Offizier – Sanitäts­dienst

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Stabsärztin und Offizier

Tätigkeitsfelder:

Ärztliche Diagnostik und Therapie; Militär, Wehrverwaltung, -technik

Abgeschlossenes Studium in:

Zahnmedizin

BERUFENET:

Offizier – Sanitätsdienst

Das ist ein eigenartiges Gefühl, wenn man bei der Arbeit eine kugelsichere Weste trägt.

Im Einsatz für die Zahngesundheit

Als Zahnärztin arbeitet Jennifer Böttcher (30) in einem Sanitätsversorgungszentrum der Bundeswehr. Ihre Patienten sind Soldaten und Soldatinnen, die in der Kaserne beschäftigt sind.

Jennifer Böttcher hatte sich schon zu Schulzeiten über ein Studium der Zahnmedizin bei der Bundeswehr informiert. Gleich nach dem Abitur absolvierte sie dann die dreimonatige Grundausbildung als Offizieranwärterin. „Da habe ich gelernt, was alle Soldaten lernen: Ausbildung an den Waffen G36 und P8, sich dem Gelände angepasst fortbewegen, den ABC-Ernstfall üben und Notfallübungen für den Sanitätsdienst.“ Im Anschluss daran folgten fünfeinhalb Jahre Zahnstudium an der Charité – Universitätsmedizin in Berlin. In dieser Zeit bekam sie von der Bundeswehr ein Gehalt – im Gegenzug musste sie sich für 18 Jahre verpflichten. „In den Semesterferien bleibt man am Soldatenleben dran, macht zum Beispiel das Deutsche Sportabzeichen.“ Auch der Offizierlehrgang, der sie auf militärische- und Führungsaufgaben vorbereitete, fand in den Semesterferien an der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München statt.

Vom Behandlungsstuhl in die Sporthalle

Der Arbeitstag in der Zahnarztpraxis, die zum Sanitätsversorgungszentrum der Barnim-Kaserne in Strausberg gehört, beginnt für Jennifer Böttcher um 6.30 Uhr. Er startet mit einer Vorbesprechung des Praxisteams, die Patientenakten werden schon am Abend vorher bereitgelegt. Die Zeit von sieben bis acht Uhr ist für kurzfristige Schmerzpatienten reserviert, anschließend beginnt die reguläre Sprechstunde. Die diensthabenden Soldaten und Soldatinnen kommen wie im zivilen Leben auch zu zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen. „Ich mache Zahnfüllungen, führe Wurzelbehandlungen durch und behandle Parodontitis. Wenn Patienten Zahnersatz benötigen, berate ich sie über die verschiedenen Möglichkeiten.“ Die letzte Dienststunde am Nachmittag ist der Dokumentation vorbehalten – Jennifer Böttcher trägt alle Behandlungen des Tages in den Patientenakten nach. Zwei Nachmittage in der Woche sind allerdings für die persönliche Fitness reserviert. „Da räumt uns der Dienstherr die Möglichkeit ein, auf dem Freigelände oder im Fitnessraum Sport zu treiben. Diesen körperlichen Ausgleich zur Arbeit möchte ich nicht missen.“

Als Sanitätsoffizier schätzt sie es auch, dass sie trotz medizinischer Aufgaben ins Soldatenleben eingebunden ist. So nimmt sie zum Beispiel ebenfalls an Übungen unter Einsatzbedingungen teil. „Das ist ein eigenartiges Gefühl, wenn man bei der Arbeit eine kugelsichere Weste trägt.“ Allerdings sind für Auslandseinsätze Zahnärzte weniger gefragt als andere Ärzte. Indirekt ist sie dennoch daran beteiligt, denn vor einem Auslandseinsatz erfolgt bei den Soldaten eine gesonderte Untersuchung der Zahngesundheit.

Auszeit für die Familie

Jennifer Böttcher ist noch nicht lange als Stabsärztin tätig. Gleich nach dem erfolgreichen Bestehen des Staatsexamens ging sie für ein Jahr in Elternzeit. „Das ist gut geregelt, da man die Möglichkeit hat, danach auf seinen ursprünglichen Dienstposten zurückzukehren“.

Die Stabsärztin macht sich noch keine Gedanken, ob sie nach Ablauf ihrer Verpflichtungszeit die berufliche Karriere bei der Bundeswehr fortsetzt oder ihren Beruf im zivilen Leben ausüben wird. „Dann müsste ich meine Assistenzarztzeit nachholen, allerdings nicht im vollen Umfang, wie es direkt nach dem Studium üblich wäre.“ So bleibt ihr die Option offen, ihre Karriere als Berufssoldatin fortzusetzen. <<

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