Polizei­voll­zugs­beamt(er/in) – Bundes­polizei (geh. Dienst)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Polizeivollzugsbeamter bei der Bundespolizei

Tätigkeitsfelder:

Rechtssprechung, Strafverfolgung; Schutz, Sicherheit und Überwachung

Abgeschlossenes Studium in:

Polizeivollzugsdienst bei der Bundespolizei

BERUFENET:

Polizeivollzugsbeamt(er/in) – Bundespolizei (geh. Dienst)

In 99 Prozent der Fälle ist da nichts, aber wir müssen jeden Hinweis ernst nehmen.

Auf Streife zwischen den Gleisen

Als Polizeivollzugsbeamter der Bundespolizei bewältigt Matthias Wildenauer (27) brenzlige Situationen am Nürnberger Hauptbahnhof und überprüft unter anderem verdächtige Koffer.

Wenn Matthias Wildenauer seine Schicht in der Dienststelle in Nürnberg antritt, werden zunächst im Kreise der Kollegen Vorfälle oder besondere Gefährdungslagen besprochen – bis hin zu möglichen Terroranschlägen. Dieser Bedrohung sind sich die Beamten stets bewusst, und sie verlangt von ihnen erhöhte Wachsamkeit.

Nach der Besprechung rüstet sich der Bundespolizist mit Schusswaffe, Handfesseln, Pfefferspray und Schlagstock aus und geht auf Streife. Sein Einsatzgebiet umfasst etwa ein Viertel Bayerns und bezieht auch kleinere Bahnhofsstationen mit ein. Für gewöhnlich sorgt der 27-Jährige aber am Nürnberger Hauptbahnhof für die Sicherheit von Reisenden und Besuchern.

„Mütze zeigen“ am Hauptbahnhof

Matthias Wildenauer überprüft dort verdächtige Personen, stellt Ladendiebe oder verhindert Gewalttaten. „Gerade am Wochenende zur frühen Morgenstunde ist hier einiges los. Wenn Betrunkene das Nachtleben im Schnellrestaurant ausklingen lassen, während sie auf die erste Bahn warten, haben wir viele Einsätze.“ Gerade dann ist es wichtig, einen Blick dafür zu haben, wo es gleich ernst werden kann, um Schlimmeres schon im Keim zu ersticken. Erfahrung und Menschenkenntnis helfen dem Beamten dabei, solche Situationen rechtzeitig zu erkennen.

Da der Nürnberger Hauptbahnhof als gefährdetes Objekt eingestuft ist, nimmt Matthias Wildenauer jedes verdächtige Gepäckstück ernst. Herrenlose Koffer darf er aus Sicherheitsgründen nicht selbst untersuchen. Er sorgt dafür, dass der Bereich großräumig abgesperrt wird, und fordert anschließend Sprengstoffspürhunde an. Geben die Hunde Entwarnung, können die Koffer sichergestellt und die Gleise wieder freigegeben werden. Im Zweifel zieht der Polizist Sprengstoffentschärfer hinzu. „In 99 Prozent aller Fälle ist da nichts, aber wir müssen jeden Hinweis ernst nehmen."

Neben diesen Einsätzen prüft Matthias Wildenauer die Identität von Schwarzfahrern, klärt Personen über Gefahren an den Gleisen auf und sorgt dafür, dass bereits seine Präsenz Straftaten verhindert. Letzteres wird im Fachjargon „Mütze zeigen“ genannt. Anschließend oder während der Nachtschicht erledigt er seine Papierarbeit, wie etwa das Schreiben von Strafanzeigen oder Protokollen.

Wie werde ich Polizeivollzugsbeamter?

Matthias Wildenauer war schon im Alter von 25 Jahren Beamter auf Lebenszeit. Dafür musste er ein dreijähriges Studium absolvieren. Das setzt sich zusammen aus einem Grundstudium an der FH des Bundes in Brühl und einer polizeispezifischen Ausbildung an der Bundespolizeiakademie in Lübeck. Dazu kommen Praxisphasen an diversen Dienststellen in Bayern.

„Mit bestandener Prüfung und wenn man körperlich fit ist, wird man nach drei Jahren als Beamter auf Probe automatisch Beamter auf Lebenszeit. Das ist ein sicherer Job, und es werden alle Absolventen von der Bundespolizei übernommen. Denn Straftaten wird es immer geben, und Polizeivollzugsbeamte werden immer gebraucht.“ <<

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