Ingenieur/in – Versorgungs­technik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Netzmanager Rohre

Tätigkeitsfeld:

Ver- und Entsorgung

Abgeschlossenes Studium in:

Versorgungstechnik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Versorgungstechnik

Man sollte auch immer die kaufmännische Seite berücksichtigen.

Anschlüsse für alle

Wenn ein Gebäude oder ein ganzes Neubaugebiet ans Gasnetz angeschlossen werden soll, plant Versorgungstechnikingenieur Daniel Herzer (28) das Gesamtkonzept – vom Durchmesser der Rohrleitungen bis zur optimalen Anschlussstelle.

Nach seiner Ausbildung zum Mechatroniker beschloss Daniel Herzer, auch ein Studium zu absolvieren. An der Technischen Hochschule Georg Simon Ohm in Nürnberg studierte er Versorgungstechnik – und schuf damit die Voraussetzung für seine aktuelle Position. „Ich bin Netzmanager für das Erdgasversorgungsnetz bei der Main-Donau Netzgesellschaft, einem Tochterunternehmen der N-ERGIE AG in Nürnberg“, erzählt der 28-Jährige. Das Gasnetz seines Arbeitgebers ist rund 4.300 Kilometer lang. „Je nach Druck variiert einerseits das Material der eingesetzten Rohrleitungen und andererseits ihr Durchmesser – zwischen 25 und 700 Millimetern“, erklärt Daniel Herzer. Wenn im Netzgebiet einzelne Gebäude oder ganze Wohngebiete mit Gas versorgt werden sollen, besteht seine Aufgabe darin, das Rohrleitungssystem so zu planen, dass die Gebäude ans Gasnetz angeschlossen und mit ausreichender Kapazität versorgt werden können.

Vom Antrag bis zur Abnahme

Jede Planung beginnt mit einer Anfrage – zum Beispiel von einer Gemeinde oder einem Privatkunden. Daniel Herzer prüft dann zunächst einmal, ob das Vorhaben überhaupt machbar ist. „Wenn zum Beispiel jemand sein Haus mit Erdgas versorgen möchte, schaffe ich als Netzbetreiber die Voraussetzungen dafür, dass man an der Grundstücksgrenze einen Anschluss ans Erdgasnetz legen kann“, erläutert er. Bevor er mit der Planung und Durchführung der Baumaßnahme beginnt, klärt er eine Reihe von Fragen: „Ich prüfe, ob ausreichend dimensionierte Rohrleitungen vorhanden sind und die Netzbedingungen an der Zweigstelle stimmen. Dann kalkuliere ich die Baumaßnahmen und muss dabei auf das vorgegebene Budget achten“, zählt er auf. „Als Nächstes entwickle ich einen Plan, der Arbeits- und Materialkosten berücksichtigt, und benutze dafür ein sogenanntes geografisches Informationssystem. In speziellen Fällen muss ich mit einer CAD-Software einen Straßenquerschnitt mit den eingezeichneten Trassen erstellen.“ Anschließend beauftragt er ein Rohrbauunternehmen, das die Versorgungsleitung in der Straße verlegt. Um die Qualität der Arbeiten auf den Baustellen zu sichern, überprüft er sie stichprobenartig.

Konstruktion und Kalkulation

Daniel Herzer trifft sich regelmäßig mit den Verantwortlichen der Gemeindeverwaltungen, um etwa die Entwicklung eines Gasversorgungskonzepts abzusprechen. „Gerade wenn wir ganze Bau- und Gewerbegebiete ans Erdgasnetz anschließen, müssen wir bei der Verlegung der Rohrleitungen auch den Verlauf der anderen Sparten wie Strom oder Wasser beachten“, erläutert er. Nicht alle seiner Kollegen haben wie er Versorgungstechnik studiert; auch Maschinenbauingenieure sind darunter. „Man braucht für den Beruf neben technischem Interesse auch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen“, sagt Daniel Herzer. „Und man sollte auch immer die kaufmännische Seite berücksichtigen.“ Ingenieure für Versorgungstechnik arbeiten übrigens nicht nur als Netzmanager, sondern können sich zum Beispiel auch um die Versorgung innerhalb von Gebäuden kümmern. <<

http://bfi.plus/59428