Kunst­pädagoge/-pädagogin

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Kunstpädagogin

Tätigkeitsfelder:

Kunsterziehung, Medien- und Kulturpädagogik

Abgeschlossenes Studium in:

Kunstpädagogik

BERUFENET:

Kunstpädagoge/-pädagogin

Bei der Ausgestaltung der Kurse und Projekte arbeite ich sehr selbstständig.

Die Kreativität entdecken

Katharina Linsel (32) eröffnet Kindern Zugänge zu künstlerisch-kreativen Ausdrucksweisen und ermöglicht die Begegnung mit Kunst – etwa an Schulen oder Museen. Die Kunstpädagogin braucht originelle Ideen und viel Spontaneität.

Katharina Linsel arbeitet als freiberufliche Dozentin an der Kinder- und Jugendkunstschule „Palette“ in Augsburg. Dort leitet sie in Kooperation mit Kitas und Schulen Kunstkurse und organisiert Projektwochen. Zudem ist sie im Bereich der Museumspädagogik tätig – in der Pinakothek der Moderne sowie dem Museum Brandhorst in München. „Im Museum entwickle ich mit den Kindern zum Beispiel einen Farbkatalog“, erzählt sie. „Die Kursteilnehmer können Farben mischen und den entstehenden Nuancen einen Namen geben. Mit dem Katalog gehen wir anschließend in die Ausstellung. Wenn die Kinder dann die Farbtöne in den Bildern wiederentdecken, können sie selbst eine Verbindung zu den Werken herstellen.“

Zur Identitätsfindung beitragen

Gerade hat sie an einer Schule ein Projekt mit Kindern aus unterschiedlichen Ländern beendet. Die Schüler malten großformatige Selbstporträts. „Sie haben die Bäuche auf ihren Bildern jeweils mit Symbolen aus ihren Herkunftsländern gefüllt.“ So könne es gelingen, besser zu begreifen, wer man ist und woher man kommt. Und auch das Verständnis untereinander werde gefördert, sagt Katharina Linsel. „Oft trägt das dazu bei, die eigene Identität zu stärken.“

Eine der Herausforderungen ihrer Arbeit besteht darin, dass einerseits die Kinder ihre eigenen kreativen Fähigkeiten entdecken und den Umgang mit den verschiedenen Materialien lernen sollen; andererseits erwarten die Eltern jedoch oft, dass das Ergebnis der Arbeit ein fertiges Produkt sein sollte. „Die kreative Arbeit ist immer ein Prozess, der eine eigene Dynamik entwickelt und den ich steuern muss“, sagt Katharina Linsel.

Für die Kunstpädagogin bedeutet dies, dass sie Projekte und Kurse zwar planen kann, dass sie gleichzeitig aber auch spontan und flexibel auf die jeweilige Situation, in der sich die Kinder befinden, reagieren muss. „Bei der Ausgestaltung der Kurse und Projekte arbeite ich sehr selbstständig und habe kaum Vorgaben“, erläutert sie. „Allerdings achten meine Auftraggeber natürlich darauf, ob ich gute Arbeit leiste.“ An Aufträge kommt die Kunstpädagogin beispielsweise, wenn Einrichtungen, in denen sie schon einmal gearbeitet hat, sie weiterempfehlen. „Als Freiberuflerin muss man immer am Ball bleiben und viel netzwerken“, empfiehlt sie. „Viele meiner Kollegen sind ebenfalls Freiberufler, und auch feste Stellen sind oft befristet.“

Kreative Arbeit mit allen Altersgruppen

Katharina Linsel hat ihr Kunstpädagogik-Studium an der Universität Augsburg noch mit dem Magister abgeschlossen. Ihre Projekte und Kurse entwickelt sie meist gemeinsam mit Kollegen in den einzelnen Einrichtungen, für die sie tätig ist. Neben anderen Kunstpädagogen arbeitet sie mit Künstlern und Designern zusammen, in den Museen oft mit Kunsthistorikern. Übrigens: Als Kunstpädagogin ist Katharina Linsel nicht auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen beschränkt, sondern kann Kreativkurse für Menschen jedes Alters und an vielen unterschiedlichen Orten anbieten – an Volkshochschulen, in Seniorenheimen und selbst in Gefängnissen. <<

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