Volks­wirt/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Projektleiter

Tätigkeitsfelder:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Management, Unternehmensführung

Abgeschlossenes Studium in:

Wirtschaftswissenschaften (Bachelor); Internationale Wirtschaft und Governance (Master)

BERUFENET:

Volkswirt/in

Vorab stelle ich mir die Frage, worüber wir diskutieren und was wir mit welchen Mitteln erreichen wollen.

Nach innen und außen vernetzt

Als Projektverantwortlicher in einem Wohlfahrtsverband koordiniert der Volkswirt Tobias Rohlederer (28) die Tätigkeit von Landesverbänden sowie Fachabteilungen und versorgt sie mit Konzepten und Materialien.

Dass Tobias Rohlederer als Volkswirt bei einem kirchlichen Wohlfahrtsverband eine Stelle bekommen hat, die eigentlich für Sozialwissenschaftler ausgeschrieben war, ist aus seiner Sicht kein Widerspruch: Der 28-Jährige hatte schon vor und neben seinem Masterstudium in Internationaler Wirtschaft und Governance an der Universität Bayreuth Praktika bei Wohlfahrtsverbänden, Stiftungen und Entwicklungshilfeorganisationen absolviert – und sich nach dem Abschluss bei entsprechenden Institutionen ebenso beworben wie beim Bundesfinanzministerium. Beim Bundesverband der Diakonie hat er nun die Projektleitung für dessen Jahresthema 2015/16 inne. Das Motto lautet: „Wir sind Nachbarn. Alle.“ Dabei geht es unter anderem um soziale Räume, Eigeninitiative, Teilhabe, Inklusion und Sozialpolitik.

Koordinieren und vernetzen

Im Rahmen des Projekts arbeitet Tobias Rohlederer mit den Landes- und Fachverbänden seines Arbeitgebers ebenso zusammen wie mit den hausinternen Zentren, etwa für Migration und Soziales oder für Familie, Bildung und Engagement: „Alle leisten Beiträge zum Jahresthema: das kann ein Wettbewerb sein, der besonders gelungene Leuchtturmprojekte zum generationenübergreifenden Zusammenleben prämiert, eine Podiumsdiskussion zur Flüchtlingshilfe oder eine Tauschbörse für Kinderkleidung.“ Als Vertreter des Bundesverbandes erstellt er Konzepte und Materialien für die Landesverbände und ist für ihre Vernetzung zuständig. „Ich koordiniere die interne und externe Kommunikation, stelle in Gremien und Konferenzen Konzepte vor, organisiere Veranstaltungen und arbeite mit externen Kooperationspartnern zusammen, etwa einer Marketing-Agentur.“

Komplexe Sachverhalte einfach erklären

Für Gespräche mit Kollegen, der Agentur oder Vertretern der Landesverbände plant er mindestens zwei bis drei Stunden Zeit für die Vor- und Nachbereitung ein: „Vorab stelle ich mir die Frage, worüber wir diskutieren und was wir mit welchen Mitteln erreichen wollen“, erklärt er. „Hinterher fasse ich die Ergebnisse zusammen, ergänze sie und gebe Rückmeldungen.“ Die praktische Umsetzung des Jahresthemas erfordert eine theoretische Auseinandersetzung. Tobias Rohlederer geht verschiedenen Fragen nach: Wie wirken staatliche und private Strukturen, nationale und internationale Institutionen und Akteure zusammen? Dabei kommt ihm nicht nur seine jahrelange ehrenamtliche Projekt- und Gremienarbeit in evangelischen Jugendgruppen zugute, sondern auch seine fachlichen und sprachlichen Fähigkeiten. „Ich kann komplexe Sachverhalte etwa aus wissenschaftlichen Texten auf eine verständliche Ebene bringen, ohne sie zu vereinfachen.“ Es ist nicht nur die Kombination aus Theorie und Praxis, die ihm an seinem Beruf gefällt: „Auch bei den Arbeitsbedingungen, etwa was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf angeht, habe ich Glück gehabt.“

Zu seinen Kollegen gehören beispielsweise Politologen und Bildungsforscher, aber auch Agrarwissenschaftler. „Ich habe hier viele Möglichkeiten, mich beruflich weiterzuentwickeln“, sagt er. „Ich kann zum Beispiel für das Hilfswerk ‚Brot für die Welt‘ im Ausland arbeiten.“ <<

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