Service­ingenieur/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Technischer Controller

Tätigkeitsfeld:

Wartung, Instandhaltung, Kundendienst

Abgeschlossenes Studium in:

Regenerative Energietechnik (Bachelor); Windenergie-Ingenieurwesen (Master)

BERUFENET:

Serviceingenieur/in

Bei andauernd schlechtem Wetter kann auch der Hubschrauber zum Einsatz kommen.

Der Wind und das Meer

Große Offshore-Windparks werden von spezialisierten Serviceunternehmen betreut. Der Ingenieur Jesper Vajhøj (27) ist Technischer Controller und koordiniert die Instandhaltung der Anlagen von der Küste aus.

Die zukunftsträchtige Windenergie-Branche hat Jesper Vajhøj schon immer fasziniert. Daher sattelte er auf sein Bachelorstudium der Regenerativen Energietechnik an der Fachhochschule Flensburg den Masterstudiengang Windenergie-Ingenieurwesen an der Leibniz Universität Hannover drauf, um sich auf diesem Feld weiter zu spezialisieren. Nach seinem Abschluss wurde ihm die Position als Technischer Controller bei der Deutschen Windtechnik Offshore und Consulting GmbH in Bremen angeboten – mit dem Unternehmen hatte er bereits in seinem Master-Projekt kooperiert. Der 27-Jährige ist nun für einen großen Offshore-Windpark in der Nordsee zuständig und weiß: „Die Betreuung von Hightech-Windanlagen 60 Kilometer vor der Küste erfordert nicht nur technisches Know-how, sondern auch Kenntnis über Wetterbedingungen und die zur Verfügung stehende Logistik.“

Teamworker und Problemlöser

Zusammen mit vier Kollegen im Büro in Bremen – sie haben Wirtschaftsingenieurwesen, Elektrotechnik oder Maschinenbau studiert – hält Jesper Vajhøj den Betrieb der 80 Windanlagen am Laufen, die bis zu 300.000 Haushalte mit Strom versorgen: Als Serviceingenieur koordiniert er die Instandhaltung, kommuniziert bei Bedarf mit Netzbetreibern und zuständigen Behörden – und löst Probleme wie zum Beispiel den Ausfall von Bauteilen in der Windparksteuerung gemeinsam mit dem Technischen Support. „Neben Teamwork kommt es besonders auf Zuverlässigkeit an, um Ausfälle zu minimieren.“

Wenn er seinen Arbeitstag um 7.30 Uhr beginnt, checkt er zunächst die eingegangenen Meldungen aus der Leitwarte sowie die technischen Reports der Inspektoren vor Ort im Windpark. Die präzise Auswertung der Betriebsergebnisse und der Performance der Anlagen ist wichtig. Sie dient der Dokumentation und Präsentation gegenüber Investoren und Banken und hilft, die Effizienz zu verbessern, Fehlerquellen auszumachen und somit die Erträge zu optimieren. Ökonomisches Wissen und eine Affinität für Zahlen sind hierfür nützlich.

Den Status quo der Anlagen überblickt Jesper Vajhøj mithilfe der Betriebsmanagement-Software: Er sieht nicht nur die momentane Leistung und Windgeschwindigkeit, sondern auch eventuelle Störfälle und Stopps, zu denen es aufgrund zu hoher Bauteiltemperaturen oder einer Überdrehzahl der Windenergieanlage kommen kann. Dann gilt es, sich mit den Partnerfirmen wie etwa den Turbinenlieferanten auszutauschen. Tritt ein Fehler auf der Umspannplattform, dem Herz der Windparks, auf, muss dieser schnell behoben werden. „In Rücksprache mit den zuständigen Mitarbeitern organisiere ich den Entstörungseinsatz durch ein Techniker-Team. Bei andauernd schlechtem Wetter kann auch der Hubschrauber zum Einsatz kommen.“

Außeneinsätze auf hoher See

Um Schäden zu dokumentieren und Abnahmen von Behörden zu begleiten, ist Jesper Vajhøj mehrmals im Jahr vor Ort im Außeneinsatz. Eine gewisse Reisebereitschaft – auch an Wochenenden – gehört daher ebenfalls zur Arbeitsroutine, da ein Ausflug zum 400 Kilometer entfernten Windpark rund zwei Tage dauert. Bisher kann er das aber gut mit seinem Familienleben vereinbaren. <<

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