Wirt­schafts­infor­matiker/in (Hoch­schule)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Systems Engineer

Tätigkeitsfeld:

Informationsbeschaffung, -erschließung und -aufbereitung

Abgeschlossenes Studium in:

Wirtschaftsinformatik

BERUFENET:

Wirtschaftsinformatiker/in (Hochschule)

Wir bereiten die Daten so auf, dass alle Zahlen übersichtlich präsentiert sind.

Durchblick im Zahlendschungel

Christina Merz (25) verliert nie den Überblick: Die Wirtschaftsinformatikerin bereitet die Geschäftszahlen eines Konzerns übersichtlich auf. Auf diese Weise ist das Management stets über die Entwicklung des Unternehmens im Bilde.

Christina Merz hat als sogenannter Systems Engineer bei T-Systems Zugriff auf die Geschäftszahlen aller Konzernsparten – von den Einnahmen über die Kosten bis hin zum Umsatz. „Meine Kollegen und ich bereiten die Daten so auf, dass alle Zahlen übersichtlich präsentiert sind“, erzählt sie. Voraussetzung für diese Tätigkeit ist ein Grundverständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge, aber auch fundiertes IT-Wissen. In ihrem Studium der Wirtschaftsinformatik hat sie sich mit beiden Bereichen beschäftigt. Den Bachelor absolvierte sie als duales Studium an einer Berufsakademie, den Master berufsbegleitend an der Fernuniversität Hagen. „Die Studieninhalte reichen von der Programmierung über das Marketing bis hin zum Controlling.“ Unter ihren Kollegen sind auch Absolventen der allgemeinen Informatik, die sich die wirtschaftlichen Kenntnisse im Beruf angeeignet haben.

Die Sprache der Datenbank sprechen

Ein Systems Engineer wertet je nach Aufgabengebiet ganz unterschiedliche Daten aus. Christina Merz ist für die sogenannten Sales-Daten aus dem Vertrieb zuständig. Darunter fallen verschiedene IT-Dienstleistungen. Die internen Kunden – also Kollegen aus anderen Abteilungen – wenden sich immer dann an die Wirtschaftsinformatikerin, wenn sie eine bestimmte Auswertung brauchen. „Ich besorge mir die erforderlichen Daten dann aus dem System“, erläutert die 25-Jährige, also aus einer großen Datenbank. Das klingt einfacher, als es angesichts der Menge und Komplexität der Zahlen tatsächlich ist. Für das Auslesen der benötigten Informationen muss Christina Merz die Abfragesprache der Datenbank sicher beherrschen. Meist sind mehrere Mitarbeiter an einer Auswertung beteiligt. „Einer beschafft die Daten, einer bearbeitet sie und einer wertet sie aus“, erläutert sie. Telefonisch stimmen sich die Kollegen über die einzelnen Arbeitsschritte ab.

Diagramme und Tabellen

Der nächste Schritt für Christina Merz besteht in der Aufbereitung der Geschäftszahlen, zum Beispiel in Form von Tabellen oder Diagrammen. Hierbei geht es vor allem um Übersichtlichkeit. „Wir benutzen deshalb oft eine Ampel-Darstellung“, erklärt die Wirtschaftsinformatikerin. Grün ist gut, rot schlecht. Auf Basis der Zahlen entscheiden die Manager des Unternehmens dann, wie es mit dem Konzern weitergehen soll – wo zum Beispiel Einsparungen notwendig sind und wo der Gewinn höher ausfallen muss, um die Kosten zu decken.

Aufgrund ihrer bisherigen Berufserfahrung, aber auch dank ihres Masterstudiums hat Christina Merz beruflich eine gute Perspektive. „Ich habe den Master hauptsächlich angefangen, weil ich Freude am Lernen habe. Aber natürlich erhoffe ich mir auch noch bessere berufliche Chancen“, sagt sie. So könnte sie etwa in die IT-Anwendungsberatung oder in den Vertrieb wechseln. Eine formale Voraussetzung ist ein Mastertitel hierfür zwar nicht, aber bei manchen Firmen und für manche Positionen öffnen sich mit diesem Abschluss doch Türen, die mit einem Bachelor verschlossen sind. Prinzipiell ist für Absolventen auch die Selbstständigkeit eine Option – etwa als Softwareentwicklerin oder als Unternehmensberaterin mit fachlichem Schwerpunkt auf IT. <<

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