IT-Sicher­heits­koordinator/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Projektkoordinatorin

Tätigkeitsfeld:

IT-Sicherheit

Abgeschlossenes Studium in:

BWL (Bachelor); IT Management (Master)

BERUFENET:

IT-Sicherheitskoordinator/in

Die Art der Angriffe und die Sicherheitslücken verändern sich täglich.

Hacker müssen draußen bleiben

Als IT-Sicherheitskoordinatorin treibt Marieke Petersohn (29) Projekte voran, die dazu beitragen sollen, dass E-Mails sicher verschlüsselt und Nutzerdaten vor Hackerangriffen geschützt werden.

Marieke Petersohn ist Projektkoordinatorin bei TeleTrusT, dem Bundesverband IT-Sicherheit in Berlin. „Ich sensibilisiere Unternehmen für das Thema IT-Sicherheit, leite ein Projekt zur E-Mail-Verschlüsselung und verwalte unsere eigene interne IT“, erläutert die 29-Jährige. „IT-Sicherheitsmaßnahmen kosten Geld, bringen aber keine direkten Umsätze. Deshalb ist es manchmal schwierig, dem Management eines Unternehmens das Thema zu vermitteln.“

Besonders energisch tritt sie für die Verschlüsselung von E-Mails ein: „Aufträge oder Entwürfe für neue Erfindungen sollte man nie unverschlüsselt verschicken“, betont sie. „Das gilt sogar für Reinigungsfirmen, wenn Dateien zum Beispiel Lagepläne von sensiblen Gebäuden enthalten.“ Wird so eine Mail unverschlüsselt verschickt, könnten Hacker die Daten auslesen.

Verschiedene Verschlüsselungsmethoden

Marieke Petersohn setzt sich für die Nutzung von Verschlüsselungen ein, die so etwas verhindern sollen. „Eine sogenannte Transportverschlüsselung stellt zum Beispiel sicher, dass die Server die Mails geschützt austauschen“, erläutert sie. Noch sicherer sei die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung: „Das wäre so, als würde man die Postkarte in einen Umschlag stecken und den Inhalt in einer Geheimsprache aufschreiben.“ Die IT-Sicherheitsexpertin ist dafür verantwortlich, dass die Verschlüsselung in ihrem Projekt technisch einwandfrei funktioniert. Dazu tauscht sie sich mit dem IT-Dienstleister aus, überwacht den Projektfortschritt und bringt auch eigene Ideen ein.

Die Voraussetzungen für ihre heutige Tätigkeit schuf sie durch ein duales BWL-Studium, bei dem sie sich parallel zur Fachinformatikerin für Systemintegration ausbilden ließ. Nach dem Bachelorabschluss entschied sie sich für ein Masterstudium in IT-Management am Berliner Standort der Hochschule für Ökonomie und Management. IT-Sicherheit war dabei ein wichtiges Thema. „Wir haben gelernt, wie die Informationstechnologie zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens beiträgt. Umso besser kann man später die Bedeutung der IT-Sicherheit vermitteln“, sagt sie. Auch ein Studium im Bereich IT-Security oder Cybersicherheit wäre ein möglicher Zugang zu ihrem heutigen Beruf gewesen.

Cyberangriffe abwehren, Daten schützen

Mit ihrer Anstellung beim Bundesverband stellt Marieke Petersohn eine Ausnahme dar. Die meisten IT-Sicherheitskoordinatoren arbeiten direkt bei einem Unternehmen. „In der Wirtschaft gibt es dabei vor allem zwei Tätigkeitsbereiche“, erklärt sie. „Einerseits muss man sicherstellen, dass der IT-Betrieb reibungslos funktioniert und keine Sicherheitslücken hat. Ein Cyberangriff könnte sonst dazu führen, dass die Technik ausfällt und die Produktion unterbrochen wird. Andererseits gibt es IT-Sicherheitskoordinatoren, die sich auf den Datenschutz spezialisieren und zum Beispiel Kundendaten vor Spionage oder Missbrauch schützen.“

Unabhängig vom Tätigkeitsfeld müssen sich IT-Sicherheitskoordinatoren auf immer neue Herausforderungen einstellen. „Die Art der Angriffe und die Sicherheitslücken verändern sich täglich“, sagt Marieke Petersohn. <<

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