Lehrer/in – Deutsch als Fremd­sprache

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Lehrer für Deutsch als Fremdsprache

Tätigkeitsfeld:

Sprachunterricht

Abgeschlossenes Studium in:

Lehramt Deutsch, Weiterbildung im Fach Deutsch als Fremdsprache

BERUFENET:

Lehrer/in – Deutsch als Fremdsprache

Am besten finde ich, dass alle viel Lerneifer und Wissbegierde mitbringen.

Lehrer in der eigenen Schule

Er studierte Deutsch und Philosophie auf Lehramt an der Technischen Universität Berlin, ging aber nicht in den Schuldienst. Stattdessen wurde Alexander Rhau (33) Lehrer für Deutsch als Fremdsprache in seiner eigenen Sprachschule.

Ein Lehramtsstudium kann eine gute „Investition“ sein, auch dann, wenn man schon vorher weiß, dass es wohl nicht der tägliche Gang ins Klassenzimmer einer Schule werden wird. „Ich habe meine Entscheidung für das Lehramtsstudium bewusst getroffen, dabei war ich mir aber sicher, dass ich nicht den klassischen Lehrerberuf ergreifen möchte“, sagt Alexander Rhau. Lehrer ist der 33-Jährige heute schon, aber ein bisschen anders: Er erwarb im Rahmen einer Weiterbildung das sogenannte telc-Zertifikat für das Fach Deutsch als Fremdsprache, kurz DaF. Damit gestaltet er heute Sprachkurse für Studierende und Privatleute, vor allem aber für die ausländische Belegschaft von Firmen, die für eine Weile in Deutschland arbeitet und spezifische Sprachtrainings benötigt. Sein Angebot richtet sich an jeden, dessen Muttersprache nicht Deutsch ist, der dies aber lernen möchte oder muss.

Dabei ist Alexander Rhau sein eigener Chef: Im Sommer 2011 gründete er seine eigene Nachhilfe- und Sprachschule, den „Nachhilfeexpress Berlin“. Dort ist er nicht nur Geschäftsführer seines Unternehmens, sondern unterrichtet auch selbst. Rund 40 Personen vom Niveau A1 bis zum Niveau C2 nach europäischem Sprachstandard zählt Alexander Rhau zu seinen Schülerinnen und Schülern. „A1 heißt, jemand kann sich auf einfache Weise verständlich machen, etwa seinen Namen nennen oder Essen bestellen. C2 dagegen ist das nahezu perfekte Beherrschen der ­Sprache ohne Akzent.“

Der Kunde bestimmt Zeit und Ort

Alexander Rhau arbeitet nicht nur in seiner Schule, sondern geht auch zu seinen Kunden, um sie vor Ort in deren Büros zu unterrichten. 20 Termine hat er pro Woche, zu jeder Tageszeit, auch abends. Er genießt es, durch seinen Beruf mit den unterschiedlichsten Menschen aus den verschiedensten Kulturen in Kontakt zu kommen. „Am besten finde ich, dass alle viel Lerneifer und Wissbegierde mitbringen.“ Darunter sind Kunden aus der Finanz-, IT- und Telekommunikations-Branche. Der Sprachlehrer muss sich auf sein jeweiliges Gegenüber einstellen. „Manchmal bin ich schon um 8.30 Uhr bei einem Kunden, der eine Deutschstunde vor seinem Arbeitsbeginn will. Andere wollen lieber in ihrer Mittagspause Deutsch lernen, um sich den abendlichen Gang in die Sprachschule zu sparen“, sagt Alexander Rhau. Und auch die Ansprüche seiner Schüler sind ganz unterschiedlich. „Firmenangehörige wollen geschäftliche Texte verstehen und verfassen, ein ausländischer Familienvater dagegen möchte mit seiner deutschen Frau und den Kindern kommunizieren können.“

Von den Grundlagen zum perfekten Deutsch

Eines ist beim Unterricht Deutsch als Fremdsprache für alle grundlegend: Wie reihe ich Worte aneinander, damit ein Satz entsteht? „Subjekt, Prädikat, Objekt, dieses Wissen benötigen alle“, erläutert Alexander Rhau. Dabei macht Übung den Meister: „Der Einstieg in die Grundlagen der deutschen Sprache gelingt nach zwei, drei Monaten Lernzeit. Wer aber fließend Deutsch sprechen will, muss mit zwei Jahren rechnen.“ <<

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