Vermessungs­ingenieur/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Standortleiter, Vermessungsingenieur

Tätigkeitsfelder:

Vermessung, Geoinformation; Datenerhebung, -analyse

Abgeschlossenes Studium in:

Geoinformation und Vermessung (Bachelor); Geoinformation und Management (Master)

BERUFENET:

Vermessungsingenieur/in

Man hat mit Planern, Architekten und Behördenvertretern zu tun, klärt Termine ab oder bespricht die Sachlage.

Zwischen Ufermauern und Sediment

Von der Gewässervermessung bis zum klassischen Straßenbau – Daniel Treuner (30) ist Leiter eines Vermessungsbüros und betreut dort ganz unterschiedliche Bauprojekte.

Daniel Treuner ist Vermessungsingenieur bei der Geo Ingenieurservice Group. Das Unternehmen beschäftigt an die 140 Mitarbeiter, die Spezialtechnik einsetzen, um beispielsweise klassische Landvermessungen, Gewässer- und Offshore-Vermessungen oder Seevermessungen mit Echolot durchzuführen. Dabei erheben die Mitarbeiter wichtige Geodaten. Daniel Treuner ist Niederlassungsleiter im fränkischen Schwabach, wo er Projekte abwickelt. Eines davon ist das Münchner Museumsprojekt. Die Frage, der Daniel Treuners Team dabei nachgeht: Wie tragfähig ist die über 100 Jahre alte Ufermauer der Museumsinsel am Deutschen Museum in München? Das Museum wird saniert, Feuerwehr, Baustellenverkehr und Exponattransporte rollen über die kleine Straße. Um zu wissen, ob die Mauer der Belastung standhält, kontrolliert Daniel Treuners Team diese vermessungstechnisch bei einem mehrtägigen Belastungstest.

Die Aufgaben von Vermessungsingenieuren sind ganz unterschiedlich: Typischerweise übernehmen sie etwa Vermessungsarbeiten, die im Straßenbau anfallen, sie können aber sogar per Echolotung die Sedimentablagerung auf dem Grund eines Sees ermitteln. „Wir waren mit der Seevermessung zum Beispiel in Ghana und haben Offshore-Baustellen in Skandinavien betreut“, so Daniel Treuner. Genau diese Vielfalt und die oft kniffligen Spezialaufträge sind es, die den 30-Jährigen nach seinem Studium dazu bewogen haben, in einem Ingenieurbüro zu arbeiten.

Damit verbunden sind aber auch unregelmäßige Arbeitszeiten, weite Anfahrtswege und Übernachtungen außer Haus: „Vor allem bei Baustellen an Straßen oder Bahngleisen kommt es auch zu Einsätzen am Wochenende, da diese dann gesperrt werden, um den Berufsverkehr nicht zu behindern.“ Zimperlich sollte man ebenfalls nicht sein: „Man muss auch mal bei schlechtem Wetter in eine Baugrube klettern und sich handwerklich behelfen können, wenn man im Außendienst Messungen durchführt.“ Auch mit ganz unterschiedlichen Leuten muss er gut kommunizieren können: „Man hat mit Planern, Architekten und Behördenvertretern zu tun, klärt Termine ab oder bespricht die Sachlage.“

Während die Ingenieure im Außendienst mit Tachymeter, Echolot und anderen Geräten Aufmaß von vorhandenen Bauten nehmen oder dort, wo etwas Neues entstehen soll, die geplanten Objekte abstecken, bereiten sie im Innendienst die Projekte vor: Pläne müssen eingeholt und Daten vorbereitet werden. Im Nachgang werden die Daten mit spezieller Software verarbeitet und analysiert. Als Standortleiter ist Daniel Treuner mittlerweile mehr im Büro als auf den Baustellen unterwegs und kümmert sich neben der Projektarbeit auch um Verwaltungsaufgaben und Angebotserstellung. „Sorgfältiges Arbeiten ist ganz wichtig, denn auf unseren Daten wird sprichwörtlich gebaut. Da muss einfach alles passen.“ Sein Handwerk hat er von der Pike auf gelernt: Nach einer Ausbildung zum Vermessungstechniker hat er Geoinformation und Vermessung auf Bachelor studiert. Danach hat er noch den Master Geoinformation und Management drangehängt. <<

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