Street­worker/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Streetworker

Tätigkeitsfeld:

Sozialberatung, -arbeit

Abgeschlossenes Studium in:

Soziale Arbeit

BERUFENET:

Streetworker/in

Als Streetworker muss ich auf Jugendliche zugehen können. Wer nicht authentisch ist, hat keine Chance.

Arbeitsplatz Straße

Sozialarbeiter Christoph Reineke (30) sucht als Streetworker Jugendliche an ihren Treffpunkten im Stadtteil auf. Er hilft ihnen bei persönlichen Problemen und bietet Gespräche, Konfliktschlichtung sowie Einzelfallhilfe an.

Für viele Jugendliche ist das eigene Stadtviertel ein Zuhause, aus dem sie sich kaum herausbewegen. In der Clique finden sie ihre Identität und durchleben auch Konflikte, die sie manchmal nicht allein bewältigen können. Streetworker wie Christoph Reineke kennen die Probleme, mit denen Jugendliche konfrontiert sind. „Wir sind in der Nähe, bieten ihnen das Gespräch an und begleiten ein Stück weit ihren Alltag“, sagt der 30-Jährige. Er arbeitet als Streetworker beim Verein für akzeptierende Jugendarbeit e.V. (VAJA) in Bremen und sucht die Jugendlichen dort auf, wo sie sich aufhalten. „Das bedeutet: Sie müssen nirgendwo hingehen, um bei Bedarf ein Gespräch oder Hilfe zu erhalten“, erläutert er. „Wir gehen hin.“ Bestimmte Orte im Osten der Stadt sowie das Bremer Ausgehviertel sind Christoph Reinekes Einsatzgebiet. Zusammen mit zwei bis drei studentischen Mitarbeitern zeigt er dort Präsenz: immer zu bestimmten Zeiten und stets an denselben Orten. Er arbeitet vor allem nachmittags, bietet seine Hilfe aber auch freitags und samstags bis tief in die Nacht vor den Discotheken an.

„Wir platzen nie rein“

Seinen guten Draht zu den Jugendlichen baute Christoph Reineke schon während seines Bachelorstudiums der Sozialen Arbeit an der Hochschule Bremen auf. Bereits damals arbeitete er für den Jugendhilfeverein und ging vor allem zu Jugendlichen, die am Bahnhof ihre Freizeit verbrachten. „Als Streetworker muss ich auf sie zugehen können“, betont er. „Wer sich verstellt und nicht authentisch ist, hat keine Chance.“ Gespräche schaffen ein erstes Vertrauensverhältnis; oft stellen die Jugendlichen und der Streetworker dabei fest, dass sie sich für ähnliche Dinge interessieren und zum Beispiel einen ähnlichen Musikgeschmack haben. „Bei alledem kommuniziere ich aber klar, warum ich da bin“, erläutert er. „Ich erkläre meine Funktion und was ich für sie tun kann.“ Abgewiesen wurde er noch nie. „Ich platze nicht rein“, sagt er. „Es ist wichtig, dass die Jugendlichen merken: Den schickt niemand. Er fordert nichts.“

Vertrauen – wichtig für die Einzelfallhilfe

Christoph Reineke gibt ihnen auch seine Handynummer, unter der sie sich bei ihm melden können. Das tun sie mittlerweile auch: Vor Kurzem rief ihn zum Beispiel ein Jugendlicher an, der nicht wollte, dass sein Vater ihn zu einem Gerichtstermin begleitet. Das übernahm dann der Streetworker. „Es gehört zu meinem Aufgabenbereich“, sagt Christoph Reineke. „Einzelfallhilfe ist ein großer Bestandteil unseres Jobs.“ Manchmal bringt er auch Täter und Opfer nach einem Konflikt zusammen, um diesen außergerichtlich zu lösen. Und manchmal kann er auch einen Job vermitteln.

Der Streetworker erledigt zudem Büroarbeit: Er dokumentiert etwa seine Einsätze und koordiniert Dienstpläne. Außerdem organisiert er Quartiersfeste und nimmt Termine mit Sozialträgern oder bei Gericht wahr. Mit seiner Arbeit will er den Jugendlichen ein Stück Kontinuität bieten. „Manch einem hilft schon ein Ratschlag, wenn er Probleme mit der Freundin hat.“ <<

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