Museums­pädagoge/-pädagogin

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Museumspädagoge

Tätigkeitsfeld:

Medien-, Kulturpädagogik

Abgeschlossenes Studium in:

Geschichte, Englisch, Theaterpädagogik für das Lehramt

BERUFENET:

Museumspädagoge/-pädagogin

Das kommt in der Gruppe und bei den Museumsbesuchern gut an.

Die Zielgruppe im Blick

Die Museumsbesucher in Ruhpolding möchten Bildung mit einem Erlebniswert verbinden. Simon Hamper (28) berücksichtigt die unterschiedlichen Erwartungen. Als Museumspädagoge in leitender Funktion konzipiert er Führungen und andere Veranstaltungen.

Wie einst ein Holzknecht gekleidet sein, das Werkzeug schultern, in den Wald zur Arbeit gehen und mittags gemeinsam ein „Muas“ als traditionelle Mahlzeit zubereiten – das ist das typische Sonderprogramm für Kinder im Holzknechtmuseum in Ruhpolding. Teile davon sollen nun in eine individuelle Führung für eine Gruppe von Akademikern einfließen, die ihren Junggesellenabschied hier feiern, etwas lernen, aber auch Spaß haben wollen – eine Aufgabe, wie sie Museumspädagoge Simon Hamper häufiger zu bewältigen hat. Der Leiter des Museums, das sich dem Leben und Arbeiten der Waldarbeiter und Forstwirte widmet, ist unter anderem zuständig für die Entwicklung und Planung der museumspädagogischen Angebote – vom Kindernachmittag über Walderlebnistouren, Wanderungen, Pilz- und Kräuterkundeveranstaltungen bis hin zum Motorsägekurs.

Ideen entwickeln und abstimmen

Simon Hamper arbeitet in Teilzeit, da er zurzeit noch an seiner Dissertation im Fach Geschichte schreibt – ein Spagat. „Eigentlich ist das ein Vollzeit-Job“, erklärt der 28-Jährige. In seinem Büro sichtet er die Anfragen, die meist per E-Mail eintreffen. „Oft haben Interessierte unsere Standardprogramme auf der Homepage gesehen und möchten nun eine daraus individuell gestaltete Führung“, erklärt der Museumspädagoge. Er entwickelt dann Ideen und stimmt seine Vorschläge mit den Kunden – zum Beispiel auch Schulklassen – ab. Dafür benötigt er Menschenkenntnis und einen Blick für die Möglichkeiten, die sich aus den Ausstellungen und ihren Objekten ergeben. Dann steht er vor der Frage, welcher seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für die Führung am besten geeignet ist. „Das ist ein wichtiger Aspekt, daher versuche ich schon vorher, die Besuchergruppe etwas kennenzulernen und einzuschätzen. Bei Forstwirtschaft-Studierenden passt zum Beispiel ein Ausbilder aus dem Forstbildungszentrum besonders gut, bei anderen Gruppen jemand, der speziell in Kräuterkunde ausgebildet ist oder gut auf Kinder zugehen kann.“

Worauf es bei der Betreuung einer Gruppe ankommt, hat Simon Hamper in seinen vorherigen Berufsjahren erfahren. „Für das Kunst- und Kulturpädagogische Zentrum der Museen in Nürnberg habe ich diverse Veranstaltungen geleitet und selbst Führungen gegeben.“ Studiert hat er Geschichte und Englisch sowie Theaterpädagogik für das Lehramt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Nach dem ersten Staatsexamen wandte er sich zunehmend der Museumsarbeit zu und absolvierte eine museumspädagogische Zusatzausbildung in Nürnberg. „Das war ein mehrtägiger Workshop, der einiges auffrischte, was ich bereits aus dem Studium kannte.“

Alternativen zur Arbeit im Museum

Berufliche Alternativen bieten sich auch im breiteren kulturpädagogischen Bereich. So ist Simon Hamper freiberuflich an einem Angebot des Levi-Strauss-Museums beteiligt: einem Projektseminar zur Studien- und Berufsorientierung für die gymnasiale Oberstufe. „Dabei geht es um eine Theaterperformance zum Thema Jeans-Fälschungen und -Patente. Das kommt in der Gruppe und bei den Museumsbesuchern gut an.“ <<

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