Presse­fotograf/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Fotograf

Tätigkeitsfeld:

Fototechnik und Fotografie

Abgeschlossenes Studium in:

Germanistik und Philosophie

BERUFENET:

Pressefotograf/in

Oft müssen die Bilder spätestens eine Stunde nach dem Termin da sein.

Das Weltgeschehen vor der Linse

Er begleitet Politiker auf Dienstreisen oder besucht große Sportveranstaltungen – und das stets mit seiner Kamera: Pressefotograf Daniel Naupold (27) hält Ereignisse in Bildern fest.

Seine Karriere begann mit einem einzelnen Bild: Als Daniel Naupold im Jahre 2010 die Katastrophe auf der Loveparade miterlebte, machte er ein Foto und schickte es an die dpa, die Deutsche Presse-Agentur. Das Bild einer Frau, die bewusstlos die Treppen hochgezogen wird, ging um die Welt. Danach hat er sich gleich um ein Praktikum beworben, und das mit großem Erfolg. „Nach zwei Wochen im Unternehmen wurde ich bereits für ein Volontariat vorgeschlagen“, erinnert er sich. In dieser zweijährigen redaktionellen Ausbildung wurde ihm das journalistische Arbeiten beigebracht.

Fotografen in der Presse können ganz unterschiedliche Ausbildungshintergründe haben. Manche gelangen über eine Ausbildung zum Fotografen in den Beruf. Andere haben einschlägig studiert, zum Beispiel Fotografie oder Design mit entsprechendem Schwerpunkt. Wieder andere sind Quereinsteiger. So wie Daniel Naupold. Er hatte zuvor ein Bachelorstudium der Germanistik und Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf abgeschlossen. „Ich kam damals mit dem Schreiben in Kontakt und habe gelernt, strukturiert zu arbeiten. Das ist mir heute sehr nützlich.“

Fotografieren unter Zeitdruck

Nachrichtenagenturen beliefern unter anderem Tageszeitungen, Onlineredaktionen und Fernsehsender mit Texten und Fotos. Ihre Vertreter sind bei allen Terminen von öffentlicher Bedeutung mit vor Ort. Daniel Naupold hat zum Beispiel bereits Außenminister Frank-Walter Steinmeier auf Reisen nach Israel und Frankreich begleitet. Bereits in der Regierungsmaschine hat der Fotograf die ersten Bilder gemacht und per Laptop in die Redaktion übermittelt – und zwar noch vor dem Abflug.

Schnelles Arbeiten ist eine Grundvoraussetzung in der Pressefotografie. „Wir müssen immer auch an unsere Online-Kunden denken. Oft müssen die Bilder spätestens eine Stunde nach dem Termin da sein“, erklärt er. Auch die Fotoauswahl und Nachbearbeitung erfolgen unter Zeitdruck. Schnell die Helligkeit, vielleicht den Kontrast und ein wenig die Schärfe optimieren – mehr Änderungen sind im Journalismus ohnehin nicht gestattet, ganz anders als etwa in der Werbe- und Modefotografie. „Die Aussage des Bildes darf nicht verändert werden.“

Planung ist das A und O

Pressefotografen müssen jeden Termin gut durchplanen. „Ich überlege mir vorher immer, was alles passieren könnte: Aus welcher Tür kommt der Minister und wohin schaut er? Viele Situationen entstehen so schnell, dass man vorbereitet sein muss.“ Der Fotograf ist meist nicht alleine bei den Terminen. Ein schreibender Redakteur ist oft ebenfalls vor Ort. Redakteur und Fotograf tauschen sich dann über den Inhalt des Artikels aus, schließlich müssen die Fotos zum Text passen. Allgemeinbildung und die Bereitschaft, sich schnell in neue Themen einzuarbeiten, sind Grundvoraussetzungen für diesen Beruf. Hat Daniel Naupold keinen Außentermin, arbeitet er in der Agentur und erledigt die typischen redaktionellen Aufgaben: „Ich plane die Termine, schreibe die Bildunterschriften für die Fotos der Kollegen und nehme Kundenanfragen entgegen.“ <<

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