Ingenieur/in – Versorgungs­technik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Planungsingenieur

Tätigkeitsfelder:

Bauplanung und -leitung; Ver- und Entsorgung

Abgeschlossenes Studium in:

Versorgungs- und Energietechnik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Versorgungstechnik

Hinter der Planung stehen viele Absprachen mit Kollegen aus anderen Abteilungen, mit Architekten, Fachplanern und Behörden.

Netze, auf die man bauen kann

Rolf Bergmann (26) kennt die unterirdischen Wege von Wasser, Strom und Gas in der Region Erlangen: Der Ingenieur für Versorgungstechnik stellt sicher, dass Gebäude stets zuverlässig versorgt werden.

Die Erlanger Stadtwerke versorgen die Menschen in der Region mit Strom, Wärme, Gas, Wasser und Glasfaserkabeln – im Fachjargon: „Lichtwellenleiter“. Damit alles im Fluss bleibt und die Versorgung dauerhaft und schwankungsfrei gewährleistet wird, prüfen Rolf Bergmann und seine Kollegen von der Netzplanung kontinuierlich die Netze, sanieren diese und bauen sie aus. Sie kümmern sich zum Beispiel um die mehr als 20.000 Strom- und über 14.000 Wasseranschlüsse, für die das Unternehmen zuständig ist.

Wenn etwa neue Baugebiete erschlossen werden, berechnen wir vorher, wie die Rohrleitungen und Fernheizsysteme dimensioniert und ausgelegt werden sollen“, erläutert der 26-Jährige. „Außerdem überwachen wir die bestehenden Leitungen und prüfen, ob Abschnitte saniert werden müssen.“ Die Fachkräfte erstellen dafür Pläne am Computer und verschaffen sich vor Ort einen Überblick – und sie besprechen die Projekte mit den Anwohnern. „Aktuell sanieren wir zum Beispiel Wasserleitungen zwischen zwei Ortschaften, die durch landwirtschaftlich genutzte Privatgrundstücke verlaufen“, erzählt der Ingenieur. „Hier müssen wir erst einmal mit den Eigentümern aushandeln, wie wir Nutzung und Sanierung unter einen Hut bringen.“

Planen und managen

Jeder Neubau und jede Sanierung an den Versorgungssystemen wird von Rolf Bergmann und seinen Kollegen geplant und koordiniert: „Druckstufen, Dimensionen, Materialien: Hinter der Planung stehen viele Absprachen mit Kollegen aus anderen Fachabteilungen, mit Architekten, Fachplanern und Behörden.“ Im Berufsalltag heißt das: E-Mails schreiben, telefonieren, Pläne bearbeiten, sich regelmäßig besprechen. Denn jedes Bauprojekt ist anders und hat seine Besonderheiten: Mal muss Rolf Bergmann Brandschutzmaßnahmen umsetzen, mal müssen Bäume einer Baustelle weichen, mal sind Rohrleitungen geplant, die durch ein Naturschutzgebiet verlaufen. Sind die Bagger erst einmal angerückt, überwachen er und seine Team­kollegen, ob alles nach Plan verläuft.

Immer im Austausch

Ich arbeite an einer Schnittstelle“, sagt Rolf Bergmann. „Da brauche ich einerseits Fachwissen über Wasser-, Strom- und Gasleitungen und andererseits über Straßen- und Tiefbau.“ Zudem beachtet er bei jeder Baumaßnahme auch die Kosten. Er muss Preise für Materialien und Bauarbeiten einholen und kalkulieren. „Das ist so umfangreich und vielseitig, dass man gar nicht alles wissen kann. Deshalb ist der Austausch mit anderen Fachabteilungen so wichtig.“

Studiert hat Rolf Bergmann Versorgungs- und Energietechnik an der TH Nürnberg: „Auch andere Studiengänge können den Weg in den Beruf ebnen, etwa Bauingenieurwesen, Verfahrenstechnik oder Elektrotechnik“, sagt er. „Mein Studium hat mir einen guten Überblick über Energierecht vermittelt, außerdem darüber, wie Netze aufgebaut sind, über die Regulierungsmärkte und auch über die Technik. Aber die Details lernt man erst in der Praxis kennen – beim Versorgungsunternehmen.“ <<

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