Pastoral­referent/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Pastoralreferent

Tätigkeitsfeld:

Seelsorge, Gemeindearbeit

Abgeschlossenes Studium in:

Katholische Theologie

BERUFENET:

Pastoralreferent/in

Wenn rund 120 Kinder zur Erstkommunion angemeldet sind, dann gibt es im Vorfeld sehr viel zu organisieren.

Der Begleiter

Ob im Alltäglichen oder im Spirituellen: Als Pastoralreferent begleitet Hans Jürgen Veit (34) Gemeindemitglieder in unterschiedlichen Lebenssituationen.

Für Hans Jürgen Veit war Kirche immer schon ein wichtiger Teil seines Lebens. Der Pastoralreferent schaut dabei auf eine klassische Kirchenkarriere zurück – zehn Jahre Ministrant, Jugendarbeit, aktive Mithilfe als Lektor in der Kirche. Dass die Kirche auch seine berufliche Heimat werden sollte, war ein fast logischer Schritt. „Für Männer und Frauen, die einen kirchlichen Beruf mit der Option Familie anstreben, ist dieser Beruf wie geschaffen.“

Seelsorge und Organisation

Zu seiner Seelsorgeeinheit Wangen im Dekanat Allgäu-Oberschwaben gehören sechs Gemeinden, die er als Pastoralreferent betreut. Zwei Drittel seiner Zeit ist er in den Kirchengemeinden aktiv, organisiert die Erstkommunion, feiert Schülergottesdienste, gestaltet Angebote für Jugendliche, bereitet etwa Jugendgottesdienste vor oder kümmert sich um die Sternsinger-Aktion. Gerade mit Blick auf die Jugendlichen will er zeitgemäße Projekte anstoßen, die die Jugendlichen ansprechen: „Wir haben zum Beispiel eine Band gegründet, sodass die Jugendlichen im Jugendgottesdienst Musik spielen können.“ Nicht nur das Schöne und Spirituelle, auch das ganz Alltägliche gehört zu seinem Themenspektrum. „Wenn es Probleme in den Jugendräumen gibt, muss ich natürlich darauf reagieren.“ Rund acht bis zehn Stunden pro Woche unterrichtet der 34-Jährige zudem als Religionslehrer an einem beruflichen Gymnasium.

„Was man nicht unterschätzen darf, ist die Bürotätigkeit. Wenn rund 120 Kinder zur Erstkommunion angemeldet sind, dann gibt es im Vorfeld sehr viel zu organisieren“, sagt Hans Jürgen Veit und zählt auf: „Wen kann ich als Ehrenamtlichen gewinnen, wer gestaltet mit mir die Kirchenführungen oder arbeitet bei den Gottesdiensten mit? Zudem müssen Räume reserviert und Termine abgesprochen werden.“ Da kommt einiges zusammen. Seine Arbeitszeiten richten sich nach den Aufgaben: Gottesdienste und auch die Erstkommunion werden häufig am Wochenende gefeiert, Kirchengemeinderatssitzungen finden in der Regel abends statt.

Ein Beruf mit Berufung

Pastoralreferent ist für ihn ebenso wie der Beruf des Pfarrers eine Berufung. Beide Wege brauchen Zeit: Nach seinem Abitur absolvierte Hans Jürgen Veit ein einjähriges Theologisches Vorseminar, bei dem der Schwerpunkt auf Altgriechisch, Lateinisch und Hebräisch lag. Anschließend studierte er in Tübingen Katholische Theologie, um sich nach dem Abschluss für die dreijährige Ausbildung zum Pastoralreferenten zu bewerben. Zwischen Studium und Ausbildung war er im Rahmen eines Praktikums als Klinikseelsorger in Tübingen tätig – neben den klassischen Einsatzgebieten Kirchengemeinde und Schule eine weitere Option für Pastoralreferenten.

Mit dem Theologiestudium erhält man den wissenschaftlich-theoretischen Unterbau in Fachgebieten wie Kirchengeschichte, Philosophie, Ethik, Bibelwissenschaften, Dogmatik und Religionspädagogik, in der Ausbildung zum Pastoralreferenten wird es dann praktischer: „Man arbeitet von Anfang an als Pastoralassistent in einer Seelsorgeeinheit und lernt, wie man zum Beispiel eine Predigt aufbaut.“ Ungefähr alle vier Wochen traf er sich zudem in einem Seminar mit angehenden Pastoralreferenten, um etwa zu lernen, wie man einen Religionsunterricht gestaltet oder Seelsorgegespräche führt. <<

http://bfi.plus/9882