Lehrer/in – Deutsch als Fremd­sprache

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Sprachlehrerin

Tätigkeitsfelder:

Erwachsenenbildung; Sprachunterricht

Abgeschlossenes Studium in:

Germanistik, Amerikanistik/Anglistik; Zusatzstudium Deutsch als Fremdsprache/Deutschunterricht im Ausland

BERUFENET:

Lehrer/in – Deutsch als Fremdsprache

Meine Aufgabe ist es, die angehenden Studenten so fit zu machen, dass sie eine Vorlesung verstehen und eine Semi­nar­­arbeit ­eigenständig schreiben können.

Sprache und Integration

Margarita Votteler (29) vermittelt deutsche Sprachkenntnisse an Nicht-Muttersprachler. Die Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache unterrichtet junge Erwachsene und bereitet sie auf die Sprachprüfungen vor.

am Institut für Internationale Kommunikation in Düsseldorf verbessert Margarita Votteler die Deutschkenntnisse junger Erwachsener, die aus dem Ausland zum Studium nach Deutschland kommen. Die 29-Jährige ist Freiberuflerin und arbeitet dort als Honorarkraft. Ihren Unterricht passt sie immer an die jeweilige Zielgruppe und an die Vorgaben der Bildungseinrichtung an. „Die angehenden Studenten bringen in der Regel bereits gute Deutschkenntnisse mit“, erzählt sie. „Meine Aufgabe ist es, sie so fit zu machen, dass sie eine Vorlesung verstehen und eine Seminararbeit eigenständig schreiben können.“ In einigen Kursen geht es deshalb vor allem um Grammatik und Sprachstruktur. „Dahinter tritt das Sprechen dann deutlich zurück“, sagt sie.

Sprach- und Integrationskurse

Margarita Votteler hat aber nicht nur mit fortgeschrittenen Lernern zu tun. Mit Kursteilnehmern, die bisher kein Wort Deutsch sprechen, verständigt sie sich anfangs über Körpersprache oder Bilder, bis sie die ersten Sätze sprechen und verstehen können. Sie ist zudem ausreichend qualifiziert, um Unterricht in Integrationskursen für Zuwanderer zu erteilen. Manchen der Teilnehmer fehlt die grundlegende Schulbildung. „Dann müssen sie zunächst alphabetisiert werden“, berichtet sie. „Man braucht für diese Arbeit viel Kraft, bekommt aber auch sehr viel Dankbarkeit zurück.“

Wenn sie ihren Unterricht gestaltet, greift sie meist auf Lehrbücher zurück, die sie dann Schritt für Schritt mit den Lernenden durchgeht. Sie arbeitet mit Lesetexten, um den Wortschatz zu erweitern, oder setzt akustische Medien ein, um das Hörverständnis der Teilnehmer zu trainieren. Fester Bestandteil fast jedes Kursangebots sind Tests und Prüfungen, die Margarita Votteler durchführt und anschließend bewertet. „Um festzustellen, wie weit die Kenntnisse der deutschen Sprache reichen, legen wir den Teilnehmern zum Beispiel Lücken- und Grammatiktests vor oder lassen sie Diktate schreiben“, erklärt sie.

Schlüsselkompetenz Geduld

Wie in jedem pädagogischen Beruf braucht auch Margarita Votteler viel Geduld. Da sie mit Menschen zu tun hat, die aus den unterschiedlichsten Ländern nach Deutschland kommen und verschiedene kulturelle Prägungen mitbringen, ist auch interkulturelle Kompetenz eine wichtige Voraussetzung für ihre Tätigkeit.

An der Ruhr-Universität Bochum hat sie einen Bachelor- und Masterabschluss in Germanistik und Anglistik/Amerikanistik gemacht. Im Rahmen eines Zusatzstudiums erwarb sie anschließend ein Zertifikat für Deutsch als Fremdsprache/Deutschunterricht im Ausland. „Bereits im Studium habe ich zu unterrichten begonnen“, erzählt sie. „Inzwischen habe ich ausreichend Erfahrung, sodass die Vorbereitungszeit viel geringer ausfällt als am Anfang.“ Nicht alle ihrer Kollegen arbeiten in Vollzeit als Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache. „Einige haben eine andere Festanstellung und bieten nebenbei Kurse an“, sagt sie. Auch für eine Tätigkeit im Ausland bestehen durchaus Chancen: So bieten Institutionen wie beispielsweise das Goethe-Institut in vielen Ländern der Welt Deutschkurse an. <<

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