Wirt­schafts­mathe­matiker/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Risikomanagerin

Tätigkeitsfelder:

Risikoanalyse, -management; Versicherungs- und Finanzdienstleistungen

Abgeschlossenes Studium in:

Wirtschaftswissenschaften (Bachelor); Finanzmathematik (Master)

BERUFENET:

Wirtschaftsmathematiker/in

Ich bereite die Grundlagen für die Entscheidungen des Vorstandes vor.

Risiken identifizieren

Modelle, Formeln und Kennziffern prägen die Welt, in der Ksenia Makarova (31) jeden Tag arbeitet. Die Wirtschaftsmathematikerin analysiert für eine Versicherung, welche Kreditrisiken es gibt und wie man diese steuern kann.

Eine Versicherung muss vor allem eines sein: sicher. Kunden zahlen Geld ein, damit sie im Notfall Hilfe erhalten. Um das zu gewährleisten, muss eine Versicherungsgesellschaft ihre eigenen finanziellen Risiken kennen und eingrenzen. Dies ist die Aufgabe von Ksenia Makarova bei der ERGO Versicherungsgruppe. Die gebürtige Russin errechnet die Kennzahlen der Kreditrisiken, analysiert diese und erarbeitet Vorschläge, wie man die Werte verbessern kann.

„Kreditrisiken treten etwa auf, wenn ein Schuldner pleitegeht oder ein Kunde nicht bezahlt.“ Das ist die eine Seite.Die andere Risikoquelle liegt darin begründet, dass die Beiträge der Kunden auch gewinnbringend angelegt werden müssen. Auch hier kann eine negative Entwicklung drohen. Ksenia Makarova fordert bei allen Gesellschaften des Konzerns die entsprechenden Daten an und untersucht beispielsweise, welche Wertpapiere welche Kreditrisiken beinhalten. Daraus erstellt sie ein Modell, das alle Risiken in die Zukunft projiziert. „Dabei gehe ich auch vom ‚Worst Case‘ aus und untersuche, ob wir als Versicherer selbst die schlimmsten denkbaren Wirtschaftskrisen überstehen könnten.

Berechnen, analysieren, empfehlen

Mit wirtschaftsmathematischen Modellen umzugehen, hat sie bereits im Studium gelernt. „Ich habe in Russland Wirtschaftswissenschaften mit dem Schwerpunkt Finanzmanagement studiert. Im Laufe des Studiums wurde mir klar, dass ich Mathematik und Modellierungen besonders spannend finde, weshalb ich noch einen Master in Finanzmathematik an der Universität Ulm draufgesetzt habe.“ Hierfür erhielt Ksenia Makarova ein Stipendium vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst. Anschließend blieb sie in Deutschland und startete ihre Karriere bei der Düsseldorfer Versicherung.

An ihrer Arbeit als Risikomanagerin gefällt ihr vor allem, dass sie nicht nur Berechnungen durchführt – das sei irgendwann Routine –, sondern auch Empfehlungen ausspricht. „Nachdem ich mit den Modellen die Kennzahlen für die Kreditrisiken ausgerechnet habe, analysiere ich sie.“ Anschließend verschafft sie sich einen Gesamtüberblick. „Und dann gebe ich meine Meinung ab.

Lösungsorientiertes Arbeiten

Wenn sich das Kreditrisiko deutlich verändert, sucht sie nach den Ursachen. „Es kann sein, dass eine Gesellschaft ihre Kapitalanlagen umstrukturiert hat.“ Ksenia Makarova identifiziert die Treiber der Kreditrisiken und überlegt, wie das Verhältnis von Kredit und Risiko zu verbessern ist. „Ich bereite die Grundlagen für die Entscheidungen des Vorstandes vor, dem ich meine Analysen einmal im Quartal vorstelle.“

Oft führt die 31-Jährige im Anschluss daran weitere Analysen durch: „Häufig stellt sich die Frage, wie sich diese oder jene Entscheidung auf das Gesamtresultat auswirken würde. Dann rechne ich das durch, schaue, wie sich dieRisiken verändern, und reiche gegebenenfalls eine Empfehlung weiter.“ Dieses lösungsorientierte Arbeiten ist das, was für die Wirtschaftsmathematikerin den Reiz an ihrer aktuellen Tätigkeit ausmacht. <<

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