Intendant/in

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Intendant

Tätigkeitsfeld:

Theater-, Film- und Fernsehproduktion

Abgeschlossenes Studium in:

Musikwissenschaft mit Nebenfach Kulturmanagement sowie Rechtswissenschaft

BERUFENET:

Intendant/in

Man muss in dieser Position auch mal Grenzen setzen und nicht immer angenehme Entscheidungen treffen können.

Kultur rechnet sich

Auf der einen Seite Künstler/innen und Publikum, auf der anderen Personalfragen, Verwaltungsaufgaben und rechtliche Aspekte: Bei Intendant Daniel Kernchen (35) laufen die Fäden in der Philharmonie zusammen.

Welche seiner vielfältigen Tätigkeiten Daniel Kernchen gerade besonders beanspruchen, hängt vom Spielplan ab. „Zu Beginn einer Spielzeit stehen zum Beispiel besonders viele Pressetermine an, und in manchen Phasen bin ich vor allem mit Themen wie der Programmplanung beschäftigt“, erklärt der 35-Jährige. Als Intendant der Jenaer Philharmonie trägt er die künstlerische und wirtschaftliche Gesamtverantwortung für den Betrieb, zu dem rund 90 Beschäftigte gehören.

Kommunikationsstärke gefragt

Wenn das Orchester gerade im Haus ist oder Gastkünstler eingetroffen sind, geht Daniel Kernchen zunächst zur Bühne, um alle zu begrüßen und noch offene Fragen oder Probleme hinsichtlich der anstehenden Vorstellungen zu klären. In seinem Büro erledigt er dann administrative Aufgaben am Schreibtisch. „Je nachdem, was gerade anfällt, kann es sich zum Beispiel um planungsbezogene Korrespondenzen handeln oder auch um betriebswirtschaftliche Aufgaben wie Kostenanalysen, Kalkulationen oder Kostenvoranschläge.“

Es ist dieser Spagat zwischen Kreativität und Kostenrechnung, die seine Position zu einer besonderen Herausforderung macht. „Auf der einen Seite benötigt man eine große Affinität zur Kultur, sollte mit den Künstlerinnen und Künstlern und auch dem Publikum auf Augenhöhe reden können. Auf der anderen Seite ist wirtschaftliches Denken und Handeln unabdingbar, um den Betrieb am Leben zu halten.“ Bei Gesprächen mit Sponsoren, Kooperationspartnern und Trägern auf kommunaler Ebene kommt es auf Verhandlungsgeschick und selbstsicheres Auftreten an, auch Kommunikationsstärke ist eine Grundvoraussetzung. „Networking macht einen Großteil meiner Arbeitszeit aus.“

Zum Berufsalltag gehören auch rechtliche Aspekte, wenn es beispielsweise um Fördermittel, die sichere Gestaltung von Verträgen oder Urheberrechte geht. „Im Detail kümmert sich unsere Rechtsabteilung um solche Dinge, doch je mehr ich selbst im Hinterkopf habe, desto reibungsloser sind die Arbeitsabläufe.

Die Kultureinrichtung repräsentieren

Ein weiterer Punkt ist die personelle Verantwortung. „In einem großen Kulturbetrieb entstehen auch oft Konflikte, denen man mit reichlich Diplomatie begegnen muss“, bringt Daniel Kernchen es auf den Punkt. „Man muss in dieser Position auch mal Grenzen setzen und nicht immer angenehme Entscheidungen treffen können.“ Ein hohes Maß an Stressresistenz und Flexibilität bezüglich der Arbeitszeiten gehören ebenfalls dazu. Bei den Veranstaltungen, die meist abends und an Wochenenden oder Feiertagen stattfinden, ist der Intendant stets präsent. „Das Publikum erwartet das, und es ist mir auch selbst wichtig, ins Gespräch zu kommen.“

Daniel Kernchen hat Musikwissenschaft mit den Nebenfächern Kulturmanagement an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar sowie Rechtswissenschaft an der Universität Jena studiert. Als Intendant könnte er auch in einem Theater oder Mehrspartenhaus tätig werden oder ein Kulturfestival leiten. „Alternativ bieten sich andere Positionen etwa im Museumsmanagement oder mit einer Künstleragentur an.“ <<

http://bfi.plus/8384