Land­schafts­architekt/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Landschaftsarchitektin

Tätigkeitsfeld:

Bauplanung und -leitung; Gartenbau

Abgeschlossenes Studium in:

Landschaftsarchitektur

BERUFENET:

Landschaftsarchitekt/in

Es ist sehr wichtig, dass man ein Teamplayer ist, sich ein Netzwerk aufbaut und mit Fachleuten aus unterschiedlichen Sparten spricht.

Jeder Baum an seinem Platz

Vanessa Deeg (27) gestaltet öffentliche Orte – Parks, Promenaden und Plätze. Dabei berücksichtigt die Landschaftsarchitektin die Interessen von Bürgern, Planern und Investoren.

Vanessa Deeg schafft mehr städtischen Raum für Fußgänger und Radfahrer in Donaueschingen. Gemeinsam mit ihrem Team vom Stuttgarter Planungsbüro Lohrberg setzt die Landschaftsarchitektin zurzeit einen Entwurf für die Innenstadt um: Statt Parkplätze und Autoverkehr sollen quadratische Sitzmöbel und Bäume dominieren, ein Bodenrelief soll den Lauf der Donau anzeigen. „Durch gestalterische Maßnahmen wie etwa rauen Pflasterbelag wurden mehr Aufenthaltsflächen für Personen geschaffen“, erklärt sie.

Bevor Vanessa Deeg bei ihrem heutigen Arbeitgeber anfing, hat sie sich umfassendes Wissen in ihrem Bachelor-Studium der Landschaftsarchitektur an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen angeeignet.

Vom Mobiliar bis zum Masterplan

Die Aufgaben in ihrem Arbeitsalltag hängen immer vom Umfang eines jeweiligen Auftrags ab. „In Donaueschingen betreuen wir zum Beispiel das komplette Projekt von der Idee bis zur Umsetzung“, erzählt die 27-Jährige. Dass Landschaftsarchitekten viel Zeit in der Natur verbringen, stimmt nur bedingt: „Die meiste Arbeitszeit verbringe ich am Rechner und plane alles durch – vom kleinsten Mobiliar, wie etwa einem Sitzwürfel, bis zum städtebaulichen Masterplan.

Wie oft sie tatsächlich auf der Baustelle sein muss, hängt vom Fortschritt eines Projekts ab: „Natürlich schaue ich mir die Orte schon sehr früh an und kontrolliere, ob jeder Bordstein, jeder Schacht in den Plänen wirklich erfasst ist“, erzählt sie. „Wenn die Bau- oder Pflanzphase beginnt, bin ich häufiger vor Ort.“ Dann sorgt sie dafür, dass alles nach Plan läuft.

Für ihren Beruf sind Organisations- und Kommunikationsfähigkeit gefragt: „Ich muss viele Kleinigkeiten berücksichtigen. Neben der Planung verschicke ich Einladungen für Besprechungen, schreibe Protokolle, hole Angebote ein oder kalkuliere Budgets.“ Wenn sie könnte, würde sie monatelang an einem Entwurf feilen – aber natürlich hält sie die Termine ein, die das Planungsbüro angegeben hat.

Wenn es darum geht, wie eine Fläche strukturiert und genutzt werden soll, reden viele mit: private Bauherren, Anlieger, städtische Institutionen, Tourismusamt, Bürger und Investoren. Vanessa Deeg muss sich folglich als Vermittlerin beweisen: „Zuhören, Vorschläge bringen, überzeugen, argumentieren."

Teamplayer mit Netzwerk

Landschaftsarchitekten müssen Allrounder sein und Wissen über Pflanzen- und Materialkunde, das Zusammenspiel von lebenden und toten Baustoffen, Denkmalpflege, Verordnungen, Geologie und das Bauwesen. „Das ist so vielfältig, dass man gar nicht alles wissen kann“, sagt Vanessa Deeg. „Natürlich lernt man mit jedem Projekt dazu. Es ist sehr wichtig, dass man ein Teamplayer ist, sich ein Netzwerk aufbaut und mit Fachleuten aus unterschiedlichen Sparten spricht.“

Für die Zukunft plant sie, einen zusätzlichen Masterabschluss aus dem Bereich Umweltschutz beziehungsweise Umweltwissenschaften zu machen: „Das ist eine sehr gute Ergänzung. Die Mischung aus Nutz- und Erholungslandschaften wird immer wichtiger – da spielen Themen wie Umwelt- und Naturschutz eine große Rolle.“ <<

http://bfi.plus/100513