Wein­prüfer/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Weinanalytiker

Tätigkeitsfeld:

Gutachter-, Sachverständigentätigkeit

Abgeschlossenes Studium in:

Getränketechnologie und Oenologie

BERUFENET:

Weinprüfer/in

Wir haben viele Winzer als Kunden. Sie bringen zum Teil schon Saft oder Most, meistens aber Wein, um eine Analyse und die entsprechenden Ausbauempfehlungen zu erhalten.

Jeder Jahrgang eine neue Herausforderung

Arbeitsplatz Labor: Der Weinanalytiker Nicolas Link (29) hilft seinen Kunden, die Produktqualität zu steigern. Mittels Analysen ermittelt er die optimale Vorgehensweise bei der Weinbereitung.

Nicolas Link ist bereits seit drei Jahren Geschäftsführer des Standortes Worms der Firma Analytisches Labor Link. „Aber es ist jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung, wenn die ersten Trauben und Moste eintrudeln. Jeder Jahrgang ist anders und verlangt nach einer eigenen Strategie.“

Nach dem Abschluss seines Studiums in Weinbau und Getränketechnologie an der Hochschule Rhein/Main in Geisenheim stieg der heute 29-Jährige in den Familienbetrieb ein. „Wir haben viele Winzer als Kunden. Sie bringen zum Teil schon Saft oder Most, meistens aber Wein, um eine Analyse und die entsprechenden Ausbauempfehlungen zu erhalten.“ Wie hoch ist der Säuregehalt, wie viel Zucker enthält der Wein, wie hoch ist der Sulfitgehalt? Mittels verschiedener Laborgeräte – etwa einem Enzymatik-Vollautomaten – ermittelt Nicolas Link wichtige Parameter von frisch gepresstem Traubensaft sowie vergorenem Wein. Manche Werte, beispielsweise die Gesamtsäure oder die freie schweflige Säure, ermittelt er manuell per Titration: „Das ist die klassische Laborarbeit, wie man sie auch im Studium lernt.“

Den Wein durch Beratung optimieren

Seinen Kunden empfiehlt der Weinanalytiker dann Anbau- und Verarbeitungsmethoden, die dem Wein am besten entsprechen. Er findet etwa heraus, wie viel Zucker im Rahmen der sogenannten Anreicherung dem Most sinnvollerweise zugesetzt werden sollte, um nach der Gärung den gewünschten Alkoholgehalt zu erreichen. Dieser resultiert aus der Menge an Zucker. „Das geschieht allerdings nicht bei Prädikatsweinen, wo diese Maßnahme verboten ist“, ergänzt Nicolas Link. Der Handlungsspielraum des Winzers und der des Analytikers sind im Deutschen Weingesetz und einer EU-Verordnung genau geregelt.

Manche Kunden bringen direkt nach der Lese die ersten Proben ins Weinlabor, andere überreichen Nicolas Link erst den gegorenen Wein zur Schönung. „Das ist dann sozusagen das Feintuning. Ich messe, ob noch trübungsrelevante Eiweiße oder andere Stoffe vorhanden sind. Des Weiteren ermittle ich, mit welchen Behandlungsmitteln man eventuelle sensorische Fehltöne beseitigen kann.“ Zum letzten Mal gehen die Weine der Winzer ins Labor, wenn sie bereits abgefüllt sind. „Damit die Weine etwa die amtliche Prüfungsnummer für Deutsche Qualitätsweine erhalten und somit in den Verkauf kommen dürfen, benötigen sie vor der Prüfung durch die Landwirtschaftskammer auch eine von mir erstellte Analyse.“ Wichtige Werte, beispielsweise Dichte, Alkohol, Zucker, Säure oder Schwefel, sind exakt bestimmt. „Also unterziehe ich die abgefüllten Weine einigen Analysen, auch sensorisch.“

Die richtige Behandlung wertet den Wein auf

Seine Kunden haben großes Vertrauen in die Empfehlungen des Weinanalytikers. „Ich mag die Arbeit mit den Winzern. Ab und zu kommt es vor, dass sie mir einen Wein bringen, der nicht sehr gut schmeckt. Ich finde dann mit der richtigen Behandlung einen Weg, ihn deutlich zu verbessern.“ Erfolgserlebnisse wie diese versüßen dem Weinexperten den Berufsalltag. <<

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