Mode­designer/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Modedesigner

Tätigkeitsfeld:

Design

Abgeschlossenes Studium in:

Modedesign

BERUFENET:

Modedesigner/in

Ich bin für alles in meinem Unternehmen zuständig,

Stoffgewordene Geschichten und Gefühle

Inspiration und Handwerk: Tim Labenda (28) kreiert und vermarktet als selbstständiger Modedesigner seine eigenen Kollektionen. Ein Beruf, der viel verlangt von dem Designer, der ihm aber auch die Möglichkeit bietet, seine eigenen Ideen zu verwirklichen.

Ein Buch, ein Gefühl, ein Musikvideo – für Tim Labenda kann fast alles zur Inspiration werden. „In meiner letzten Winterkollektion habe ich mich am Nachtwald aus dem Buch ‚Die unendliche ­Ge­schichte‘ orientiert: organische Silhouetten und ­Farben wie Smaragd, Opal, Rot oder Dunkelblau“, erzählt der ­Modedesigner.

Der 28-Jährige hat an der Hochschule Pforzheim Modedesign studiert und anschließend zwei Jahre bei einem Label in Wien als Assistent gearbeitet. Dann hat er den Traum verwirklicht, den er schon vor Beginn seines Studiums hatte: „Ich wollte mich schon immer mit ­meinem ­eigenen Label selbstständig machen. Das ist nicht für ­jeden das Richtige. Aber nur so kann ich mich zu hundert Prozent selbst verwirklichen und meinen eigenen Idealen gerecht werden.“ Mittlerweile beschäftigt der junge Unternehmer bereits mehrere Mitarbeiterinnen, unter anderem eine ­Schneiderin und eine Modellmacherin, die ihn in seiner Kreativität unterstützen.

Die Kollektion als Lifestyle

Seine eigenen Ideale – das sind bei Tim Labenda hochwertige Stoffe mit möglichst wenig Chemie und aus fairer Produktion, eine sorgfältige Verarbeitung sowie sehr gute Schnitte. „Darunter sind viele Eigenschaften, die man eher aus der Menswear kennt. Ich übertrage sie auf die Womenswear.“ Seine Kollektionen versteht der Designer als kompletten Lifestyle; sie umfassen T-Shirts, Mäntel, Hemden, Hosen, Tops, Westen, Blazer, Cardigans, Morgenmäntel und mehr. Bei deren Gestaltung verlässt sich Tim Labenda vollständig auf seine eigenen Ideen, die er durch die Auseinandersetzung mit Mode und Medien findet. Für eine Sommerkollektion etwa hat er sich einmal von einem in schwarz-weiß gehaltenen Musikvideo inspirieren lassen.

Mit der Idee beginnt jedoch erst die Arbeit. „Jeder Designer hat seine eigenen Methoden. Ich zeichne nicht gerne, sondern muss die Kleidungsstücke anfassen können. Daher schneiden wir die Kleidungsstücke nach den ersten Grobentwürfen zu und vernähen sie. Dann probieren wir an Puppen und Models aus, wie sie wirken, ändern sie, nähen sie wieder und so weiter.“ So kommt es vor, dass Tim Labenda jedes Stück seiner Kollektion fünf- bis sechsmal zuschneidet und vernäht, bevor er es produzieren lässt. „Das ist nicht üblich, aber da wir nur zwei Kollektionen pro Jahr herausgeben, können wir uns das erlauben.“

Ein harter Markt

Neben dem Entwerfen der Kollektionen gibt es noch vieles Weitere zu tun: „Ich bin ja für alles in meinem Unternehmen zuständig, für das Aussuchen und Kaufen der Stoffe auf Stoffmessen, die Vermarktung der Kollektion auf internationalen Modemessen, Models aussuchen, die Verwaltung und vieles mehr.“ Die Modebranche, meint der Designer, sei ein sehr harter Markt, der einem nichts schenkt. „Als selbstständiger Designer wird die Arbeit zum Dreh- und Angelpunkt des Lebens.“ Sein Privatleben hat Tim Labenda zurückgestellt. Doch diesen Preis bezahlt er gerne: „Ich liebe meine Arbeit. Es macht mich einfach immer wieder glücklich, wenn ich sehe, wie die von mir gestalteten Modestücke an den Models aussehen.“ <<

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