Ingenieur/in – Wasser­wirtschaft

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Sachbearbeiterin im Bereich Schleusenverlängerung

Tätigkeitsfeld:

Bauplanung, -leitung

Abgeschlossenes Studium in:

Bauingenieurwesen

BERUFENET:

Ingenieur/in – Wasserwirtschaft

Gerade als Frau fühle ich mich hier sehr gut aufgehoben. Im Team herrscht ein wertschätzendes Miteinander.

Wasserwege befahrbar machen

Viktoriya Churakov (25) sorgt dafür, dass Wasserwege für die Schifffahrt befahrbar sind. Ihr Team kümmert sich um den Schleusenausbau.

Viktoriya Churakov arbeitet beim Amt für Neckarausbau Heidelberg. Das Amt gehört zur Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und betreut unter anderem die Verlängerung und Instandsetzung der Schleusen am Neckar. Auf der 203 Kilometer langen Bundeswasserstraße gibt es 27 Staustufen, die insgesamt eine Höhendifferenz von 160 Meter überwinden. Entlang der Strecke liegen Kraftwerkskanäle, Schleusen, Wehre und Fischaufstiegsanlagen. Damit künftig auch größere Schiffe auf dem Neckar Kohle, Kies und Sand transportieren können, müssen Schleusen verlängert und die Schifffahrtsanlagen, die teilweise aus den 1920er-Jahren stammen, saniert werden. Dieses Großbauprojekt zieht sich über Jahrzehnte hin.

Sachbearbeitung von Schleusen

Viktoriya Churakov ist eine von rund 50 Mitarbeitern im Amt, die an der Umsetzung beteiligt sind und sich um die technische Planung, die Ausschreibung der Bauleistungen und die Vergabe von Planungsleistungen an Ingenieurbüros kümmern. Die Bauingenieurin ist seit acht Monaten Sachbearbeiterin im Bereich Schleusen und arbeitet an mehreren Projekten mit: „Da geht es zum Beispiel um eine Schleusenkammer, die aus Altersgründen grundlegend saniert werden muss. Zusätzlich werden die Hubtore mit ihren aufwendigen Bauwerken gegen neue Stemmtore ausgetauscht. Die Hubtürme stehen unter Denkmalschutz und bleiben erhalten.“

Ihre Aufgaben drehen sich um die Nachträge: „Wenn aufgrund unvorhersehbarer Ereignisse Änderungen vorgenommen werden müssen, bedeutet das mehr Kosten für Material und Personal. Ein Tor etwa muss größer werden als geplant oder nach einer neuen Norm bemessen werden. Ich überprüfe die Notwendigkeit, schreibe eine Begründung, erstelle den Nachtragsvertrag, fülle die entsprechenden Formulare aus und stelle die notwendigen Anlagen zusammen.“ Sie telefoniert mit Ingenieurbüros, Gutachtern, ausführenden Baufirmen und der Genehmigungsbehörde. Auch ist sie mit Projektleitern auf Baustellen unterwegs und nimmt an Besprechungen teil: „Wie man Verträge erstellt, Honorare ermittelt und wie die Kommunikation auf einer Baustelle funktioniert, lernt man nicht im Studium.“

Grundlagen aus dem Bauingenieurwesen

Fachlich ist es ein breites Themenspektrum, mit dem sie sich befassen muss. Es reicht von Schwingungsmessungen über Schweißprüfungen bis hin zu Korrosionsschutz, Gutachten und Honorarverträge. Studiert hat sie Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Darmstadt auf Bachelor. In ihrer Abschlussarbeit hat sie sich mit wirtschaftlichen Lösungen für die Sanierung und Instandsetzung von Schäden an Stahlbeton- und Spannbetonbrückenbauwerken befasst. „Der Schwerpunkt in meinem Studium lag auf dem konstruktiven Ingenieurbau. Wasserbau gehörte zu den Grundlagenfächern.“ Ohne dieses Hintergrundwissen könnte sie ihre heutigen Aufgaben nicht erledigen.

Mit ihrer Tätigkeit in der Baubehörde ist sie sehr zufrieden: „Gerade als Frau fühle ich mich hier sehr gut aufgehoben. Im Team herrscht ein wertschätzendes Miteinander.“ Mit Blick in die Zukunft ist für sie der nächste Schritt, eigene Projekte zu übernehmen. <<

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