Organiker/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Laborleiter

Tätigkeitsfelder:

Laboranalyse; Verfahrens- und Produktentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Chemie

BERUFENET:

Organiker/in

Der neueste Trend sind organische Leuchtdioden.

Forschen am Display von morgen

Organiker Thorsten vom Stein (29) erforscht Möglichkeiten, organische Verbindungen wie Flüssigkeitskristalle im industriellen Maßstab herzustellen – die sollen später Handydisplays dünner, flexibler, heller oder farbiger machen.

Thorsten vom Stein ist Experte für sogenannte „Performance Materials“. Beim Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck in Darmstadt erforscht der promovierte Chemiker neue Verfahren, mit denen sich organische Moleküle herstellen lassen – Flüssigkeitskristalle zum Beispiel, die in der Kommunikationstechnik zum Einsatz kommen. „Flüssigkeitskristalle sind aus Displays nicht mehr wegzudenken, vom Taschenrechner über das Handy bis hin zum Fernseher“, erklärt der 29-Jährige. „Der neueste Trend sind organische Leuchtdioden. Sie können in dünnen Schichten aufgetragen werden und machen das Display biegsam und so dünn wie ein Blatt.“ Eine Einsatzmöglichkeit wäre ein mobiles Endgerät, auf das man zum Beispiel ein E-Paper laden und das man einrollen und wegstecken kann wie eine Zeitung aus Papier.

Wissenschaft, Technik, Kostenfaktoren

Als Leiter des Katalyse-Labors erhält Thorsten vom Stein seine Aufträge von der Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Unternehmens und von der Produktion, also von internen Kunden. Bei jedem Auftrag sucht er zunächst in der Firmendatenbank nach ähnlichen Verfahren, die er verändern und anpassen kann, und studiert die Fachliteratur. „Neben dem wissenschaftlichen Aspekt und der technischen Machbarkeit gibt es schließlich auch den Kostenfaktor“, sagt er. „Dabei hilft es, wenn man alle Unternehmens- und Produktionsprozesse bestens kennt.“

Bevor er und sein neunköpfiges Team aus Laboranten und Chemikern die experimentelle Testphase für ein neues Verfahren starten, stellt er die Projektunterlagen, Versuchsanordnungen und Parameter zusammen. Während des Projekts hält er den Kunden bei regelmäßigen Meetings auf dem Laufenden. „Als Laborleiter habe ich natürlich auch Personalverantwortung. Ich teile die Projektarbeiten zu und organisiere die Dienstpläne“, erläutert er. „Am wichtigsten ist aber, dass ich die Schutzkonzepte für das Labor plane.“ Schließlich arbeitet sein Team unter anderem mit giftigen Gasen. An knifflige Aufgaben geht Thorsten vom Stein motiviert und mit der nötigen Geduld heran, denn: „In der Forschung und Entwicklung klappt nicht alles beim ersten Mal.“

Spezialisierung ist ein Muss

Während seines Diplom-Chemiestudiums an der RWTH Aachen, zu dem auch Aufenthalte in den USA gehörten, hat er sich auf organische Chemie spezialisiert, ebenso wie in seiner Promotion. Nach seinem Post-Doc an der University of Toronto blieb er nicht in der Grundlagenforschung – die Forschung an Materialien, die direkt in innovativen Hightech-Lösungen zur Anwendung kommen, reizte ihn mehr. „Eine Spezialisierung und vertiefte Kenntnisse auf dem Gebiet der organischen Chemie und Verfahrenstechniken sind Grundvoraussetzungen für meinen Beruf“, sagt er. „Für eine akademische Forschungskarriere in der Organik oder eine leitende Position in der Industrie ist die Promotion dann ein gutes zusätzliches Sprungbrett.“

Sein Arbeitgeber bietet ihm Möglichkeiten, sich im Unternehmen weiterzuentwickeln – zum Beispiel in längeren Projekteinsätzen an einem der weltweiten Firmen-Standorte. <<

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