Restau­rator/in (Hoch­schule)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Diplom-Restaurator

Tätigkeitsfeld:

Restaurierung und Konservierung

Abgeschlossenes Studium in:

Restaurierung, Kunsttechnologie und Konservierungswissenschaft

BERUFENET:

Restaurator/in (Hochschule)

Ich mache nichts wieder neu oder schön im landläufigen Sinn.

Erhalten und schützen

Als Diplom-Restaurator schützt Alexander Grillparzer (33) Metallobjekte aller Art vor Beschädigung und Verfall – von der Antiquität bis zum modernen Kunstwerk.

Manchmal kommen Kunden mit einer Kette oder Brosche in Alexander Grillparzers Werkstatt. Manchmal bringen sie dem Restaurator eine Sammlung indischer Dolche aus dem 15. Jahrhundert. Es kann aber auch ein Kunstwerk sein, das in einem Garten steht. Neben volkskundlichen, kunsthandwerklichen und modernen Objekten aus Metall restauriert Alexander Grillparzer auch Kunstgegenstände, die aus vielfältigen Materialkombinationen bestehen.

So unterschiedlich die Gegenstände sind, mit denen er sich beschäftigt, so unterschiedlich ist zumeist auch seine Vorgehensweise. Die grundsätzlichen Arbeitsschritte bleiben aber immer gleich: Er untersucht, analysiert, dokumentiert, macht Vorschläge und berät. Nur eines tut er nie: „Ich mache nichts wieder neu oder schön im landläufigen Sinn. Als Restaurator erhalte ich Dinge in ihrem derzeitigen Zustand und bewahre sie vor Schäden.“

Interesse für Technikgeschichte

Aktuell arbeitet er mit einem Team von Fachleuten zusammen, das die achteinhalb Meter hohe Skulptur „Cross Bend“ vor dem Münchner Patentamt restauriert. Die Skulptur aus dem Jahr 1978 stammt von Philipp King und besteht aus Baustahl. Alexander Grillparzer ist bei diesem Projekt als Berater und Koordinator tätig. Schon seine Diplomarbeit hatte mit seinem Interesse für Technikgeschichte und technisches Kulturgut zu tun: Er schrieb sie über die Elfenbeindrechselbank von Kurfürst Max Emanuel.

Bei der Begutachtung der Objekte und der verwendeten Materialien wendet Alexander Grillparzer chemische und physikalische Analysemethoden an und arbeitet häufig auch mit anderen Spezialisten zusammen. Wichtig dabei sind seine langjährige Erfahrung und die Kenntnisse aus seinem Studium an der Technischen Universität München am Lehrstuhl für Restaurierung, Konservierungswissenschaft und Kunsttechnologie. Bereits vor und während des Studiums war er als freier Restaurator tätig. Zudem absolvierte er zahlreiche Praktika – unter anderem im Bayerischen Nationalmuseum, im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und in einer Kunstschlosserei.

Eigene Werkstatt gegründet

Alexander Grillparzer arbeitet seit rund einem Jahr als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU München – ist parallel dazu aber weiterhin als freier Restaurator tätig. „Ich bin gerne selbstständig, weil der Alltag so abwechslungsreich ist und jeden Tag neue Herausforderungen auf mich zukommen“, sagt er. Der Beruf des Restaurators ist seiner Ansicht nach „etwas für Individualisten“. In seiner Branche sei es „eher die Regel, dass man eine eigene Werkstatt gründet, denn Museen oder wissenschaftliche Einrichtungen bieten nur wenige feste Stellen.“

Die eigene Firma zu führen, erfordert auch unternehmerische Qualitäten und kaufmännische Fachkenntnisse, die Bereitschaft zu Akquise und zu regelmäßigen Weiterbildungen. „Auch das Netzwerken mit Kollegen ist sehr wichtig, weil viele Aufträge im Team erledigt werden“, betont Alexander Grillparzer.

Mit seinem Werdegang und seiner Berufserfahrung könnte er auch als Sachverständiger arbeiten oder im Einzelhandel mit Kunstgegenständen oder Antiquitäten tätig werden – im In- und Ausland. <<

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