Textil­designer/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Freiberufliche Textildesignerin

Tätigkeitsfeld:

Textil- und Bekleidungsdesign

Abgeschlossenes Studium in:

Textildesign

BERUFENET:

Textildesigner/in

Ich freue mich jedes Mal, wenn ein Design in die Kollektion aufgenommen wird.

Ein buntes Brainstorming

Nicole Honer (26) ist freiberufliche Textildesignerin. Aus den losen Vorgaben der Auftraggeber entwickelt sie mit Skizzenblock und Computer neue Designvorlagen. Ihr wichtigstes Werkzeug aber ist die Kreativität.

Ein Tupfen, zwei Tupfen, drei Tupfen; vervielfältigen, drehen, spiegeln, einfärben – so entsteht eines der allzeit beliebten Animal-Muster. Neben diesen entwickelt Nicole Honer auch Blumenmuster, Federmuster, Paisley-Muster und vieles mehr für ihre Auftraggeber. Die 26-Jährige ist freiberufliche Textildesignerin. „Das Wichtigste ist für mich, meinem Traum und meinem Wunsch zu folgen und das zu designen, was ich will.“ Die Münchnerin hat an der Hochschule in Münchberg Textildesign studiert. „Ich wollte etwas Kreatives machen“, erklärt sie ihre Motivation. Auch ein Modedesign-Studium wäre infrage gekommen. Aber im Textildesign, so ist sie überzeugt, habe man einfach mehr berufliche Möglichkeiten. „Man kann auch technische Textilien oder Funktionstextilien entwerfen.“

„Zu hundert Prozent meins“

Nach dem Abschluss arbeitete Nicole Honer drei Jahre als Designerin für einen Accessoire-Hersteller für Tücher, Schals und Taschen. Dann wagte sie den Sprung in die Freiberuflichkeit. „Anfangs hatte ich nebenher noch einen Halbtagsjob, um schrittweise in die Selbstständigkeit überzugehen.“ Die Arbeitsbelastung in dieser Zeit war hoch – und ist es auch heute noch. Freie Tage nimmt sie sich nur wenige. „Das ist momentan schon sehr intensiv. Aber ich weiß: Das, was ich mache, ist zu hundert Prozent meins.“

Trendrecherche ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. Oft bekommt sie von ihren Auftraggebern genaue Aufgaben oder ein Trendbuch, in dem Stimmungscollagen der Trends der kommenden Jahre abgebildet sind. „Das sind Tupfen, Bilder, Farben, Formen, Fotos von Laufstegen und mehr. Daraus entsteht in meinem Kopf eine Idee – ich weiß, welche Farbe und welche Technik ich verwende, und lege los.“ Die Textildesignerin zeichnet dann Blumen, Blätter, grafische Formen, Streifen und mehr. „Das ist zunächst ein buntes Brainstorming. Ich zeichne, sortiere aus, ergänze und zeichne neu.“ Handgezeichnete Elemente sind ihr besonders wichtig, denn so entstehen Designs mit einem ganz persönlichen Look. Diese scannt sie dann ein und bearbeitet sie am Computer weiter. Dank einer zusätzlichen Ausbildung im Bereich Grafikdesign an einer Abendschule hat sie ihre Softwarekenntnisse aus der Studienzeit noch erweitert.

Mit Portfolio auf Messen

„Es gibt grob gesagt zwei Arten von Designs: ein All-over- und ein platziertes Design. Beim All-over-Design vervielfältige ich ein Muster ins Unendliche, beim platzierten Design steht das Motiv im Zentrum“, erklärt Nicole Honer. Hat sie ein Design so weit ausgearbeitet, dass sie damit zufrieden ist, sendet sie es als Datei an den jeweiligen Auftraggeber. „Ich freue mich jedes Mal, wenn ein Design in die Kollektion aufgenommen wird.“

Die Freiberuflerin ist auch regelmäßig auf Fachmessen anzutreffen. Dort hält sie sich nicht nur über neue Trends auf dem Laufenden, sondern hat auch ihr Portfolio dabei, um potenzielle neue Auftraggeber zu überzeugen. „Man muss am Ball bleiben. Kontakte sind in meiner Branche das A und O.“ Natürlich sei es toll, „wenn ein großer Auftraggeber deine Arbeit möchte“. Aber noch wichtiger ist Nicole Honer, dass sie selbstbestimmt arbeiten kann. <<

http://bfi.plus/59271