Tanz- und Bewegungs­therapeut/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Bewegungstherapeutin

Tätigkeitsfeld:

Nichtärztliche Behandlung, Therapie

Abgeschlossene Ausbildung als:

Gymnastiklehrerin

BERUFENET:

Bewegungstherapeut/in

In unseren Videos präsentieren meine Kollegen und ich Übungen.

Zur Bewegung motivieren

Anne Müller (26) bringt Menschen ins Schwitzen. In einer Rehaklinik gibt die Bewegungstherapeutin verschiedenen Gruppen bewegungstherapeutische Trainingseinheiten vor.

Nach ihrem Abitur hat sich Anne Müller für eine dreijährige Ausbildung zur staatlich geprüften Gymnastiklehrerin an der Präha Anna Herrmann Schule in Kerpen entschieden. Die Ausbildung beinhaltet gleichzeitig mehrere Zertifikate im Bereich Rückenschule, Pilates, Aerobic, Entspannung, Nordic Walking, Sport- und Bewegungstherapie. Nun arbeitet die 26-Jährige als Bewegungstherapeutin im Ambulanten Therapiezentrum der RPP, zugehörig zum Klinikum Oberberg. „Ich gebe Kurse in Wirbelsäulengymnastik und Entspannung und biete Rückenschulkurse, Wassergymnastik sowie Bewegungstherapien für Menschen mit künstlichen Knie- oder Hüftgelenken an. Und ich unterrichte Rehasportgruppen“, zählt Anne Müller auf.

Außerdem führt sie medizinische Trainingstherapien mit Sequenzgeräten und Herz-Kreislauf-Trainings durch. „Die Menschen, die zu uns kommen, sind meist ambulante Reha-Patienten, aber auch Kursteilnehmer, die nach einer Reha bewegungstechnisch am Ball bleiben wollen.“

Empathie und Geduld

In den 45 Minuten, die ein Kurs in der Regel dauert, bringt Anne Müller ihre bis zu zehn Kursteilnehmer ordentlich ins Schwitzen – Motivationstalent und Geduld sind dabei neben ihrem Fachwissen die wichtigsten Voraussetzungen. „Und man muss extrovertiert sein und darf keine Angst davor haben, sich vor den Leuten zum Clown zu machen. Es bringt nichts, wenn man sich vorn hinstellt und verschämt mit leiser Stimme spricht“, sagt Anne Müller. Gerade im Reha-Bereich sind die meisten Kursteilnehmer Rentner. Oft wurde den Kursteilnehmern die Therapie ärztlich verschrieben, sodass es an Motivation fehlt. Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit, Gruppen anzuleiten, sind hierbei wichtig. Um alte Raster zu durchbrechen und ihre Patienten zu animieren, denkt Anne Müller sich auch neue Übungen aus. „Ich bin selbst immer in Action und lebe das meinen Kursteilnehmern vor, um ihre Begeisterung für die Bewegung zu wecken.

Informationsgespräche

Ihre Arbeit ist in Früh- und Spätschichten organisiert, die auf eine 39-Stunden-Woche verteilt sind. „Meist arbeite ich zweimal spät von 11.30 bis 20 Uhr und die restliche Woche von 7 bis 15.30 Uhr“, sagt Anne Müller. Da es auch möglich ist, nur halbtags zu arbeiten, sieht sie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als durchaus gegeben an. Ihre Kollegen sind diplomierte Sportwissenschaftler/innen und vor allem Physiotherapeuten/-therapeutinnen.

Neben der Kursleitung übernimmt Anne Müller auch die Organisation von Rehasportgruppen. „Ich führe Informationsgespräche mit neuen Patienten, erkläre ihnen den Ablauf der Kurseinheiten und teile sie in die rund 45 laufenden Kurse ein“, so die Bewegungstherapeutin. Außerdem pflegt sie den YouTube-Kanal der Reha-Einrichtung. „In unseren Videos präsentieren meine Kollegen und ich Übungen, um die Kursteilnehmer auch nach dem Besuch einer unserer Kurse für das regelmäßige Training daheim zu motivieren.“

Alternative Arbeitsplätze für die Bewegungstherapeutin fänden sich beispielsweise in Tanzschulen, Bewegungskindergärten oder auch auf einem Kreuzfahrtschiff. <<

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