Kultur­manager/in; Kunst­historiker/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Kulturmanager

Tätigkeitsfelder:

Kunst- und Kulturmanagement; Veranstaltungsmanagement und -service

Abgeschlossenes Studium in:

Archäologie und Kunstgeschichte

BERUFENET:

Kulturmanager/in; Kunsthistoriker/in

Die Stücke, die Spielorte und das Schauspielerensemble ändern sich ständig – so wird es nie langweilig.

Die nächste Deadline immer im Blick

Das Theater aufs Land bringen – das ist die Aufgabe, der sich Kulturmanager Peter Ackermann (27) verschrieben hat. Er handelt die Konditionen eines Wandertheaters an den Spielorten aus und kümmert sich um Koordination, Pressearbeit und Marketing.

Mit 200 Veranstaltungen an 80 Orten hat das Wandertheater der Landesbühne Oberfranken einen vollgepackten Spielplan. Die Koordination all dieser Termine des „Fränkischen Theatersommers“ gehört zu den Hauptaufgaben von Peter Ackermann. Als Leiter des Büros in Hollfeld bei Bamberg legt er gemeinsam mit dem Intendanten die Spielorte fest. „Dazu gehört, dass wir darüber verhandeln, welche Theaterstücke dort zu welchem Preis gespielt werden“, erzählt er. Der 27-Jährige erstellt den Terminplan und kümmert sich um Plakate und Programmhefte.

Ungewöhnliche Marketing-Ideen

Daneben spielt die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in seinem Beruf eine wichtige Rolle: Beispielsweise lädt Peter Ackermann die Pressevertreter zu besonderen Terminen ein, etwa zu Premieren. Und dann ist da noch das Marketing: Zu den Aufgaben gehört es, die Menschen in der ländlichen Region für das Theater zu begeistern. Er gestaltet deshalb Werbematerialien wie Buttons und Aufkleber – und entwickelt besondere Marketing-Ideen: „Zu einem Musical übers Kinderkriegen haben wir zum Beispiel speziell junge Eltern eingeladen.“

Seine Arbeitszeiten sind überwiegend regelmäßig und planbar. „Kurz vor den Premieren wird es etwas mehr, aber das gleicht sich wieder aus“, sagt er. Manchmal hilft er auch an der Abendkasse aus. Jedes der 30 Stücke im Programm sieht er sich mindestens einmal an und reist dafür mit dem Ensemble zu den Spielorten. Abgesehen davon und von zwei Monaten im Herbst, in denen er mit dem Intendanten die Stücke in den Dörfern vorstellt, arbeitet er von seinem Büro aus. „Die Regel ist Wochenendarbeit also nicht.“

„Als Kulturmanager muss man bei einer Vielzahl von Aufgaben den Überblick bewahren und Deadlines im Kopf haben“, sagt Peter Ackermann. Für seine Arbeit nutzt er verschiedene Software und Datenbanken, hilfreich ist sein Gespür für das Texten und sein grafisches Gestaltungstalent. Das Interesse am Theater ist mit seinen Marketing-Aufgaben für das Wandertheater noch gewachsen. „Außerdem sollte man gut mit vielen unterschiedlichen Menschen umgehen können.“

Über Umwege zum Job

Zum Kulturmanagement kam Peter Ackermann über Umwege: Während seines Bachelorstudiums der Archäologie und Kunstgeschichte in Bamberg absolvierte er ein Praktikum bei der Landesgartenschau Bamberg, in dessen Rahmen er das Kulturprogramm mit organisiert. Diese praktische Erfahrung war es, die ihm zu seiner heutigen Stelle verhalf: „Würde ich heute noch einmal studieren, würde ich mein geisteswissenschaftliches Studium mit Betriebswirtschaft kombinieren“, sagt er. Ein Kulturmanagement-Studium oder ein Fachstudium, etwa in Theaterpädagogik, hätten Alternativen sein können.

Andere mögliche Arbeitgeber für Kulturmanager sind etwa Konzert- oder Tourneebüros oder Musikfestivals. Auch im Ausland gibt es Arbeitsmöglichkeiten. Peter Ackermann will jedoch in Hollfeld bleiben: „Die Stücke, die Spielorte und das Schauspielerensemble ändern sich ständig – so wird es nie langweilig.“ <<

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