Ingenieur/in – Verkehrs­wesen

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Verkehrsingenieurin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Tätigkeitsfelder:

Wissenschaftliche Forschung; Stadt-, Regional-, Verkehrsplanung

Abgeschlossenes Studium in:

Verkehrsingenieurwesen

BERUFENET:

Ingenieur/in – Verkehrswesen

Jede Straße ist anders. Es geht darum, die bestmögliche Lösung für alle Betroffenen zu finden.

Der optimale Straßenkompromiss

Juliane Hauzenberger (26) ist Ingenieurin für Verkehrswesen und hat zwei Jahre lang als Verkehrsplanerin gearbeitet. Ihre Erfahrungen sowie neue Erkenntnisse aus der Forschung gibt sie nun als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an Studierende weiter.

Juliane Hauzenberger ist im Fachgebiet „Straßenplanung und Straßenbetrieb“ der Fakultät Verkehrs- und Maschinensysteme an der Technischen Universität in Berlin tätig. „Vorher habe ich zwei Jahre als Verkehrsplanerin für zwei unterschiedliche Unternehmen gearbeitet und freue mich, dass ich meine Erfahrungen aus der Praxis an Studierende weitergeben kann.“ Sie ist in ihrem Fachgebiet für die Module zum Straßenentwurf außerhalb und innerhalb bebauter Gebiete zuständig. Der Professor hält die Vorlesungen, Juliane Hauzenberger übernimmt die Übungen und ist Ansprechpartnerin für die Studierenden. Sie leitet außerdem ein Seminar zur Anwendung von Planungssoftware im Straßenentwurf und betreut Abschlussarbeiten wie Diplom-, Master- und Bachelorarbeiten. Ein weiterer Aspekt ihrer Tätigkeit ist die Forschung: „Bald werde ich mich intensiver mit meinem Promotionsthema befassen, das vermutlich ein Verkehrssicherheitsthema sein wird“, sagt die 26-Jährige.

Lernfeld Praxis

„Ich wollte gern in einem Ingenieurberuf tätig sein. Auf Verkehrsingenieurwesen bin ich eher durch Zufall aufmerksam geworden und habe direkt nach dem Abi mit dem Studium begonnen.“ In Dresden gibt es verschiedene Vertiefungsrichtungen, Juliane Hauzenberger hat sich auf „Verkehrsplanung und Verkehrstechnik“ spezialisiert und viele Seminare im Bereich Verkehrsmodellierung, Straßenplanung und Straßenentwurf besucht. Zusätzlich hat sie am Lehrstuhl als studentische Hilfskraft gearbeitet und darüber ein Praktikum in Hamburg gefunden. Vor dem Start der Diplomarbeit entschied sie sich für ein längeres Praktikum.

Bei der Hamburg Port Authority (HPA) arbeitete sie in der Abteilung „Strategische Verkehrsplanung“ mit. Dort unterstützte sie Projekte und blieb länger als erwartet, um parallel zu ihrer Tätigkeit ihre Studien- und anschließend ihre Diplomarbeit zu schreiben. Nach Dresden ging sie nicht mehr zurück. Sie berechnete stattdessen Verkehrskenngrößen für die Erstellung eines Verkehrsmodells für den Hamburger Hafen, der durch die Auflösung des Freihafengebietes eine enorme Veränderung durchmacht. Mit dem Abschluss der Diplomarbeit endete auch Juliane Hauzenbergers Zeit bei der HPA, und sie nahm eine Stelle in einem Verkehrsplanungsbüro in Hamburg an: „Dort habe ich relativ früh eigene Projekte betreut und konnte meine Erfahrungen in der Straßenplanung vertiefen. Ich habe vom Vorentwurf bis zur Ausführungsplanung alles machen können und auch den Start von großen Projekten begleitet.“ >>

Etwas Bleibendes schaffen

Auf die Frage, was den Reiz des Berufs ausmacht, sagt Juliane Hauzenberger: „Wir Straßenplaner schaffen etwas, das bleibt – und wir tun etwas für die Gestaltung unserer Umwelt. Jede Straße ist anders, da immer wieder andere Rahmenbedingungen vorhanden sind. Es geht darum, die bestmögliche Lösung für alle Betroffenen zu finden. Am Schluss können wir sehen, was wir geschaffen haben, und wissen genau, welche Probleme auf dem Weg bis zum Bau der Straße aufgetreten sind und wie diese erfolgreich gelöst wurden.“ <<

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