Bildende Kunst, Design, Restaurierung

Buntes abstraktes Gemälde.

Nach einem Studium in den Bereichen Kunst, Design oder Restaurierung stehen Absolventen und Absolventinnen viele Wege offen: Überall um uns herum gestalten kreative Köpfe diese Welt, setzen sich für den Erhalt von Kulturgütern ein und fungieren als Mittler zwischen Kunst und Öffentlichkeit.

Wenn du als Künstler/in, Designer/in oder Restaurator/in arbeitest, gestaltest du die Kunst- und Produktwelt von morgen mit oder setzt dich für die Erhaltung historischer Kunstwerke oder Gebrauchsgegenstände ein.

In der Arbeitswelt „Bildende Kunst“ findest du freischaffende Künstler/innen, etwa Bildhauer, Maler, Foto- oder Performancekünstler. Diese sind nicht nur kreativ gefordert, sondern auch in puncto Eigenmarketing. Auch Akademiker/innen aus Kunstpädagogik und Kunstwissenschaft gehören zu der Arbeitswelt.

Falls du dich eher für die Berufe rund um „Design und Gestaltung“ interessierst, hast du oftmals schon im Studium die Qual der Wahl, beispielsweise zwischen Schmuck-, Textil-, Grafik-, Kommunikations-, Medien-, Mode-, Industrie- und Fotodesign. Designer/innen müssen im Hinterkopf behalten, dass bei einem guten Entwurf neben der Ästhetik auch die Wirtschaftlichkeit und Gebrauchstauglichkeit zählen.

Diese Aspekte interessieren dich eher weniger? Du würdest lieber dafür sorgen, dass die Werke anderer Künstler erhalten bleiben und einem Publikum zugänglich gemacht werden? Dann kann dir die Arbeitswelt „Restaurierung und Denkmalschutz“ interessante Perspektiven aufzeigen. Konservatoren/Konservatorinnen, Denkmalpfleger/innen und Kunsthistoriker/innen sind als Bewahrer von Kunst- und Kulturgütern gefragt.

In vielen der hier vorgestellten Berufe gehört es zu deinem Arbeitsalltag, Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Künstler/innen schaffen mit Pinsel oder Videokamera etwas ganz Eigenes, Originelles. Restauratoren und Restauratorinnen beschäftigen sich mit dem Material und der Beschaffenheit von Kunstgegenständen und entwickeln Konservierungskonzepte, um die Kulturgüter bestmöglich zu erhalten. Kommunikationsdesigner/innen arbeiten für ihren Auftraggeber ein visuelles Konzept für Homepages oder Apps aus. Und als Kunsthistoriker/in erforschst du die Geschichte von Kunstgegenständen oder gibst dein Wissen an andere weiter – beispielsweise über die Architektur der Gotik oder die Kunstwerke des Expressionismus.

Je nach Beruf brauchst du spezielle Techniken oder Methoden, die du im jeweiligen Studium erlernst und professionalisierst – vom geschickten Umgang mit Farben und Materialien über Konservierungstechniken oder Kenntnissen in der digitalen Bildbearbeitung bis hin zur Didaktik der Kunstvermittlung. Aber ganz gleich, ob es darum geht, eine Epoche zu untersuchen oder ein neues Design zu finden: Du solltest fit im Recherchieren von Hintergrundinformationen sein und dich auch über neue Entwicklungen und Strömungen auf dem Laufenden halten – schließlich stehen Künstler/innen, Designer/innen und Kunstwissenschaftler/innen im Dialog mit anderen Kunstschaffenden und der Gesellschaft. Ein Design greift bekannte Formen auf, sollte sie aber nicht kopieren. Und Ausstellungsmacher/innen müssen wissen, wie sie die Neuen Medien sinnvoll integrieren können.

Egal für welche Arbeitswelt du dich entscheidest: Kreativität ist überall gefragt. Aber auch Planungs- und Organisationsstärke sind wichtig, egal ob du eine Lehrveranstaltung konzipierst, ein neues Produktdesign entwickelst oder eine Ausstellung deiner Kunstwerke auf die Beine stellst. Kommunikationstalent und Überzeugungsfähigkeit solltest du ebenso mitbringen wie ein Talent für die geschickte Vermarktung deiner Kunstwerke, Designs oder Konzepte. Nicht zuletzt wird auch Teamfähigkeit großgeschrieben, insbesondere im Design: Als Industrie- und Produktdesigner/in etwa arbeitest du sehr eng mit Ingenieuren und Betriebswirten zusammen.

Kreative Köpfe sind nicht selten als Freiberufler/innen tätig, etwa als freie/r Künstler/in oder als Restaurator/in mit eigener Werkstatt. Feste Stellen sind dagegen eher selten. Möglichkeiten bieten sich beispielsweise bei Design- oder Werbeagenturen, in der Medienbranche oder in den Designabteilungen der Industrie. Auch Museen, Galerien, Akademien und andere Kultureinrichtungen sind mögliche Arbeitgeber. Teils arbeiten Absolventen und Absolventinnen auch in der Presse- und Öffentlichkeitsabteilung eines Museums oder streben eine Stelle im Bildungswesen an, etwa im Bereich Kunst oder im Bereich der Hochschullehre.

Zur Beschäftigungssituation meint Dr. Jens Stephani, Experte der Bundesagentur für Arbeit: „Der Arbeitsmarkt im Bereich Bildende Kunst, Design und Restaurierung stellt sich nicht unproblematisch dar. Vor allem der Berufseinstieg fällt oftmals nicht leicht. Wie bei anderen kreativen Berufen gilt: Die Konkurrenz ist groß. Engagement, Durchhaltevermögen und Eigeninitiative sind für einen erfolgreichen Berufsstart notwendig. Selbstständigkeit ist typisch für dieses Berufsfeld."

Ein Bachelorabschluss oder – wie an vielen Kunsthochschulen weiterhin üblich – ein Diplom ist für die meisten Kunst- und Designbegeisterten der erste Schritt ins Arbeitsleben. Mit einem Master und einer Promotion kann man sich spezialisieren und weiterqualifizieren. Auch einige Berufsausbildungen, etwa zum/zur Fotograf/in oder Goldschmied/in, sind bei Abiturienten recht beliebt.

Generell gilt: In den Designberufen und insbesondere im künstlerischen Bereich lässt sich die Karriere in weit geringerem Maße planen als beispielsweise im Ingenieurwesen. Du musst Flexibilität beweisen und solltest nicht an einen Ort gebunden sein. Genauso wichtig wie der Abschluss ist es, sich möglichst schon im Laufe des Studiums ein Netzwerk aufzubauen. Gerade in der freien Kunst ist es für einen erfolgreichen Berufsweg entscheidend, andere Künstler sowie Kunstbegeisterte, Galeristen und Sammler zu kennen.

Der Einstieg in eine Festanstellung gelingt meist über Praktika – etwa bei einer Werbeagentur oder einem Verlag –, die du idealerweise bereits während der Studienzeit absolvieren solltest. Du solltest jede dieser Chancen nutzen, möglicherweise lernst du so deinen künftigen Arbeitgeber kennen.

Wie in anderen Branchen kannst du auch am Kunstarbeitsmarkt die Karriereleiter erklimmen, angefangen von einer Projektleitung bis hin zu Führungspositionen, etwa als Leiter/in einer Designabteilung. Wer Spaß daran hat, sein Fachwissen regelmäßig unter Beweis zu stellen, kann auch als Berater/in, Gutachter/in oder Sachverständige/r tätig werden, insbesondere in der Arbeitswelt „Restaurierung und Denkmalschutz“.

Wie du bereits erfahren hast, ist in den hier vorgestellten Arbeitswelten Selbstständigkeit keine Seltenheit – nicht nur bei den freischaffenden Künstlern und Künstlerinnen, sondern auch in der Kunstpädagogik oder in Restaurierung und Denkmalschutz. Auch viele Designer/innen arbeiten freiberuflich, also projektbezogen und für verschiedene Auftraggeber.

Eine Selbstständigkeit bietet viele Freiheiten, ist aber natürlich auch mit Unsicherheiten verbunden: Ein regelmäßiges Einkommen ist nicht garantiert, bei Auftragsflauten und im Krankheitsfall muss man auf Erspartes zurückgreifen. Neben aller nötigen Kreativität brauchen die Freiberufler dieser Arbeitswelt also auch einen gewissen Geschäftssinn. Vor dem Schritt in die Selbstständigkeit kann es sinnvoll sein, zunächst etwas Berufserfahrung zu sammeln und einen Blick dafür zu gewinnen, was am Kunst- und Designmarkt gefragt ist. <<

Egal für welches Studium du dich entscheidest: In den meisten Fällen steht dir mit einem Abschluss nicht nur ein bestimmter Beruf offen, sondern viele verschiedene – je nachdem, welche Inhalte ein Studiengang vermittelt oder welche Schwerpunkte du selbst setzt. Du hast einen Wunschberuf und möchtest wissen, welches Studium dafür geeignet wäre?

Auch hier hast du viele Möglichkeiten, denn ein Beruf ist in den meisten Fällen über verschiedene Studienfächer zu erreichen. Und selbst wenn du nach dem Abschluss bereits einen Beruf ergriffen hast, kannst du dich im Laufe des Arbeitslebens auf unterschiedliche Tätigkeitsbereiche spezialisieren.
Klingt ganz schön kompliziert? Die Infografik hilft dir anhand einiger Beispiele weiter. <<

http://berufsfeld-info.de/abi/berufsfeld/bildende-kunst-design-restaurierung