Ton­meister/in / Ton­ingenieur/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Tonmeisterin

Tätigkeitsfelder:

Veranstaltungs-, Kamera- und Tontechnik; Theater-, Film- und Fernsehproduktion

Abgeschlossenes Studium in:

Zeitabhängige Medien / Sound – Vision – Games, Teilstudiengang Sound/Vision

BERUFENET:

Tonmeister/in / Toningenieur/in

Meine Aufgabe ist es, die Töne und Musik in Tontechnik zu übersetzen.

Der richtige Ton zur rechten Zeit

Wie kommen der Klang von Vogelgezwitscher oder Regenprasseln in einen Theatersaal? Dafür sorgt Yue Liu (27). Die Tonmeisterin kümmert sich um Musik, Töne und darum, dass die Zuschauer die Schauspieler gut verstehen.

Während der Hauptproben und der Aufführungen herrscht bei Yue Liu vollste Konzentration. Sie sitzt im Theatersaal in einem abgetrennten Tonregieraum und spielt die gewünschten Melodien, Geräusche oder Stimmen zu. Dabei zeigen ihr beispielsweise ein Stichwort im Text, die Geste eines Schauspielers oder ein Lichtwechsel den richtigen Zeitpunkt an. „Oft geht das nur auf Sicht, deswegen kann ich nicht alles einfach vorher aufzeichnen und während des Stücks automatisch abspielen lassen“, erklärt die Tonmeisterin. Das war am Theater in Pforzheim so, wo sie bisher gearbeitet hat, und wird wohl auch an ihrer neuen Arbeitsstätte, dem Meininger Theater, so laufen.

Mischpult, Mikrofon und Lautsprecher

Vor der eigentlichen Aufführung liegt jede Menge Vorbereitung für die Tonmeisterin. Der erste Schritt ist die Vorbesprechung mit dem künstlerischen Leiter beziehungsweise Regisseur. „Meine Aufgabe ist es, die Töne und Musik, die diese im Kopf haben, in Tontechnik zu übersetzen“, beschreibt Yue Liu ihre Aufgabe. Dann produziert sie das Gewünschte oder sucht im Archiv danach. Archivmaterial muss sie unter Umständen bearbeiten. Für Neuaufnahmen gibt es im Theater in der Regel ein Tonstudio. Dort kann sie zum Beispiel Sprachaufnahmen für sogenannte Zuspieler erstellen.

Die Hauptarbeitsmittel der Tonmeisterin sind Mischpult und die Digital Audio Workstation, ein Rechner mit spezieller Hard- und Software für Aufnahme, Produktion und Abmischen. Außerdem kümmert sich Yue Liu um die Mikrofone der Schauspieler und Sänger sowie um die Lautsprecher im Zuschauerraum. Deswegen ist ein gewisses technisches Verständnis für diesen Beruf notwendig. Neben einem guten Gehör sind ihrer Meinung nach auch musikalische Kenntnisse nicht verkehrt: „Wenn man Noten und eine Partitur lesen kann, kann man einem Stück viel genauer folgen.“

Schichtwechsel mit Kollegen

Das technische wie auch kreative Wissen hat sich Yue Liu in ihrem Bachelorstudium der Tontechnik in Peking und dem Masterstudiengang Sound/Vision an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg erworben. Ihre Kommilitonen arbeiten teils an der Oper, machen beim Film das Sounddesign oder sind Musikproduzenten geworden. Theoretisch könnte Yue Liu auf der ganzen Welt in ihrem Beruf arbeiten. „Die Grundlagen der Tontechnik funktionieren überall gleich“, so die 27-Jährige.

Ähnlich wären wahrscheinlich auch die Arbeitszeiten, denn Theateraufführungen finden meist abends und am Wochenende statt. Ein/e Tonmeister/in alleine kann diese Zeiten nicht abdecken. Deswegen teilen sich beispielsweise in Meiningen Yue Liu und zwei Kollegen über einen festgelegten Dienstplan die Arbeit. Einen Vorteil haben die Tonmeister jedoch in Sachen Arbeitszeit: In der Spielpause im Sommer haben sie bis zu sechs Wochen frei. <<

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