Statiker/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Tragwerksplaner/Statiker

Tätigkeitsfeld:

Bauplanung, -leitung

Abgeschlossenes Studium in:

Bauingenieurwesen

BERUFENET:

Statiker/in

Bei der Suche nach mathematischen Lösungen braucht man eine große Portion Kreativität.

Ein sicheres Standbein

Wenn Christian Rotter (32) in Nürnberg U-Bahn fährt, ist er ein bisschen stolz: An Teilen des Tunnels hat er mitgearbeitet. Als Tragwerksplaner sorgt er dafür, dass Bauwerke unter und über der Erde sicher stehen.

Schon in der Entwurfsphase von Tunneln und Brücken sind Christian Rotter und seine Kollegen mit dabei: „Wir bekommen die Entwürfe, müssen prüfen, ob die Bauten hinsichtlich der Materialien und des Umfelds realisierbar sind, und berechnen deren Standsicherheit und Stabilität.“ Auch die folgenden Bauabschnitte begleiten sie, indem sie beispielsweise die Bau- und Werkstoffe hinsichtlich ihrer physikalischen Eigenschaften auswählen. Da sein Arbeitgeber, die K+S Ingenieur-Consult GmbH & Co. KG, an großen Ingenieurbauprojekten beteiligt ist, arbeitet der 32-Jährige über den Bauherren mit Ingenieuren und Experten verschiedenster Fachrichtungen zusammen: Geotechnik-Ingenieure etwa untersuchen den Baugrund, Bauphysiker prüfen und verbessern die Baustoffe.

Rechnen und programmieren

Der Bauherr übermittelt dem Tragwerksplaner oder Statiker, wie er weitläufig genannt wird, die Daten und Unterlagen, die dieser braucht, um sämtliche Belastungen, denen das Bauwerk unterworfen sein wird, zu analysieren. „Ich arbeite sehr viel am Rechner – mit Statiksoftware. Dabei muss ich teilweise programmieren. Für jede Statik schreibe ich ein Gutachten, in dem ich genau darlege, was ich wie berechnet habe. Das ist vergleichbar mit dem Schreiben einer Bachelorarbeit“, erläutert Christian Rotter, der nach einer Ausbildung im Gerüstbau seinen Bachelor und Master in Bauingenieurwesen an der Technischen Hochschule in Nürnberg gemacht hat. Schon während des Masterstudiums hat er bei einem Pflichtpraktikum Auslandserfahrung in der Schweiz gesammelt. Auch sein Arbeitgeber ist international tätig, die Projekte werden jedoch vorwiegend von Deutschland aus betreut. „Die Projektleiter müssen aber teilweise auf die Baustellen im Ausland oder zu den Bauträgern vor Ort reisen.“

Kreativ bei der Suche nach Lösungen

Christian Rotter steht im ständigen Austausch mit seinem Projektleiter und den Kollegen im Büro. Gemeinsam müssen laufend neue Herausforderungen geknackt werden. „Das Spannende an dem Beruf ist, dass bei vielen Projekten neue Verfahren angewandt werden. Aktuell arbeiten wir mit veränderten Brandschutzbestimmungen für Tunnel. Ich muss ein völlig neues Rechenverfahren entwickeln, das die physikalischen Einwirkungen auf die Baustoffe erfasst.“ Leistungsbereitschaft, Problemlösungsfähigkeit, ein Interesse für detailliertes Arbeiten sowie Teamfähigkeit nennt er als wichtige Qualifikationen für seinen Beruf. Schon für das Studium ist technisches, mathematisches sowie physikalisches Verständnis gefragt. „Bei der Suche nach mathematischen Lösungen braucht man auch eine große Portion Kreativität. Das erwartet man ja eher nicht in diesem Berufsfeld“, meint Christian Rotter, der über ein Praktikum zu seinem heutigen Arbeitgeber gekommen ist.

Tragwerksplaner haben nach dem Studium die Qual der Wahl: „Man kann in jeden Bereich des Baus gehen, vom Kanalisations- über den Straßen- bis zum Wohnungsbau.“ Typische Arbeitgeber sind Architektur- und Ingenieurbüros, Bauunternehmen und Bauträger. Wie Christian Rotter mittlerweile gerne sagt, wenn er auf Messen mit Absolventen spricht: „Wir machen Stadt, Land, Fluss.“ <<

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