Professor/in – Fach­hoch­schule

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Hochschulprofessor

Tätigkeitsfelder:

Lehrtätigkeit an Hochschulen; Wissenschaftliche Forschung

Abgeschlossenes Studium in:

Werkstofftechnik

BERUFENET:

Professor/in – Fachhochschule

Eigentlich ist diese Stelle perfekt dafür geeignet, sich seine Zeit frei einzuteilen.

Vorlesungen und Laborkurse

Diplomingenieur Bastian Raab (33) hat jahrelang in der Industrie gearbeitet. Jetzt ist er überzeugter Fachhochschulprofessor und arbeitet als Dozent und Wissenschaftler im Bereich Werkstofftechnik.

Bastian Raab ist Professor an der Technischen Hochschule Nürnberg, Fakultät Werkstofftechnik. Vor etwa drei Jahren verabschiedete er sich von seiner Stelle in der Industrie, um Studierende zu unterrichten und wissenschaftlich tätig zu werden. Der Diplomingenieur, der selbst Werkstofftechnik in Nürnberg studiert hat, schätzt den Handlungsspielraum und die Forschung an der Fachhochschule. Voraussetzung für eine Lehrtätigkeit dort ist üblicherweise eine Promotion – Bastian Raab hat seine Doktorarbeit zum Thema „Synthese und Charakterisierung nanoskaliger hydraulisch hochreaktiver Phasen des Portland- und Tonerdezements“ verfasst. Während für eine Uni-Professur die Habilitation notwendig ist, müssen FH-Professoren neben der Dissertation mindestens fünf Jahre Berufserfahrung vorweisen können, drei davon außerhalb der Hochschule.

Lehren und forschen

Vormittags bereitet sich der 33-Jährige auf seinen Unterricht vor, schreibt Rechnungen und kalkuliert Projekte. Nachmittags hält er Vorlesungen über Bindemittel und Silikatkeramik oder stellt während der Laborkurse zusammen mit seinen etwa 20 Studierenden Bindemittel und Prüfkörper her. In Kooperation mit großen Bauunternehmen entwickeln sie beispielsweise innovativen Beton. Im Labor klärt er als Strahlenschutzbeauftragter die Kursteilnehmer auch über die Gefahren der Röntgengeräte auf und sorgt dafür, dass die Geräte ordnungsgemäß funktionieren. Die wissenschaftliche Arbeit ist für die Studierenden oft mit einem Praxissemester in kooperierenden Unternehmen verbunden. Auch dort vor Ort steht Bastian Raab seinen Studierenden mit Rat und Tat zur Seite.

Neben der Lehre gehört die eigene Forschung zum Arbeitsalltag des FH-Professors. Er beschäftigt sich derzeit mit Reaktionen von Additiven mit Bindemitteln und der Synthese von Zementphasen.

Zeitintensiver Anfang

„Eigentlich ist diese Stelle perfekt dafür geeignet, sich seine Zeit frei einzuteilen. Ich entscheide selbst, wie viel ich arbeite. Nur die Vorlesungen sind Pflicht“, erklärt der 33-Jährige. „Allerdings ist man am Anfang sehr ambitioniert und versucht, alles unter einen Hut zu bekommen.“ Gerade zu Beginn einer Lehrtätigkeit müssen die Vorlesungen erst einmal ausgearbeitet werden, die Vor- und Nachbereitung ist noch zeitintensiv. Das pädagogische Fachwissen musste sich Bastian Raab selbst aneignen. „Mit der Zeit wird man routinierter und hat eine Basis, auf der man arbeiten kann. Dann wird es einfacher, und die Überstunden nehmen ab.“ Gelassenheit, Engagement und Ausdauer gehören daher zu den Voraussetzungen für diesen Beruf.

Nicht zuletzt steht regelmäßig die Korrektur von Klausuren an. Dabei sieht der Hochschulprofessor nicht nur, was die Studierenden können, sondern bekommt auch ein Bild von seiner eigenen Leistung als Dozent, er erkennt, was die Studierenden verstanden haben und was nicht. Trotz des hohen Arbeitspensums mag er seinen Job. Stolz denkt er etwa an das Abschlussprojekt, das er zusammen mit einem Studierenden entwickelt hat und für das das beteiligte Unternehmen sogar seinen Produktionsplan umgeworfen hat. „Da weiß man wieder, dass man etwas richtig gemacht hat.“ <<

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