines „traditionellen“ Hochschulstudiums bleibt genügend Zeit, um Praxisluft zu schnuppern, etwa in Praktika während der Semesterferien oder mit einer Tätigkeit als Werkstudent/in. Das macht sich gut im Lebenslauf und erleichtert den späteren Berufseinstieg. Wer darüber hinaus während des Studiums Erfahrungen im Ausland sammelt, verbessert seine Chancen am Arbeitsmarkt zusätzlich.

Mit entsprechender Berufserfahrung haben Hochschulabsolventen gute Chancen, in Führungspositionen aufzusteigen. Sie können zum Beispiel die Leitung eines Labors übernehmen oder als Projektleiter/in die Entwicklung eines neuen Produkts verantworten – von den ersten Laborversuchen bis zur Marktzulassung. Voraussetzung für den Aufstieg ist es, sich auch nach dem Studienabschluss kontinuierlich über Neuerungen im Berufsfeld zu informieren und Möglichkeiten zur Weiterbildung konsequent zu nutzen.

Für Akademiker/innen dieser Arbeitswelt besteht unter Umständen auch die Möglichkeit, sich selbstständig zu machen, zum Beispiel als Chemiker/in mit einem eigenen Analyselabor. Insbesondere in der Pharmazie ist die Selbstständigkeit sogar vergleichsweise häufig anzutreffen – wenngleich die meisten Apotheker/innen trotzdem als Angestellte tätig sind. Grundsätzlich gilt: Pharmazieabsolventen, die als Apotheker oder Apothekerin praktizieren wollen, müssen über den Studienabschluss hinaus noch eine praktische Ausbildung durchlaufen. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

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