Bio- und Gen­techno­logie, Erneuer­bare Energien

Computer-Illustration von Körperzellen.

Die Produktion von Wirkstoffen mittels Mikroorganismen, die Immunisierung von Pflanzen, die Erschließung alternativer Energiequellen – in den Arbeitswelten Bio- und Gentechnologie sowie Erneuerbare Energien arbeiten Akademiker/innen an der Schnittstelle zwischen Natur und moderner Technologie.

Ein breites Spektrum an Berufen in unterschiedlichen Branchen finden Akademiker/innen in den Bereichen Bio- und Gentechnologie sowie Erneuerbare Energien vor. Im Kern geht es darum, die Natur zu erforschen und sich ihre nachwachsenden Ressourcen beziehungsweise biologischen Wirkmechanismen zunutze zu machen.

Wenn du dich für die Inhalte und Teilbereiche der Bio- und Gentechnologie interessierst, solltest du einen Blick in die entsprechende Arbeitswelt werfen. Hier kannst du beispielsweise in der Grundlagenforschung in Fachbereichen wie Biochemie, Molekularbiologie oder Genetik arbeiten. Was etwa das Erbgut des Menschen betrifft, so sind nach wie vor viele Fragen nicht beantwortet. Gibt es neue Erkenntnisse im Zusammenhang mit den molekularen Strukturen des Lebens, können diese in einem zweiten Schritt für industrielle Anwendungen genutzt werden. Du kannst beispielsweise bei Pharmaunternehmen die Entwicklung biopharmazeutischer Arzneimittel vorantreiben, für deren Herstellung Mikroorganismen zum Einsatz kommen. Oder du arbeitest an der konventionellen Züchtung oder der gentechnischen Veränderung von Nutzpflanzen, um diese zum Beispiel immun gegen Krankheitserreger zu machen.

Mit Sonne, Wind, Wasser oder organischen Stoffen Energie erzeugen – darum geht es in der Arbeitswelt Erneuerbare Energien. Als Ingenieur/in arbeitest du hier an der Verbesserung der entsprechenden Technologien und kümmerst dich um die Installation und Wartung von umweltfreundlichen Kraftwerken. Du kannst aber auch der Frage nachgehen, wie man Energie aus erneuerbaren Quellen zwischenspeichert und möglichst effizient im Netz verteilen kann. Eher betriebswirtschaftlich und organisatorisch gefragt bist du dagegen als Energieberater/in oder Klimaschutzmanager/in. Dann entwickelst du zum Beispiel Konzepte, wie Unternehmen oder ganze Regionen ihren Energieverbrauch senken oder den Ausstoß schädlicher Klimagase verringern können.

Viele Hochschulabsolventen und -absolventinnen dieser Arbeitswelten sind im Bereich der Forschung und Entwicklung tätig. In vielen Berufen gehört es zu den Kerntätigkeiten, mathematische Berechnungen oder Testreihen durchzuführen sowie die gewonnenen Daten auszuwerten – also zum Beispiel die Ergebnisse von Medikamentenstudien. Unverzichtbares Hilfsmittel ist hierbei der Computer. Je nach Einsatzbereich gilt es auch, Konstruktionszeichnungen zu erstellen, beispielsweise die Pläne für eine neue Windturbine.

Gearbeitet wird zumeist am Rechner im Büro. Teils sind die Akademiker/innen dieser Arbeitswelten aber auch im Labor, in den Produktionshallen der Industrie oder sogar im Freien tätig – etwa wenn sie die Bauleitung für die Konstruktion eines Solarparks übernehmen. Je nach konkretem Einsatzgebiet kann die Abstimmung mit Partnern zu den Aufgaben gehören. Als Biowissenschaftler/in kümmerst du dich etwa auch darum, Geldgeber für Forschungsprojekte zu gewinnen. Und als Ingenieur/in bespricht man mit Kunden den optimalen Standort für Wind- oder Solarparks. Da Hochschulabsolventen und -absolventinnen häufig in Führungspositionen aufsteigen, kann es auch deine Aufgabe sein, Mitarbeiter/innen anzuleiten oder die Kosten und Terminierung eines Projekts im Auge zu behalten.

Obwohl die Arbeitswelten Bio- und Gentechnologie beziehungsweise Erneuerbare Energien sehr unterschiedlich sind, ähneln sich doch die Grundlagen. In praktisch allen Berufen ist ein Verständnis für mathematische und für naturwissenschaftliche Zusammenhänge gefordert. Auch sollte man technikaffin sein und gerne an der Lösung komplexer Probleme arbeiten. Das nötige Fachwissen sowie rechtliche und betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse erwirbt man im Laufe des Studiums.

Ebenso ist soziale Kompetenz gefordert, denn an der Entwicklung und Umsetzung von neuen Bauteilen oder Verfahren arbeitet man meist nicht alleine, sondern im Team. Kommunikationsstärke ist also unverzichtbar. Außerdem werden eine sehr sorgfältige Arbeitsweise sowie Verantwortungsbewusstsein verlangt – vor allem, wenn man in der Bio- oder Gentechnik tätig ist und teils mit gefährlichen Substanzen zu tun hat. Da viele Tätigkeitsfelder, etwa die Biotechnik, international ausgerichtet sind, werden auch sichere Englischkenntnisse verlangt.

Typische Arbeitgeber für Absolventen und Absolventinnen finden sich in der Industrie, je nach konkretem Beruf etwa bei Chemie- oder Pharmaunternehmen oder bei Kraftwerksherstellern und Technologiekonzernen. Daneben gibt es auch viele Möglichkeiten bei Ingenieurbüros sowie im Bereich der Forschung an Hochschulen und Instituten.

Laut Dr. Jens Stephani, dem Experten der Bundesagentur für Arbeit, entwickelte sich der Arbeitsmarkt im Bereich dieser Zukunftstechnologien zuletzt tendenziell günstig. „Die weitere Entwicklung in diesem Berufsfeld hängt aber auch von den politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen ab."

Der Berufseinstieg ist prinzipiell bereits mit einem Bachelor möglich. Wer eine Führungsposition oder eine Aufgabe im Bereich der Forschung und Entwicklung anstrebt, kann sich mit einem zusätzlichen Masterstudiengang oder sogar einer Promotion vielleicht einen Vorteil verschaffen. Insbesondere in den Naturwissenschaften – also beispielsweise der Bionik oder der Molekularbiologie – ist es sogar üblich, mit Master oder Doktorgrad in den Beruf zu starten.

Viele potenzielle Arbeitgeber achten jedoch neben dem Hochschulzeugnis auf praktische Erfahrungen im Lebenslauf. Studienbegleitende Praktika sind also in jedem Fall empfehlenswert. Teils kann man auch als Werkstudent/in die Abschlussarbeit bei einem Unternehmen schreiben. Insbesondere in den Ingenieurwissenschaften werden duale Studiengänge, die eine berufliche Praxisphase mit einer akademischen Ausbildung kombinieren, immer beliebter. Wer während des Studiums zusätzlich Erfahrungen im Ausland gesammelt hat, verbessert seine Chancen am Arbeitsmarkt und findet möglicherweise leichter eine erste Stelle.

Ist der Berufseinstieg erst einmal gemeistert, gibt es für die Akademiker/innen dieses Bereichs gute Chancen, in Führungspositionen aufzusteigen – vorausgesetzt, man kann die entsprechenden Qualifikationen vorweisen und zeigt sich bereit, immer wieder dazuzulernen. Man kann etwa die Leitung eines Labors oder einer Forschungsabteilung übernehmen. Auch eine Selbstständigkeit ist prinzipiell möglich – mit ausreichend Berufserfahrung kannst du zum Beispiel ein Beratungs- oder Ingenieurbüro im Bereich der Erneuerbaren Energien eröffnen.

Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sich auch im Ausland: Die Studiengänge an deutschen Hochschulen genießen international einen guten Ruf. Wer an einer amerikanischen Uni biotechnologische Grundlagenforschung betreiben oder Solarparks in der Wüste aufbauen will, ist in diesen Arbeitswelten genau richtig. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

http://berufsfeld-info.de/abi/berufsfeld/bio-gentechnologie-erneuerbare-energien