Staats­anwalt/-anwältin

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Staatsanwältin

Tätigkeitsfeld:

Rechtsprechung, Strafverfolgung

Abgeschlossenes Studium in:

Rechtswissenschaft

BERUFENET:

Staatsanwalt/-anwältin

Ich begleite die Polizei zu Vernehmungen oder ordne Festnahmen und Untersuchungen an.

Herrin des Verfahrens

Nach ihrem Referendariat arbeitet Katharina Kronas (31) nun als Staatsanwältin. Die Beamtin ist häufig bei Sitzungen am Landgericht Nürnberg-Fürth und den dazugehörigen Amtsgerichten im Einsatz.

Obwohl Katharina Kronas in ihrem Jurastudium an der Universität Bayreuth auch viel über Betriebs- und Volkswirtschaft gelernt hat und sich Wirtschaftsjuristin nennen darf, hat sie sich nach ihrem Referendariat für den Staatsdienst und gegen den Einstieg bei einem Unternehmen entschieden. „Man braucht für das Amt des Richters oder des Staatsanwalts in der Regel mindestens acht Punkte im Zweiten Staatsexamen, und als ich die erreicht hatte, war für mich klar, dass ich gern im Staatsdienst anfangen wollte“, berichtet sie. Mittlerweile ist die Volljuristin verbeamtet und lernt voraussichtlich nächstes Jahr auch das Richteramt kennen. „Anschließend kann ich mich entscheiden, welche Aufgabe ich auf Dauer ausführen will: die der Richterin oder die der Staatsanwältin.“

Zusammenarbeit mit der Polizei

Staatsanwälte sind die „Herren und Herrinnen des Verfahrens“, heißt es. Das bedeutet: Ein Staatsanwalt ist berechtigt, wegen einer Straftat eine Anklage vor einem Strafgericht zu erheben. „Geht es um Fälle von Diebstahl, Betrügereien und Körperverletzung, entscheide ich, ob vor dem Amts- oder Landgericht Anklage erhoben wird oder nicht“, erklärt Katharina Kronas. Für diese Entscheidung muss sie sich genau über den vorliegenden Fall informieren. „Dazu begleite ich die Polizei manchmal zu Vernehmungen oder ordne Festnahmen und Untersuchungen an, deren Ergebnisse ich mir dann genau anschaue.“ Die enge Zusammenarbeit mit der Polizei macht einen großen Teil ihrer Arbeit aus. Zweimal im Jahr hat sie zudem Bereitschaftsdienst und muss Tag und Nacht für Anrufe und Einsätze zur Verfügung stehen – im übrigen Jahr hat sie einen geregelten Arbeitstag. Darüber hinaus ist die Staatsanwältin etwa zwei Tage in der Woche vor Gericht, um dort bei Straftaten die Anklage zu vertreten. „Den Rest meiner Arbeitszeit fertige ich Beschlüsse für strafprozessuale Maßnahmen an und lese die vielen Akten der Polizei.“

Teamfähigkeit gefragt

“Während ein Richter oft allein in seiner Entscheidung ist, beziehe ich als Staatsanwältin bei komplizierten Fällen auch mal meine Kollegen mit ein“, sagt Katharina Kronas. Teamfähigkeit ist also eine wichtige Eigenschaft für ihren Beruf, vor allem am Anfang. Denn Staatsanwälte sind vom ersten Tag an vollwertige Mitglieder des Teams. Oft stellen sich zu dem Zeitpunkt natürlich noch viele Fragen. Des Weiteren sind eine hohe Entscheidungsfreudigkeit wichtig, Durchsetzungsvermögen und Sozialkompetenz. Alle Staatsanwälte haben das Zweite Juristische Staatsexamen absolviert, das Voraussetzung für den Beruf ist. „Mit diesem Abschluss kann man natürlich genauso gut Rechtsanwalt in einer Kanzlei oder Wirtschaftsjurist in einem Unternehmen werden“, so Katharina Kronas. Ihr gefällt der Staatsdienst am besten, „weil ich da besonders nah am Juristischen dran bin. Meine Arbeit ist so spannend, dass ich sie gern noch lange ausführen möchte.“ <<

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