Kunst­historiker/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Kunsthistorikerin

Tätigkeitsfelder:

Ausstellungsmanagement und -planung; Kunst- und Kulturmanagement

Abgeschlossenes Studium in:

Kunstgeschichte, Pädagogik, Informationswissenschaft

BERUFENET:

Kunsthistoriker/in

Ich entwickle zum Beispiel Ferienprogramme und museumspädagogische Formate für Schulklassen.

Einen Zugang zur Kunst schaffen

Kunsthistorikerin Bianca Bocatius (35) entwickelt museumspädagogische Konzepte und Methoden, mit denen sie Schulklassen, Erwachsenen und auch Menschen mit Demenzerkrankungen ­Kunstwerke nahebringt.

Bianca Bocatius arbeitet im Auftrag des Kunst- und Kulturpädagogischen Zentrums der Museen in Nürnberg. „Ich entwickle zum Beispiel Ferienprogramme und museumspädagogische Formate für Schulklassen – und auch für Erwachsene“, erzählt die Kunsthistorikerin. Ihr Arbeitsplatz ist die Geschäftsstelle des Germanischen Nationalmuseums.

Die 35-Jährige absolvierte ein Studium der Kunstgeschichte mit den Nebenfächern Pädagogik und Informationswissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und arbeitete damals schon museumspädagogisch. „Deshalb bin ich es gewohnt, von dienstags bis sonntags zu arbeiten und dafür den Montag freizuhaben“, sagt sie.

Die Zielgruppe bestimmt die Methode

Wenn sie ein Kunstvermittlungskonzept vorbereitet, arbeitet sie sich zunächst gründlich in das Thema ein, studiert Fachliteratur, besucht die museumseigenen Dauerausstellungen und beschäftigt sich dort mit den einzelnen Kunstwerken. „Dabei überlege ich mir auch, ob und wie ich die Themen in eine Führung einarbeiten kann und welche neuen Zielgruppen wir damit erreichen möchten.“

Bianca Bocatius entwickelt unter anderem Angebote für Menschen mit Demenz. „Dabei geht es nicht nur um Inhaltliches, sondern auch um die Erkrankung und die Frage, mit welchen Methoden ich unter diesen Bedingungen Kultur vermitteln kann.“ Wenn sie Veranstaltungen für Schulklassen vorbereitet, legt sie einen Schwerpunkt auf praktische Elemente – es kommen Konzepte aus der Theater- und Bewegungspädagogik zum Einsatz.

„Ich bin für die Planung und Organisation zuständig – und ab und zu auch für die Führungen selbst“, erläutert sie. Darum kümmern sich normalerweise freiberufliche Museumspädagogen. Bianca Bocatius unterstützt ihre Kollegen bei der Vorbereitung, gibt ihnen Vermittlungsmaterialien an die Hand und berät sie, wenn es darum geht, Ausstellungen möglichst multimedial zu gestalten.

Umgang mit Menschen und Kunstwerken

Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit und Organisationstalent sollte man für ihren Beruf mitbringen. „Ich arbeite ja eben nicht nur mit den musealen Objekten“, erklärt Bianca Bocatius. Sie muss auf Menschen zugehen und sie für ein Thema begeistern können. Mit ihren acht Kolleginnen und Kollegen – allesamt Museumspädagogen – tauscht sie sich regelmäßig aus. „Wir alle decken zwar unterschiedliche Bereiche ab, arbeiten aber auch immer wieder zusammen und ergänzen uns.“

Nach ihrem Studium nahm Bianca Bocatius eine Promotion in Informationswissenschaft und Kunstvermittlung in Angriff, die sie zurzeit parallel zu ihrer Arbeit abschließt. Auch eine Tätigkeit im Ausland könnte sie sich später einmal gut vorstellen. „Es wäre reizvoll, eine Zeit lang im angelsächsischen Raum zu arbeiten, etwa in Großbritannien, den USA oder Neuseeland, denn diese Länder sind in Sachen Museumspädagogik mit digitalen Medien schon sehr weit.“ Auch die Öffentlichkeitsarbeit für Kulturinstitutionen käme für sie infrage. <<

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