Reden­schreiber/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Redenschreiber

Tätigkeitsfeld:

Redaktion, Journalismus, Lektorat

Abgeschlossenes Studium in:

Technikjournalismus und PR

BERUFENET:

Redenschreiber/in

Manchmal geht es um die Laudatio bei einer Preisverleihung, in anderen Fällen steht eine große Pressekonferenz mit multimedialer Präsentation an.

Die Suche nach den passenden Worten

Franz Linner (26) ist Redenschreiber für den Vorstand eines großen Unternehmens. Je nach Anlass sind ganz unterschiedliche Botschaften rüberzubringen.

Wenn einflussreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik eine Rede halten, sind vorab oft professionelle Redenschreiber/innen am Werk gewesen, die sich über den roten Faden Gedanken gemacht haben – solche wie Franz Linner. Der 26-Jährige ist bei Siemens in Erlangen angestellt. Seine Aufgabe ist es, die Reden eines Vorstandsmitglieds vorzubereiten, Inhalte zu sammeln und sie zu einem Ganzen zusammenzufügen. „Die Anlässe, zu denen der Vorstand spricht, sind ganz unterschiedlich. Manchmal geht es um die Laudatio bei einer Preisverleihung, in anderen Fällen steht eine große Pressekonferenz mit multimedialer Präsentation an“, berichtet der Redenschreiber.

Komplexe Sachverhalte einfach wiedergeben

Franz Linner hat Technikjournalismus und PR an der Technischen Hochschule Nürnberg studiert. Weil er bei seinem Arbeitgeber vorwiegend für die Bereiche Corporate Technology und Industrietechnik zuständig ist, war das technisch angehauchte Studium ein guter Einstieg. „Man muss sich in viele Themen einarbeiten und sie verstehen.“ Ein journalistisches Studium oder eine journalistische Ausbildung vermitteln zudem die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte in einfachen Worten wiederzugeben – genau das muss ein Redenschreiber können.

Nach seinem Bachelor absolvierte Franz Linner bei seinem heutigen Arbeitgeber ein zweijähriges Volontariat zum Redenschreiber. „Das war sehr lehrreich“, sagt er rückblickend. „Ich wurde von meinen Kollegen eingearbeitet, habe verschiedene Seminare zum Redenschreiben besucht, konnte zeitweise auch in der Presseabteilung mitarbeiten und war mehrere Wochen im Ausland.“ Ein Volontariat ist für Redenschreiber allerdings keine Zugangsvoraussetzung. „Es gibt auch Quereinsteiger oder Kollegen, die früher in ­anderen Teilen der Unternehmenskommunikation ­gearbeitet haben.“

Den richtigen Spannungsbogen finden

Redenschreiber und Redner stimmen sich häufig ab, um die bevorstehenden Anlässe zu besprechen und die Themen festzulegen. Die Vorbereitung ist generell sehr wichtig: Im Falle einer Messe oder Pressekonferenz nimmt Franz Linner Kontakt mit den Veranstaltern auf, um möglichst viel über den Rahmen der Rede zu erfahren. „Ich muss zum Beispiel wissen, ob der Vorstand als Technikspezialist oder als Führungsperson auf Managementebene spricht“, erzählt er. „Danach kann ich mir überlegen, welche Inhalte die Rede haben soll und wie diese rüberzubringen sind. Man braucht ein Gespür für den richtigen Spannungsbogen.“

Ein Redenschreiber arbeitet meist an mehreren Projekten gleichzeitig. Hinzu kommen kleinere Nebenaufgaben, zum Beispiel das Schreiben eines Grußwortes. Die Arbeit an einer einzigen Rede kann sich über einige Tage, aber auch über mehrere Wochen hinziehen. Nach Fertigstellung werden Redetext oder Präsentation an den Auftraggeber übermittelt. „Oft bespricht man dann noch, ob die Botschaften für den Redner stimmig sind. Mein Chef und ich arbeiten allerdings schon länger zusammen. Da reicht dann meist eine Mail.“ Für Redenschreiber/innen ist eine Festanstellung möglich, oftmals sind sie aber auch als Freiberufler tätig. <<

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