Theo­loge/Theo­login – jüdisch; Judaist/in; Wissen­schaftliche/r Mit­arbeiter/in (Hoch­schule)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Wissenschaftlicher Mitarbeiter Jüdische Theologie

Tätigkeitsfelder:

Lehrtätigkeit an Hochschulen; Wissenschaftliche Forschung

Abgeschlossenes Studium in:

Jüdische Studien

BERUFENET-Suchbegriffe:

Theologe/Theologin – jüdisch; Judaist/in; Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (Hochschule)

Ich mag die Arbeit mit der Hebräischen Bibel.

Junges Fach mit Tradition

Der Judaist Daniel Vorpahl (36) forscht und lehrt im Bereich jüdische Theologie. Seine Leidenschaft und sein Forschungsinteresse gelten insbesondere der Hebräischen Bibel.

Daniel Vorpahl arbeitet am Abraham-Geiger-Kolleg, einem Teil der School of Jewish Theology, die wiederum zur Universität Potsdam gehört. Die 2013 eröffnete Bildungseinrichtung ist der einzige Ort in ganz Europa, an dem man Jüdische Theologie studieren kann. Sie bildet Rabbiner und Rabbinerinnen sowie Kantoren und Kantorinnen in Bachelor- und Masterstudiengängen aus. Diese stehen allen Interessierten offen – unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Zu den Themen des Studienfachs gehören unter anderem die Geschichte der Beziehungen zwischen Judentum, Christentum und Islam, Jüdische Philosophie oder Rabbinische Literatur. Außerdem werden die Sprachen Hebräisch und Aramäisch unterrichtet – die brauchen die Studierenden, wenn sie sich mit antiken oder neuzeitlichen Quellentexten beschäftigen.

20 Stunden Lehre, 20 Stunden Forschung

Auch Daniel Vorpahl befasst sich an der School of Jewish Theology mit Jüdischer Theologie: 20 Stunden pro Woche arbeitet der 36-Jährige dort als Dozent am Lehrstuhl für Hebräische Bibel und Exegese, weitere 20 Stunden widmet er am Sitz des Kollegs in Berlin seiner Doktorarbeit im Fach Judaistik.

„Ich unterrichte gern“, sagt er. „Mit guter Lehre kann ich meinen Teil zur Bildung junger Menschen beitragen.“ Regelmäßig hält er Einführungskurse über die Hebräische Bibel. Wenn er seinen Unterricht vorbereitet, orientiert er sich aber auch daran, was die Studierenden besonders interessiert. „Mein letztes Seminar drehte sich zum Beispiel um die antike und mittelalterliche Auslegung der Hebräischen Bibel“, erzählt er. „Im kommenden Semester biete ich ein Seminar über das Männerbild der biblischen und rabbinischen Literatur an.“ Neben dem Unterricht gehören aber auch die Forschung und Verwaltungstätigkeiten zu seinen Aufgaben am Lehrstuhl.

Die Bibel als Wissenschaftler lesen

Nachdem Daniel Vorpahl an der Universität Potsdam Jüdische Studien, Religionswissenschaft und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft studiert hatte, ließen ihn alle drei Fächer nicht mehr los – er suchte nach einer Tätigkeit, bei der er als Judaist alle drei Disziplinen verbinden konnte. Dass er promovieren wollte, stand für ihn fest.

Ein Promotionsstipendium half in der Übergangszeit nach seinem Abschluss, in der er zunächst als Lehrbeauftragter an der Freien Universität Berlin und der Universität Potsdam arbeitete. „In dieser Zeit habe ich mich um Tagungen, Publikationen und Kontakte bemüht, um im Wissenschaftsbetrieb Fuß zu fassen“, erzählt er. Über diese Kontakte und Empfehlungen kam Daniel Vorpahl schließlich zu seiner heutigen Stelle; 2013 unterschrieb er am Abraham-Geiger-Kolleg seinen Arbeitsvertrag.

„Ich mag die Arbeit mit der Hebräischen Bibel“, sagt er. „Methoden der Literaturwissenschaft auf Bibeltexte anzuwenden kann sehr ergiebig sein.“ Für einen Teil seiner Seminare wählt er Themen, die nah an seiner Doktorarbeit liegen: Darin geht es um den Propheten Jona. Die flexible Zeiteinteilung kommt ihm bei seiner Tätigkeit entgegen: „Ich kann auch während der Woche relativ viel Zeit mit unserem Kind verbringen.“ <<

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