Umwelt­informatiker/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Referent für Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz

Tätigkeitsfeld:

IT-Koordination, -Organisation, -Management

Abgeschlossenes Studium in:

Umweltinformatik

BERUFENET:

Umweltinformatiker/in

Wir müssen nachweisen, dass alles sicher entsorgt wurde und vor allen Dingen ins Recycling geht. Für die Erfassung der Daten gibt es eine Software.

Alles für die Ressourcen

Umweltinformatiker Cagdas Girgin (29) arbeitet bei einem großen Transportunternehmen daran mit, dass Ressourcen effizient genutzt und Abfälle möglichst sinnvoll wiederverwendet werden.

Cagdas Girgin arbeitet bei der Deutschen Bahn AG als Referent für Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz. Gleich nach seinem Studienabschluss fing er als Praktikant im Unternehmen an und wurde dann in eine Festanstellung übernommen. „Anfangs war ich für das Abfallmanagement zuständig“, erzählt der 29-Jährige – bei einem Unternehmen dieser Größe ist das ein wichtiges Thema. „Mein Arbeitgeber zählt zu den größten Abfallerzeugern Deutschlands. Durch die zahlreichen Bauprojekte entstehen zum Beispiel große Mengen an Bauabfällen, und an Bahnhöfen fallen Siedlungsabfälle an“, erläutert er. „Wir müssen nachweisen, dass alles sicher entsorgt wurde und vor allen Dingen ins Recycling geht. Für die Erfassung der Daten gibt es eine Software.“ Für die Administration dieses Programms war er selbst eine Zeit lang zuständig – er hat zum Beispiel sogenannte Erzeugernummern angelegt oder die Bediener geschult. Um sich in diesem komplexen Thema zurechtzufinden, besuchte er vorher einige Workshops zum Thema Abfallrecht.

Viele Wege offen

Cagdas Girgin hat Umweltinformatik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin studiert. „Ich hatte mich damals für diesen Bachelorstudiengang entschieden, weil das Thema Zukunft hat und Erneuerbare Energien und Umweltinformatik mir bis heute sehr wichtig sind. Das Studium umfasst die Bereiche Informatik, Mathematik, Betriebswirtschaftslehre, Umweltmanagement und Umweltverfahrenstechnik“, erklärt er. Den Absolventen stehen später verschiedene Wege offen. „Manche meiner Kommilitonen haben sich zum Beispiel auf Erneuerbare Energien spezialisiert. Mich hat der Umweltschutz interessiert“, sagt Cagdas Girgin.

Die Nachhaltigkeit im Fokus

Mittlerweile liegt sein Tätigkeitsschwerpunkt auf dem Ressourcenmanagement. Zu den Ressourcen zählen etwa Stahl, Kupfer oder Aluminium. Solche Rohstoffe werden zum Beispiel benötigt, um Bahnschienen oder Züge zu produzieren. Der Umweltinformatiker muss die Preisentwicklungen der Rohstoffe im Auge behalten und wissen, welche Rohstoffe überhaupt wofür benötigt werden. Datenmanagementsysteme sind sein wichtigstes Werkzeug, um dabei den Überblick zu behalten. „Ich habe zum Beispiel ein Tool entwickelt, das den ökologischen Fußabdruck von Rohstoffen bemisst“, sagt er.

Cagdas Girgin beobachtet den Markt nicht nur aus der Sicht eines Käufers, sondern auch eines Verkäufers. „Wir haben im Jahr bis zu sechs Millionen Tonnen Abfälle und legen den Fokus neben der hohen Recyclingquote auf eine geschlossene Kreislaufwirtschaft“, erzählt er. So kann man beispielsweise Schotter recyceln und wieder in das bestehende Gleisnetz zurückführen. Steine, die sich nicht wieder einsetzen lassen, werden aussortiert und verkauft, damit man sie an anderen Stellen wiederverwenden kann, etwa im Straßenbau als Splitt oder Brechsand. Dies führt zu einem nachhaltigen Umgang mit wertvollen Rohstoffen und entlastet die Umwelt. <<

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