Lehrer/in – Schul­arten der Sekundar­stufe I

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Realschullehrerin

Tätigkeitsfeld:

Lehrtätigkeit an allgemeinbildenden Schulen

Abgeschlossenes Studium in:

Informatik und Wirtschaftswissenschaften auf Lehramt

BERUFENET:

Lehrer/in – Schularten der Sekundarstufe I

Wer nicht bereit ist, sich selbst zu hinterfragen, der ist als Lehrer im falschen Beruf.

Vorbild sein

Sabine Schneider (32) unterrichtet an einer Realschule Informationstechnologie, Betriebswirtschafts- sowie Wirtschafts- und Rechtslehre. Zu ihrem Arbeitsalltag gehören auch die Vor- und Nachbereitung des Unterrichts sowie Projektarbeit.

Wenn Sabine Schneider morgens um 8 Uhr mit dem Unterricht beginnt, hat sie sich bereits mit den Kollegen abgestimmt, ihre Schulstunden vorbereitet und sich neue Projekte überlegt. Insgesamt zwölf Klassen mit etwa 30 Schülerinnen und Schülern – von der 6. bis zur 10. Klasse – bringt sie mehr zu Informationstechnologie (IT) sowie Betriebswirtschaftslehre mit Rechnungswesen und Wirtschafts- und Rechtslehre bei. Bis 13, manchmal bis 16 Uhr, dauern die Schulstunden an der Geschwister-Scholl-Realschule in Nürnberg. Zu Ende ist ihr Arbeitstag dann aber noch nicht: Zu Hause bereitet sie den Unterricht nach sowie weitere Stunden vor – und sie korrigiert Klassenarbeiten, manchmal bis in den Abend hinein.

Vorleben statt erziehen

Sabine Schneider hat früher in einer Bank gearbeitet, wollte aber noch mehr lernen und hat daher den Bachelor of Education sowie das Erste Staatsexamen an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen abgelegt und anschließend ihr Referendariat in Forchheim und Nürnberg absolviert, das mit dem Zweiten Staatsexamen abschließt und sie dazu befähigt, an den Realschulen in Bayern arbeiten.

Konzentration ist für die Realschullehrerin von morgens bis abends wichtig. Selbst dann, wenn sie im Klassenzimmer nur beobachtet, wie die Schüler am Computer arbeiten: Wer macht gut mit? Wer versteckt sich bei der Gruppenarbeit hinter anderen Schülern? Wer hat Konzentrationsschwierigkeiten? Wird ein Kind vielleicht gemobbt?

„Man kann Kinder nicht erziehen, sie machen uns eh alles nach“, davon ist die 32-Jährige überzeugt. Also versucht sie, selbst Vorbild zu sein, lebt Disziplin vor, behält den Überblick, wenn das Chaos ausbricht, bleibt ruhig, wenn sie innerlich kocht, und zeigt, wie gute Organisation aussieht. „Man muss sich selbst beherrschen und persönlich dazulernen. Wer nicht bereit ist, sich selbst zu hinterfragen, der ist als Lehrer im falschen Beruf.“ Auch Durchsetzungsvermögen ist gefragt, gerade wenn es auch mal etwas lebhafter zugeht. „Da muss ich zeigen, wer der Chef ist.“ In Ausnahmefällen kontaktiert sie auch die Eltern.

Preis beim Schülerwettbewerb

Im Großen und Ganzen kommt Sabine Schneider mit ihren Klassen sehr gut zurecht. Ein Grund dafür ist sicherlich auch, dass ihr die Schulleitung viel Freiraum lässt, eigene Projekte zu verfolgen. Erst kürzlich hat die Lehrerin mit einer Klasse beim Europäischen Wettbewerb für Schüler mitgemacht: Ihre Klasse hat ein digitales Daumenkino zum Thema Cybermobbing erstellt. „Meine Schüler haben ein Drehbuch geschrieben, mit Lego-Figuren einen Film in Stop-Motion-Technik gedreht und eingereicht“, erzählt die Lehrerin – und fügt begeistert hinzu: „Dafür haben wir einen Preis bekommen. Das ist einer der Momente, in denen ich stolz auf meine Schüler und mich bin.“

Motiviert wird die Realschullehrerin außerdem durch den Lernerfolg ihrer Schüler. Sie verteilt gerne nicht bloß Aufgaben, die abgearbeitet werden müssen, sondern startet Projektarbeiten. Beispielsweise hat eine Klasse vor Kurzem ein Logo entworfen und auf T-Shirts gedruckt. Das hat nicht nur der Lehrerin, sondern auch den Schülern gefallen. <<

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