Ingenieur/in – Techno­logie der Kosmetika und Wasch­mittel

Kurz & Knapp

Ausgeübter Beruf:

Kosmetiktechnologin

Tätigkeitsfeld:

Chemikalien-, Arzneimittelherstellung

Abgeschlossenes Studium in:

Technologie der Kosmetika und Waschmittel

BERUFENET:

Ingenieur/in – Technologie der Kosmetika und Waschmittel

Cremes kann man in unterschiedlichen Rezepturen herstellen.

Testerin am Tiegel

Bevor ein Rohstoff in der Kosmetik Verwendung findet, untersucht ihn die Ingenieurin und Kosmetiktechnologin Sabrina Gröne (28) gründlich – und verhindert dadurch etwa, dass eine Creme später klumpt.

Sabrina Gröne arbeitet in Hamburg bei der Dr. Straetmans GmbH, einem Rohstofflieferanten für die Kosmetikindustrie. Dort hat sie es mit vielen sogenannten „funktionellen Rohstoffen“ zu tun, zum Beispiel mit Emulgatoren oder antimikrobiell wirksamen Verbindungen, die später in Cremes, Lotionen oder auch Shampoos zum Einsatz kommen. „Meine Aufgabe ist es, unsere Produktpalette um neue Rohstoffen zu erweitern“, erläutert die 28-jährige Ingenieurin. „Um die Funktionen und Wirkungen der Substanzen zu untersuchen, entwickle ich Basisrezepturen mit den Test-Rohstoffen. Die fertigen Mixturen prüfe ich dann zum Beispiel auf ihren Geruch oder ihre Konsistenz.“ Was ihren Werdegang anbelangt, so absolvierte Sabrina Gröne zunächst eine Ausbildung zur Kosmetikerin und studierte dann an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo Technologie der Kosmetika und Waschmittel.

Emulsionen müssen stabil sein

Bevor Sabrina Gröne zusammen mit ihren Kollegen – darunter Chemiker, Chemielaboranten und Ingenieure anderer Fachrichtungen – im Labor die neuen Rohstoffe testet, erstellt sie zunächst ein Testdesign am Computer und legt einen genauen Plan für die Testreihen fest. Für diese Aufgabe benötigt sie nicht nur chemische Fachkenntnisse, sondern auch die Fähigkeit, organisiert und systematisch vorzugehen.

„Cremes kann man in unterschiedlichen Rezepturen herstellen“, erläutert sie. „In einer Öl-in-Wasser-Emulsion stellt man beispielsweise separat eine sogenannte Öl- und eine Wasserphase her und erwärmt beide stark.“ Je nach seinen konkreten Eigenschaften wird ein Rohstoff dann einer der Phasen hinzugefügt. Genaues Abwiegen ist dabei sehr wichtig. Dann werden die Phasen vereinigt, eine Emulsion entsteht. „Wenn die Emulsion zum Beispiel flockig wird oder Öl austritt, stimmt die Rezeptur nicht“, erklärt Sabrina Gröne. Ihre Erzeugnisse muss sie in definierten Stabilitätstests bei unterschiedlichen Lagerbedingungen und Temperaturen prüfen. Fehler machen sich zum Beispiel dadurch bemerkbar, dass sich die Farbe verändert oder Öl und Wasser sich wieder trennen. Die Ergebnisse dokumentiert sie genau und stellt sie dann ihren Kollegen und anderen Abteilungen zur Verfügung. Im Labor sind Kittel und Sicherheitsbrille Pflicht.

Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern

Mit ihrem chemisch-technischen Wissen unterstützt Sabrina Gröne auch den Vertrieb. Einerseits ist sie an Laborseminaren für Kunden und Geschäftspartner beteiligt, in denen sie anschaulich vorführt, wie sie ihre Rezepturen entwickelt. Andererseits ist sie Ansprechpartnerin für technische Fragen der Kunden, die sie telefonisch oder per E-Mail beantwortet.

Mitunter geht sie zur Unterstützung des Vertriebs auch auf Dienstreisen zu den Geschäftspartnern ihres Arbeitgebers – und das weltweit. Zuletzt war sie in Großbritannien und Thailand. Das erfordert nicht nur kommunikative Fähigkeiten und ein offenes Wesen, sondern auch gute Englischkenntnisse und natürlich das entsprechende Fachwissen. Mit ihren Kenntnissen aus dem Studium der Technologie der Kosmetika und Waschmittel könnte sie solche Vertriebsaufgaben auch hauptberuflich übernehmen: „Manche meiner ehemaligen Kommilitonen arbeiten heute im Vertrieb, aber auch in der Produktion oder der Qualitätssicherung“, sagt sie. <<

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