Ingenieur/in – Ver­packungs­technik

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Verpackungsingenieur

Tätigkeitsfeld:

Verfahrens-, Produktentwicklung

Abgeschlossenes Studium in:

Verpackungstechnik

BERUFENET:

Ingenieur/in – Verpackungstechnik

Wir bearbeiten rund 7.000 Glasscheiben pro Woche.

Leicht, fest und stapelbar

Eine Verpackung ist mehr als eine Hülle. Der Ingenieur für Verpackungstechnik Cihan Müller (28) weiß nicht nur, welche Materialien und Formen perfekt geeignet sind, um ein Produkt zu verpacken, sondern auch, welche Rolle die Verpackung beim Verbraucher spielt.

Die allermeisten Produkte, die im Einzelhandel verkauft werden, sind verpackt. „Die Verpackung ist das Gesicht der Ware. Sie entscheidet maßgeblich mit, ob sich ein Produkt am Regal im Supermarkt durchsetzt“, sagt Cihan Müller. Der 28-Jährige ist Verpackungsingenieur bei Lacers, einer Berliner Firma, die den kompletten Verpackungsservice anbietet – von der Beratung über die Produktionsplanung bis zur Auslieferung. Cihan Müller hat an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin Verpackungstechnik studiert. Er arbeitete bereits während seines Studiums als Werkstudent bei seinem heutigen Arbeitgeber und konnte direkt nach seinem Abschluss dort als Ingenieur einsteigen.

Die Konsumenten berücksichtigen

Für seine Aufgabe ist es nicht nur wichtig, sich in der Verpackungstechnik auszukennen. Cihan Müller muss gut mit den Kunden umgehen können und ein Gespür dafür haben, welche Verpackung die Zielgruppe am besten erreicht. „Am Anfang kommt der Kunde zu uns, etwa weil er ein neues Produkt auf dem Markt positionieren will, beispielsweise Nüsse, Hygieneprodukte oder Bauteile für die Industrie.“ Cihan Müller berät dann den Kunden. Er stellt ihm zum Beispiel verschiedene Materialien vor, die geeignet sind. „Bei Nüssen würde ich einen Kunststoffverbund vorschlagen. Aber es gibt viele verschiedene Plastikmaterialien, die wir verwenden. Um das ideale Material auszuwählen, muss ich mich permanent über neue Materialien auf dem Laufenden halten.“

Nachdem der Ingenieur sich mit seinem Kunden geeinigt hat, beginnt er mit der Planung. „Zuerst mache ich ein Brainstorming. Ich überlege, welche Form die Verpackung haben soll – sie muss etwa gut stapelbar sein – oder welchen Verschluss ich wähle.“ Gerade beim Öffnen von Verpackungen muss Cihan Müller die Wünsche der Konsumenten berücksichtigen: „Eine Verpackung muss einfach zu öffnen und am besten wiederverschließbar sein.“

Von der Handskizze zum Prototyp

Steht ein Konzept fest, zeichnet er einige Handskizzen, in denen die Verpackung an Form gewinnt. Danach überträgt er diese mit CAD-Programmen in 3-D-Modelle, die die technischen Daten der Verpackung enthalten. Am Computer lassen sich auch verschiedene Werte berechnen, etwa wie schwer und stabil die Verpackung ist und wie viel Kraft man benötigt, um sie zu öffnen. „Convenience – also Bequemlichkeit – steht derzeit beim Verbraucher im Vordergrund.“

Mit zwei bis drei 3-D-Modellen geht Cihan Müller zu seinem Kunden und stellt sie vor. Wenn sich dieser dann für eine Verpackung entschieden hat, plant der Ingenieur die Herstellung. „Bevor wir einen Großauftrag an unsere Zulieferer vergeben, lassen wir erst einmal einen Prototyp herstellen und testen ihn. Wenn er in Ordnung ist, beginnt die Produktion für den Kunden.“ Ist ein Auftrag erfolgreich abgeschlossen, findet Cihan Müller die von ihm entworfenen und entwickelten Verpackungen bald darauf zum Beispiel im Supermarktregal. <<

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