Orientalist/in, Wissen­schaftliche/r Mit­arbeiter/in (Hoch­schule)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Tätigkeitsfelder:

Wissenschaftliche Forschung, Lehrtätigkeit an Hochschulen

Abgeschlossenes Studium in:

Geschichte, Semitistik

BERUFENET:

Orientalist/in, Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (Hochschule)

In Kombination mit Politik- oder Wirtschaftswissenschaften stehen einem Orientalisten viele Karrierewege offen.

Forschungsgegenstand Orient

Orientalist Carsten Hoffmann (31) entschlüsselt an der Universität Marburg äthiopische Handschriften, analysiert Dokumente aus vergangenen Zeiten, erforscht alte Kulturen aus dem arabischen Raum und treibt seine Promotion voran.

Die alten Texte, die Carsten Hoffmann liest, versteht außer ihm heute kaum noch jemand. Der Orient-Wissenschaftler spricht nicht nur Deutsch, Englisch, Russisch und modernes Arabisch, sondern versteht auch untergegangene Sprachen: klassisches Arabisch, Syrisch-Aramäisch, biblisches Hebräisch, Alt-Äthiopisch, Griechisch und Latein.

Carsten Hoffmann hat an der Freien Universität Berlin Geschichte und Semitistik – ein Zweigfach der Orientalistik – auf Magister studiert. Sein ausgeprägtes historisches Interesse hatte ihn zu diesen alten Sprachen geführt. Mittlerweile hat er, wie andere seiner ehemaligen Kommilitonen auch, einen Arbeitsplatz in der Wissenschaft gefunden: Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Marburg befasst er sich heute mit den Sprachen aus der Entstehungszeit der Bibel und des Korans. Eine halbe Stelle hat er dort, daneben schreibt er gerade an seiner Doktorarbeit.

Vorreiter beim Forschungsgegenstand

Neben der Promotion unterrichtet er Studierende in klassischem Arabisch. Er selbst erforscht alt-äthiopische geografische Handschriften. „Solche Recherchen können sich über Jahre hinziehen“, erzählt der 31-Jährige. „Da braucht man Ausdauer und Arbeitseifer.“

So vielfältig das wissenschaftliche Spektrum innerhalb der Orientalistik ist, so breit gefächert sind auch die Forschungsfelder. In vielen Bereichen hat bislang kein Wissenschaftler Vorarbeit geleistet – das gilt auch für Carsten Hoffmanns Forschungsgegenstand. Es gibt nur wenige Ansprechpartner, mit denen er sich austauschen, oder Veröffentlichungen, an denen er sich orientieren könnte. Das macht seine Arbeit zwar spannend – „aber man muss sich auch selbst motivieren können“, sagt er. Denn nicht immer laufe bei der Forschungsarbeit alles reibungslos.

Viele Aufgabenfelder

Auch jenseits seiner eigenen Forschungs- und Lehrtätigkeit beschäftigt sich Carsten Hoffmann mit Orient-Wissenschaften. Zusammen mit einigen Kollegen bestückt er zum Beispiel ein universitätseigenes Onlineportal, das sich mit der Thematik befasst. Außerdem besucht er die Lehrveranstaltungen seiner Kollegen und nimmt an einem Doktorandenkolloquium teil. Hier tauschen sich Nachwuchswissenschaftler über ihre Forschungsprojekte aus.

Orientalisten sind auf dem Arbeitsmarkt mittlerweile begehrt. Beste Aussichten haben regional spezialisierte Generalisten, sagt Carsten Hoffmann. „In Kombination mit Politik- oder Wirtschaftswissenschaften stehen einem Orientalisten viele Karrierewege offen.“ Sie sind nicht zwingend auf die wissenschaftliche Forschung festgelegt, sondern können beispielsweise auch als Übersetzer oder Dolmetscher tätig werden, Sprachunterricht geben oder in die Erwachsenenbildung gehen. Auch in der Tourismusbranche oder in der Kulturvermittlung können sie tätig werden. Ebenso können sie im Journalismus und in der Öffentlichkeitsarbeit Fuß fassen oder ihre sprachlichen und kulturellen Kenntnisse in der Unternehmensberatung einsetzen. <<

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