Lehrer/in - Gymnasien (Sekundar­stufe I und II)

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Lehrer am Gymnasium

Tätigkeitsfeld:

Lehrtätigkeit an allgemeinbildenden Schulen

Abgeschlossenes Studium in:

Lehramt für Gymnasien

BERUFENET:

Lehrer/in - Gymnasien (Sekundarstufe I und II)

Ich muss für mich selbst eine gute Antwort auf die beliebte Schülerfrage nach dem Sinn eines Themas gefunden haben.

Wissen sinnvoll vermitteln

Matthias Bernhard (33) brennt für seine Fächer und mag den Umgang mit Menschen. Der Gymnasiallehrer unterrichtet Kinder und Jugendliche in drei ganz unterschiedlichen Fächern: Mathe, evangelischer Religion und Sport.

Im Studium interessierten ihn so viele Lehramt-Fächer, dass die Wahl schwerfiel. So entschied sich Matthias Bernhard einfach, sie alle zu belegen: Mathematik, Religion, Sport und Geschichte. Inzwischen arbeitet er am Sigena-Gymnasium in Nürnberg und unterrichtet drei seiner vier Studienfächer: Mathe und Religion sowie Sport. Von acht Uhr bis teilweise halb vier vermittelt er die Inhalte an Schüler/innen von der fünften bis zur zwölften Klasse.

Matthias Bernhard mag die Abwechslung, die ihm seine ungewöhnliche Fächerkombination im Arbeitsalltag gewährt. „Während sich die Schüler im Religionsunterricht eine eigene Meinung bilden und diese in Diskussionen vertreten sollen, wissen sie in Mathe oft den logischen Aufbau und rätselartige Aufgaben zu schätzen. Sport ist bei all der geistigen Anstrengung ein guter körperlicher Ausgleich“, erklärt der Gymnasiallehrer.

Aufwendige Vor- und Nachbereitung

Wichtig ist ihm in allen Fächern, dass er selbst von seinen Unterrichtsinhalten überzeugt ist: „Ich muss für mich selbst eine gute Antwort auf die beliebte Schülerfrage nach dem Sinn eines Themas gefunden haben. Wenn ich zum Beispiel selbst nicht überzeugt bin, dass Trigonometrie wichtig ist, überträgt sich das auch auf die Schüler.“ Unabdingbar findet er, dass jemand, der als Lehrer arbeitet, Kinder und Jugendliche mag, dass er sich unter Menschen wohlfühlt und kein Problem damit hat, vor einer Klasse zu stehen. Auch Kenntnisse in Psychologie, Pädagogik und Didaktik sind für den 33-Jährigen wichtig im Schulalltag. „Für einen Lehrer gehört es auch dazu, dass er sich immer mit der Frage auseinandersetzt, wie eigentlich guter Unterricht funktioniert.“

Weil er nach seinem zweijährigen Referendariat nicht gleich an eine Schule gegangen ist, sondern zunächst eine Zeit lang als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität gearbeitet hat, muss er sich in den Lehrerberuf erst wieder hineinfinden. Es kostet ihn noch mehr Zeit als manch erfahrenen Kollegen, den Unterricht zu Hause vor- und nachzubereiten, die Schulaufgaben zu stellen und zu korrigieren. „Es zieht sich meist bis in die Abendstunden hin“, sagt Matthias Bernhard. Aber er geht davon aus, dass er in Zukunft zügiger vorankommt, wenn er mehr Berufserfahrung gesammelt und mehr Unterrichtsmaterial beisammen hat, auf das er zurückgreifen kann.

Auslandsschuldienst denkbar

Matthias Bernhard kann sich gut vorstellen, sich für den Auslandsschuldienst zu bewerben, wenn er in seinem Job mehr Routine hat und seine kleine Tochter etwas älter ist. Dann könnte er für einige Zeit an einer deutschen Schule im Ausland arbeiten. Die Grundlage für seinen Beruf hat er sich mit einem Studium für Lehramt an Gymnasien gelegt. Mit seinem Fach Mathe hätte er sich vielleicht in der freien Wirtschaft versuchen können, „mit Sport und Religion wäre das schon schwieriger geworden“, sagt Matthias Bernhard. Er ist froh, dass er an einer Schule arbeitet, denn er mag Menschen – und seine Fächer findet er nach wie vor klasse. <<

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