Verwalter/in – Land­wirt­schaft

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Landwirtschaftlicher Verwalter und Betriebsleiter

Tätigkeitsfeld:

Management in der Land- und Forstwirtschaft

Abgeschlossenes Studium in:

Agrarwissenschaften

BERUFENET:

Verwalter/in – Landwirtschaft

Bei der Planung muss man das Wetter stets im Blick haben,

Alles im grünen Bereich!

Er ist Unternehmer, Techniker und Führungskraft, fährt aber auch mal Nachtschichten mit dem Schlepper: Als Verwalter und Betriebsleiter in der Landwirtschaft braucht Carlos Rampérez (32) viele Talente.

Um 6 Uhr beginnt für Carlos Rampérez der Arbeitstag. Bevor die Maurer den riesigen Hof pflastern können, verteilt der Verwalter mit dem Teleskoplader Schotter auf die 1.600 Quadratmeter. Ein Traktorist hat Schafmist von einem anderen Betrieb mitgebracht. Diesen kontrolliert Carlos Rampérez. Um 9.30 Uhr klopft das Umweltamt wegen des Schwemmguts des letzten Hochwassers an die Bürotür. Es folgen Besprechungen mit einem Strohspediteur und dem Substratmanager einer Biogasanlage. In den frühen Abendstunden hilft Carlos Rampérez einem Verpächter mit einem Grasmähwerk aus: „Beziehungspflege, das ist auch sehr wichtig.“ Die Auflistung variiert von Tag zu Tag. Gleich bleiben die Telefonate: Bis zu 150 davon führt der 32-Jährige täglich.

Wetterabhängige Arbeit

Der Marktfruchtbetrieb, auf dem Carlos Rampérez als Verwalter arbeitet, ist 650 Hektar groß. Hier werden Weizen, Gerste, Raps, Mais, Zuckerrüben und Roggen angebaut. Im Unterschied zur Tierhaltung bestimmt die pflanzliche Natur den Ablauf: Ernte, Bodenbearbeitung, Aussaat, Pflanzenschutzmaßnahmen stehen je nach Jahreszeit auf dem Plan. Bei Regen herrscht Zwangspause. Später im Jahr transportieren Carlos Rampérez und seine Kollegen das in den Hallen eingelagerte Getreide zu den Mühlen.

„Bei der Planung muss man das Wetter stets im Blick haben, um die Mitarbeiter sinnvoll einsetzen zu können.“ Wenn die Ernte eingeholt wird, gibt es keine geregelte Arbeitszeit von 9 bis 17 Uhr, keine Sonn- oder Feiertage: „In diesen sechs Wochen ist man froh, wenn man genug Schlaf bekommt.“ Was für andere stressig klingen mag, ist für den Verwalter nach wie vor ein Hobby: „Ich lebe für die Landwirtschaft – mir macht das einfach Spaß.“ Sind zwischen Mitte November und Anfang Dezember alle Maschinen winterfest gemacht, beginnt die ruhigere Zeit: „Im Januar ist der Betrieb oft geschlossen – Urlaubszeit.“ Nach der Überwinterung steht Carlos Rampérez wieder in den Startlöchern.

Als landwirtschaftlicher Verwalter und Betriebsleiter plant, organisiert und kontrolliert er nicht nur die Einsätze der Maschinenfahrer. Wenn es eng wird, ist er auch selbst als Springer im Einsatz: „Mal repariere ich Maschinen, mal fahre ich auf dem Schlepper Nachtschichten.“

Es ist wichtig, gut vernetzt zu sein

Die fachliche Kompetenz für seine Leitungsaufgabe hat Carlos Rampérez über sein Studium der Agrarwissenschaften an der Universität Bonn erworben. „Praktische Landwirtschaft lernt man aber von der Pike auf und als Betriebshelfer. Die Ausbildung an der Universität ist dagegen wissenschaftlich. Es geht darum, Probleme zu erkennen und lösungsorientiert anzugehen.“

Der Verwalter schätzt auch den Austausch auf dem Junglandwirte-Stammtisch oder über die Fachgruppe bei einem Instant-Messaging-Dienst: „Fachlich und personell sind das wichtige Umschlagbörsen. Es ist wichtig, gut vernetzt zu sein.“ Eine der anspruchsvollsten Anforderungen ist für Carlos Rampérez die Mitarbeiterführung: „Die Sozialkompetenz muss man einfach mitbringen. Das kann man nicht an der Uni lernen.“ <<

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