Sucht-, Drogen­berater/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Suchtberaterin

Tätigkeitsfelder:

Psychologische Analyse, Beratung, Therapie; Sozialberatung und -arbeit

Abgeschlossenes Studium in:

Soziale Arbeit

BERUFENET:

Sucht-, Drogenberater/in

Rückschläge darf man auf keinen Fall persönlich nehmen.

Therapieziel: Abstinenz

Katharina Steger (26) hilft als Suchtberaterin Menschen in der Justizvollzugsanstalt, zu einem Leben ohne Sucht zurückzufinden.

Eine völlig andere Welt. So kam Katharina Steger der Alltag in der Justizvollzugsanstalt vor, als sie die ersten Male beruflich „hinter Gittern“ war. „An die Abläufe, die Strukturen muss man sich erst mal gewöhnen“, erzählt die 26-Jährige. Seit zwei Jahren arbeitet sie nun im Suchthilfezentrum in Nürnberg. Ihre Hauptaufgabe ist die externe Suchtberatung in der JVA. Sie hilft Menschen, ihre Sucht hinter sich zu lassen. Für viele ist es die Grundlage, nach der Haft wieder in ein geregeltes Leben zurückzukehren. In ein Leben ohne Straftaten.

Jede Sucht ist anders“

Katharina Steger hat Soziale Arbeit an der Technischen Hochschule in Nürnberg studiert. Schon während des Studiums hat sie die Vertiefungsbereiche Resozialisierung und Gefährdetenhilfe sowie Gesundheits- und Suchtkrankenhilfe gewählt. „Der Bereich hat mich einfach am meisten interessiert.“ Viel mehr als etwa die Kinder- und Jugendhilfe. Ihre jetzige Tätigkeit hat sie darin nur bestätigt. „Der Beruf ist enorm spannend. Man hat mit so vielen unterschiedlichen Menschen zu tun, jeder hat eine andere Geschichte. Deshalb ist auch jede Sucht anders.“

Die Beratung beruht auf Freiwilligkeit. Manchmal gehen Menschen zwar auch auf Drängen von Verwandten zur Beratung, oder um Auflagen der Justiz zu erfüllen – „aber auch das kann eine Motivation sein“, erklärt Katharina Steger. „Ich arbeite mit dem, was da ist, und versuche dann im Laufe der Sitzungen, die Motivation weiter zu stärken.“ Der erste Termin ist ein Kennenlernen. „Ich stelle zunächst meine Arbeit vor und mache klar, dass ich der Schweigepflicht unterliege.“ Dann beginnt sie mit der Anamnese. „Ich versuche mir ein möglichst genaues Bild zu machen: Aus welchem sozialen Umfeld stammt der Klient, welche Straftat hat er begangen und was steckt dahinter?“

Mit der Zeit tastet sich Katharina Steger weiter vor, versucht herauszufinden, wie die Sucht angefangen hat, was der Auslöser war und welche Funktion die Sucht erfüllt. „Dann schaue ich gemeinsam mit dem Klienten, wie man jetzt mit der Sucht umgehen kann. Und wir stecken Ziele für die Zeit nach der Haft.“ Hauptziel ist natürlich die Abstinenz. „Aber man muss sich von Beginn an im Klaren darüber sein, dass das ein langer Weg ist, mit vielen Hochs und Tiefs“, erzählt die 26-Jährige. „Rückschläge darf man auf keinen Fall persönlich nehmen. Das fällt am Anfang natürlich schwer.“

Der Austausch mit Kollegen ist deshalb in ihrem Beruf besonders wichtig. „Wir haben regelmäßig Teamsitzungen, bei denen wir auch Fälle besprechen, die uns besonders beschäftigen. Bei den Klienten bin ich ja meist alleine.“ Doch gerade diese Eigenverantwortlichkeit schätzt Katharina Steger an ihrem Beruf.

Unvoreingenommen auf Menschen zugehen

Unvoreingenommen, tolerant und verständnisvoll sollten Suchtberater sein, findet die Suchtberaterin. „Man muss sich in die Lebenswelt der Menschen reindenken können. Und man braucht viel Geduld.“ Viele ihrer Kollegen haben Soziale Arbeit studiert, doch auch Psychologen und Psychotherapeuten sind darunter. Eine therapeutische Zusatzausbildung käme für Katharina Steger ebenfalls infrage. „Damit könnte ich tiefer in die Therapie einsteigen.“ <<

http://bfi.plus/9038