Verkehrs­flug­zeug­führer/in (ATPL (A)); Co-Pilot/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Co-Pilot, Referent für Kommunikation

BERUFENET:

Verkehrsflugzeugführer/in (ATPL (A)); Co-Pilot/in

Mit dem Frachtflugzeug steuert man auch exotischere Ziele abseits der üblichen Passagierrouten an.

Traumberuf Pilot

Hongkong, Dakar, New York – Benjamin Kedziora (30) hat schon etliche Ziele rund um den Globus angeflogen. In einer Boeing 777 transportiert der Verkehrsflugzeugführer die verschiedensten Frachten von Kontinent zu Kontinent.

Der größte Unterschied zum Passagierverkehr? „Mit dem Frachtflugzeug steuert man auch exotischere Ziele abseits der üblichen Passagierrouten an“, sagt Benjamin Kedziora, Co-Pilot bei Lufthansa Cargo, „Dakar, Nairobi oder Quito zum Beispiel.“ Darunter sind auch mal Ziele mit schwierigeren Anflugverfahren – so wie im bergigen Quito, das mitten in den Anden liegt. Die Fracht macht für den Verkehrsflugzeugführer jedoch kaum einen Unterschied – außer natürlich, es handelt sich um Tiere, für die eine bestimmte Temperatur im Frachtraum eingestellt werden muss, oder um Gefahrgut, bei dem spezielle Vorgaben beachtet werden müssen. In letzterem Fall werden die Flugzeugführer vor dem Start über die Gefahrenklasse und den genauen Ort informiert, an dem die Ware im Frachtraum verstaut ist.

Arbeitsteilung in der Luft

Vor dem Flug trifft sich Benjamin Kedziora mit dem Kapitän zu einem Briefing. Gemeinsam gehen sie die Flugunterlagen durch, in denen Wetterdaten, Route und besondere Vorkommnisse wie ein gesperrter Luftraum festgehalten sind. Anhand dieser Daten entscheiden sie, wie viel Kerosin getankt wird. Direkt vor dem Abflug checkt er noch einmal die Systeme im Cockpit, während der Kapitän beim sogenannten „Outside Check“ den technischen Zustand des Flugzeugs von außen prüft. Auch in der Luft teilen sie sich die Arbeit. Im Cockpit sind sie immer zu zweit – einer fliegt, der andere überwacht die Systeme und kümmert sich um den Funkverkehr. „Man spricht vom Pilot Flying und vom Pilot Monitoring“, erklärt er. „Wir wechseln uns ab, nicht nur der Kapitän darf fliegen."

Nach einem Flug geht es für die Piloten am Zielort erst nach einer gewissen Ruhezeit wieder weiter. Das dauert je nach Flughafen und abhängig von den Frachtaufträgen ein bis vier Tage. Dann fliegen sie etwa wieder nach Deutschland, mit neuer Ware im Frachtraum.

Langer Weg zum Kapitän

Die Berufsausbildung zum Verkehrsflugzeugführer absolvierte Benjamin Kedziora an einer privaten Flugschule. Generell kann sie auch bei großen Luftverkehrsunternehmen gemacht werden. Sie ist jedoch immer mit durchaus hohen Kosten verbunden, die entweder sofort anfallen oder die nach Einstieg ins Berufsleben an das jeweilige Unternehmen zurückbezahlt werden.

Vier Jahre lang flog er dann kleinere Passagiermaschinen, schließlich wechselte er in den Frachtflugbetrieb. „Damit ist ein Traum für mich wahr geworden“, sagt er. Am Ziel ist er damit aber noch nicht: Wie alle Piloten will auch Benjamin Kedziora eines Tages Kapitän werden. „Ginge es nur nach der Mindestzahl an Flugstunden, könnte ich das schon seit fünf Jahren sein“, sagt er. Bis eine Stelle frei wird, kann es aber dauern.

Wenn er nicht in der Luft ist, übernimmt Benjamin Kedziora zusätzlich Tätigkeiten in anderen Aufgabenbereichen. Als Referent für Kommunikation unterstützt er die PR-Abteilung seines Arbeitgebers, wann immer die Fachkenntnisse eines Piloten gefragt sind. Mehrmals im Jahr organisiert er zudem Vernetzungstreffen für die Mitarbeiter. „Dort können sie sich untereinander austauschen“, sagt er. „Gerade die Piloten haben sonst wenig Kontakt zu den anderen Abteilungen.“ <<

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